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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Methylprednisolut
Nebenwirkungen

Aktualisiert: 18. April 2026

Methylprednisolut ist ein Glukokortikoid. Es wird bei Erkrankungen eingesetzt, bei denen eine Behandlung mit Glukokortikoiden nötig ist und eine sehr schnelle Wirkung oder eine Gabe direkt in die Blutbahn erforderlich ist. Dazu gehören unter anderem schwere akute Asthmaanfälle, Hirnschwellungen bei nachgewiesen erhöhtem Hirndruck, schwere allergische Reaktionen, akute schwere Hautkrankheiten, akute Blutkrankheiten, akute Erkrankungen des Lebergewebes, toxisches Lungenödem und eine verminderte oder fehlende Funktion der Nebennierenrinde. Außerdem wird Methylprednisolut bei akut lebensbedrohlichen Zuständen wie anaphylaktischem Schock, Schocklunge nach der Akutphase, Gefahr der Organabstoßung nach Transplantation und schweren akuten Schüben bei Multipler Sklerose angewendet. Bei Multipler Sklerose kann Methylprednisolut die Dauer eines Schubs verkürzen, beeinflusst aber nicht die Schubhäufigkeit oder das Fortschreiten der Erkrankung.

Wirkstoff: Methylprednisolon
Hersteller: mibe GmbH Arzneimittel
Lesezeit: 3 Min.

Wirkstoff

Methylprednisolut enthält den Wirkstoff oben. Für allgemeine Hinweise besuchen Sie die jeweilige Wirkstoff-Seite.

Mögliche Nebenwirkungen

Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig≥ 1 von 10
Häufig1 bis 10 von 100
Gelegentlich1 bis 10 von 1.000
Selten1 bis 10 von 10.000
Sehr selten< 1 von 10.000
UnbekanntPost-Marketing-Meldungen

Häufigkeit nicht abschätzbar

Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.

  • Veränderungen im Blutbild
  • Schwere allergische Reaktionen bis hin zu Kreislaufversagen, Herzstillstand, Herzrhythmusstörungen, Atemnot sowie Blutdruckabfall oder Blutdruckanstieg
  • Geschwächtes Immunsystem mit höherem Infektionsrisiko, verdeckte Anzeichen einer Infektion oder Ausbruch bisher unbemerkter Infektionen
  • Cushing-Syndrom mit typischen Veränderungen wie rundem Gesicht, Fettansammlung am Rumpf und Gesichtsrötung
  • Verminderte Funktion oder Schwund der Nebennierenrinde
  • Wachstumshemmung bei Kindern
  • Störungen der Sexualhormone, zum Beispiel Ausbleiben der Monatsblutung, vermehrte Behaarung oder Impotenz
  • Wassereinlagerungen
  • Kaliummangel durch vermehrte Kaliumausscheidung, möglicherweise mit Herzrhythmusstörungen
  • Erhöhte Blutzuckerwerte oder Zuckerkrankheit
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Schwere Depressionen, Gereiztheit, Persönlichkeitsveränderungen, Stimmungsschwankungen, Euphorie, gesteigerter Antrieb oder Appetit, Psychosen und Schlafstörungen
  • Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, erhöhter Hirndruck oder Krampfanfälle
  • Verschwommenes Sehen, erhöhter Augeninnendruck, Linsentrübung, Erkrankungen von Netzhaut und Aderhaut oder Verschlechterung von Hornhautgeschwüren
  • Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand oder Verschlechterung einer Herzschwäche
  • Kreislaufversagen, Blutdruckanstieg, erhöhte Blutgerinnung, erhöhtes Risiko für Thrombosen oder Gefäßentzündungen
  • Magen-Darm-Geschwüre, Magen-Darm-Blutungen, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Oberbauchbeschwerden oder Gasansammlung in der Darmwand
  • Leberschäden, Leberentzündung, erhöhte Leberwerte bis hin zu akutem Leberversagen
  • Dehnungsstreifen, dünner werdende Haut, sichtbare kleine Hautgefäße, Neigung zu Blutergüssen, Hautblutungen, Akne, verzögerte Wundheilung, Hautausschlag oder Veränderungen der Hautfarbe
  • Muskelschwäche, Muskelschwund, Knochenschwund, Knochenbrüche, andere Knochenschäden oder Sehnenriss
  • Erhöhter Blutdruck und verringerte Harnbildung bei einer sklerodermiebedingten Nierenkrise
  • Örtlicher Schwund von Fettgewebe an der Anwendungsstelle
  • Gewichtszunahme
  • Nach plötzlichem Absetzen nach längerer Anwendung: Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schwäche, Unruhe, Teilnahmslosigkeit, Unwohlsein, Gelenkschmerzen, Hautschuppung, niedriger Blutdruck und Gewichtsverlust

