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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Metformin
Nebenwirkungen

Aktualisiert: 17. April 2026

Metformin ist eines der weltweit wichtigsten Medikamente zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Es hilft, den Blutzuckerspiegel zu senken und das Risiko von langfristigen Folgeschäden zu verringern. Besonders für übergewichtige Erwachsene bringt die Einnahme Vorteile, da sie das Körpergewicht stabilisieren kann. Zu den bekannten Präparaten gehören Glucophage® 1000 mg Filmtabletten, Merck Healthcare Germany GmbH und Glucophage® 500 mg Filmtabletten, Merck Healthcare Germany GmbH. Die Nebenwirkungen von Metformin sind meist mild, sollten aber dennoch beachtet werden.

Wirkstoffgruppe: Antidiabetika
Anwendung: Behandlung von Typ-2-Diabetes, wenn Blutzucker durch Diät und Bewegung allein nicht ausreichend kontrolliert werden konnte
Darreichung: Filmtabletten
Rezept: Ja
Lesezeit: 3 Min.

Mögliche Nebenwirkungen

Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig≥ 1 von 10
Häufig1 bis 10 von 100
Gelegentlich1 bis 10 von 1.000
Selten1 bis 10 von 10.000
Sehr selten< 1 von 10.000
UnbekanntPost-Marketing-Meldungen

Sehr häufig

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitmangel (meist zu Beginn der Behandlung).

Häufig

  • Veränderter Geschmackssinn.
  • Niedrige Vitamin B12-Werte, was Müdigkeit, wunde Zunge, Kribbeln oder blasse/gelbe Haut verursachen kann.

Sehr selten

  • Übersäuerung des Blutes durch Milchsäure (Laktatazidose), ein medizinischer Notfall.
  • Leberprobleme, die sich durch Müdigkeit, Appetitverlust, Gewichtsabnahme oder Gelbfärbung der Haut zeigen können.
  • Hautreaktionen wie Rötung, Juckreiz oder Ausschlag.

Was ist Metformin?

Metformin ist ein Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Es senkt den Blutzuckerspiegel, indem es den Zuckerstoffwechsel im Körper verbessert. Besonders nützlich ist es, wenn Diät und Bewegung alleine nicht genügen. Metformin kann bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren eingesetzt werden.

Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?

Nehmen Sie Metformin nicht ein, wenn Sie schwere Nieren- oder Leberprobleme, eine Allergie auf den Wirkstoff haben oder sich gerade einn größere Operation oder eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel bevorsteht. Achten Sie auf Symptome wie starke Müdigkeit, Atemnot oder Erbrechen und suchen Sie im Zweifel immer Ihren Arzt auf. Während der Behandlung sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen, besonders der Nierenfunktion, stattfinden.

Wie ist Metformin einzunehmen?

Nehmen Sie Metformin genau wie vom Arzt verordnet – meist mit oder nach einer Mahlzeit, um Magenbeschwerden zu vermeiden. Die Tabletten sollten unzerkaut mit Wasser geschluckt werden. Achten Sie auf eine regelmäßige Einnahme; wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie sie nicht doppelt nach. Brechen Sie die Behandlung nie ohne Rücksprache ab, da der Blutzucker sonst ansteigen könnte.

Wie ist Metformin aufzubewahren?

Bewahren Sie Metformin immer außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Es sind keine besonderen Lagerbedingungen nötig, aber verwenden Sie das Medikament nicht nach Ablauf des Verfallsdatums. Entsorgen Sie es umweltgerecht über die Apotheke, nicht im Hausmüll oder Abwasser.

Wichtige Wechselwirkungen

Metformin darf nicht zusammen mit iodhaltigen Kontrastmitteln für Röntgen- oder andere bildgebende Untersuchungen eingenommen werden, ohne dass Ihr Arzt vorher Bescheid weiß. Vor größeren Operationen muss Metformin ebenfalls für eine gewisse Zeit abgesetzt werden; Ihr Arzt sagt Ihnen, wann. Vorsicht ist auch bei viel Alkohol geboten, weil das das Risiko für eine Laktatazidose erhöhen kann. Wenn Sie andere blutzuckersenkende Arzneimittel oder Insulin anwenden, kann Metformin zusammen damit eingesetzt werden, aber nur nach ärztlicher Anweisung.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Suchen Sie sofort einen Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus auf, wenn Sie Symptome einer Laktatazidose bemerken. Dazu gehören Erbrechen, Bauchschmerzen, Muskelkrämpfe, starke Müdigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen, verringerte Körpertemperatur und Herzklopfen. Beenden Sie Metformin auch und lassen Sie sich ärztlich beraten, wenn anhaltende Verdauungsbeschwerden auftreten oder wenn Sie Beschwerden wie Müdigkeit, Appetitverlust, Gewichtsabnahme oder Gelbfärbung der Haut oder des Augenweißes bekommen. Bei starker Dehydrierung, schwerer Infektion oder wenn Sie wegen Herzschwäche behandelt werden oder kürzlich einen Herzinfarkt hatten, sollten Sie ebenfalls umgehend ärztlichen Rat einholen.

Steckbrief: Metformin

Wirkstoffgruppe
Biguanide
Anwendungsgebiet
Behandlung von Typ-2-Diabetes, wenn Blutzucker durch Diät und Bewegung allein nicht ausreichend kontrolliert werden konnte
Darreichungsform
Filmtabletten
Rezeptpflicht
Ja
Häufigste Nebenwirkung
Verdauungsprobleme wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitverlust

Häufige Fragen

Wofür wird Metformin angewendet?

Metformin wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt. Es hilft, den Blutzucker auf möglichst normale Werte zu senken, wenn Diät und Bewegung allein nicht ausreichen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Kann Metformin bei übergewichtigen Erwachsenen helfen?

Ja. Bei übergewichtigen Erwachsenen kann die langfristige Einnahme von Metformin dazu beitragen, das Risiko diabetesbedingter Komplikationen zu senken. Außerdem wird unter Metformin ein stabiles Körpergewicht oder eine mäßige Gewichtsabnahme beobachtet.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wer kann Metformin einnehmen?

Metformin kann von Erwachsenen sowie von Kindern ab 10 Jahren und Jugendlichen angewendet werden. Erwachsene können es allein oder zusammen mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln oder Insulin anwenden; Kinder und Jugendliche können es allein oder zusammen mit Insulin anwenden.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wann darf Metformin nicht eingenommen werden?

Metformin darf nicht eingenommen werden bei Allergie gegen Metformin, bei Leberproblemen, schwerer Einschränkung der Nierenfunktion, unkontrolliertem Diabetes mit schwerer Hyperglykämie oder Ketoazidose, bei Dehydrierung, bei schweren Infektionen, bei Herzschwächebehandlung oder kürzlichem Herzinfarkt mit schweren Kreislaufproblemen oder Atemproblemen sowie bei viel Alkoholkonsum.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Warnzeichen einer Laktatazidose gibt es?

Zu den Symptomen einer Laktatazidose gehören Erbrechen, Bauchschmerzen, Muskelkrämpfe, allgemeines Unwohlsein mit starker Müdigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen, verringerte Körpertemperatur und Herzklopfen. Das ist ein medizinischer Notfall.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Nebenwirkungen treten häufig auf?

Sehr häufig sind Verdauungsprobleme wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitverlust. Häufig sind außerdem Geschmacksveränderungen und verminderte oder niedrige Vitamin-B12-Spiegel im Blut.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Was soll ich tun, wenn ich starke Magen-Darm-Beschwerden habe?

Wenn die Beschwerden andauern, sollen Sie Metformin nicht weiter einnehmen und mit Ihrem Arzt sprechen. Die Einnahme mit oder direkt nach einer Mahlzeit und die Aufteilung der Tagesdosis auf mehrere Einnahmen können helfen, diese Beschwerden zu verringern.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Form hat Metformin in der Packung?

Die Fachinformation nennt Filmtabletten. Für die beschriebene Packung sind weiße, ovale und bikonvexe Tabletten mit Bruchkerbe auf beiden Seiten angegeben.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Quellen & Referenzen

Stand der Fachinformation: 17. April 2026

Über diesen Artikel

Verfasst von

Redaktionsteam

Medizinredaktion nebenwirkungen-info.de

Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.