Wichtige Wechselwirkungen

Methylprednisolut kann durch andere Arzneimittel beeinflusst werden. Bestimmte weibliche Geschlechtshormone, zum Beispiel zur Schwangerschaftsverhütung, können die Wirkung und möglicherweise auch die Nebenwirkungen von Methylprednisolut verstärken. Auch manche Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen können die Wirkung verstärken. Einige Arzneimittel gegen HIV können die Wirkungen von Methylprednisolut ebenfalls verstärken, deshalb kann eine engmaschige ärztliche Überwachung nötig sein. Auch bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Herzerkrankungen können den Abbau des Wirkstoffs verlangsamen, sodass der Arzt die Behandlung besonders überwachen und die Dosis gegebenenfalls anpassen muss.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion auftreten, zum Beispiel Atemnot, Kreislaufprobleme, Herzrasen oder starke Blutdruckveränderungen. Wenden Sie sich umgehend an einen Arzt, wenn Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen anhalten oder stärker werden. Ebenfalls sofort ärztlich abklären lassen sollten Sie Symptome wie Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, Verwirrtheit, Sehstörungen, Atemnot, Krampfanfälle, unregelmäßigen Herzschlag oder deutlich verringerte Harnbildung. Informieren Sie möglichst bald Ihren Arzt auch bei Magen-Darm-Beschwerden, Schmerzen im Rücken-, Schulter- oder Hüftbereich, psychischen Veränderungen oder auffälligen Blutzuckerschwankungen.

Steckbrief: Methylprednisolut

Wirkstoffgruppe
Glukokortikoide
Anwendungsgebiet
Methylprednisolut wird bei Erkrankungen eingesetzt, die eine Behandlung mit Glukokortikoiden erfordern, wenn eine sehr schnelle Wirkung oder eine Gabe direkt in die Blutbahn notwendig ist. Genannt werden unter anderem schwere akute Asthmaanfälle, Hirnschwellungen bei nachgewiesen erhöhtem Hirndruck, schwere allergische Zustände, akute schwere Haut- und Blutkrankheiten, akute Erkrankungen des Lebergewebes, toxisches Lungenödem, Addison-Krise, anaphylaktischer Schock, Schocklunge nach der Akutphase, Gefahr der Organabstoßung nach Transplantation und akute Schübe bei Multipler Sklerose.
Darreichungsform
Rezeptpflicht
Unbekannt
Haeufigste Nebenwirkung
PZN
13335794
Dosierungen
16 mg, 32 mg, 250 mg, 1000 mg

Häufige Fragen

Wofür wird Methylprednisolut angewendet?

Methylprednisolut wird bei Erkrankungen angewendet, die eine Behandlung mit Glukokortikoiden benötigen, wenn eine sehr schnelle Wirkung oder eine Gabe direkt in die Blutbahn erforderlich ist. Dazu gehören laut Fachinformation unter anderem schwere akute Asthmaanfälle, Hirnschwellungen bei nachgewiesen erhöhtem Hirndruck, schwere allergische Zustandsbilder, akute schwere Hautkrankheiten, akute Blutkrankheiten, akute Erkrankungen des Lebergewebes, toxisches Lungenödem und eine verminderte oder fehlende Funktion der Nebennierenrinde.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wird Methylprednisolut auch in lebensbedrohlichen Situationen eingesetzt?

Ja. Laut Fachinformation wird Methylprednisolut auch bei akut lebensbedrohlichen Zuständen angewendet. Dazu zählen zum Beispiel ein anaphylaktischer Schock nach vorangegangener Behandlung mit Epinephrin, Hirnschwellung bei nachgewiesen erhöhtem Hirndruck, persistierende Schocklunge nach der Akutphase, schwerer akuter Asthmaanfall, schwere bakterielle Allgemeininfektion mit Ausfall der Nebennierenrindenfunktion, Gefahr der Organabstoßung nach Transplantation und toxisches Lungenödem.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Hilft Methylprednisolut bei Multipler Sklerose?

Methylprednisolut kann laut Fachinformation zur kurzfristigen Behandlung von akuten Schüben bei Multipler Sklerose angewendet werden. Es kann die Dauer eines Schubs verkürzen. Es hat jedoch keinen Einfluss auf die Schubhäufigkeit oder auf das Fortschreiten der Krankheit.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Was ist bei anderen Arzneimitteln zusammen mit Methylprednisolut wichtig?

Andere Arzneimittel können die Wirkung von Methylprednisolut verstärken. Genannt werden bestimmte weibliche Geschlechtshormone, manche Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen, einige Arzneimittel gegen HIV und bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Herzerkrankungen. Deshalb sollte der Arzt über alle gleichzeitig angewendeten Arzneimittel informiert werden.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Andere Präparate mit Methylprednisolon

Quellen & Referenzen

Stand der Fachinformation: 18. April 2026

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