Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.
Pantoprazol
Nebenwirkungen
Pantoprazol zählt zu den bekanntesten Wirkstoffen zur Behandlung von Magenproblemen wie Sodbrennen und saurem Aufstoßen. Es senkt wirksam die Magensäureproduktion und findet sich in Präparaten wie Pantoprazol dura 20 mg magensaftresistente Tabletten (Viatris Healthcare GmbH) oder Pantoprazol elac 20 mg (mibe GmbH Arzneimittel). Die Einnahme kann Beschwerden meist schon nach wenigen Tagen deutlich lindern. Was Sie über die Anwendung sowie die Nebenwirkungen von Pantoprazol wissen sollten, erfahren Sie hier.
Mögliche Nebenwirkungen
Was bedeuten die Häufigkeiten?
Häufig
- Gutartige kleine Wucherungen im Magen (Magenpolypen)
Gelegentlich
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Durchfall
- Übelkeit oder Erbrechen
- Blähungen
- Verstopfung
- Trockener Mund
- Bauchschmerzen oder -beschwerden
- Hautausschlag oder Quaddeln
- Juckreiz
- Schwächegefühl oder Erschöpfung
- Allgemeines Unwohlsein
- Schlafprobleme
- Erhöhte Leberwerte im Blut
- Knochenbrüche (Hüfte, Handgelenk, Wirbelsäule)
Selten
- Gestörter oder fehlender Geschmackssinn
- Verschwommenes Sehen
- Gelenkschmerzen
- Muskelschmerzen
- Gewichtsveränderungen
- Fieber
- Schwellungen an Händen oder Füßen
- Niedergeschlagenheit
- Veränderte Werte von Blutfetten oder Bilirubin
- Vergrößerung der Brust bei Männern
- Hohes Fieber mit starker Abnahme bestimmter weißer Blutzellen
Sehr selten
- Orientierungslosigkeit
- Weniger Blutplättchen (erhöhtes Risiko für blaue Flecken und Blutungen)
- Weniger weiße Blutkörperchen (höheres Risiko für Infektionen)
- Gleichzeitiger Mangel an roten und weißen Blutkörperchen und Blutplättchen
Häufigkeit nicht abschätzbar
Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.
- Halluzinationen
- Verwirrtheit
- Verminderte Mengen an Natrium, Magnesium, Calcium oder Kalium im Blut
- Hautausschlag, möglicherweise mit Gelenkschmerzen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl
- Lichtempfindlichkeit der Haut
- Schwere Durchfälle durch Dickdarmentzündung
- Schwere allergische Reaktionen (z.B. Schwellungen im Gesicht, Atemnot)
- Schwere Hautausschläge mit Blasenbildung und Hautablösung
- Gelbsucht (gelbe Haut und Augen) durch Leberschädigung
- Nierenschäden (z.B. mit Fieber, Hautausschlag, Rückenschmerzen)
Was ist Pantoprazol?
Pantoprazol wird zur kurzfristigen Linderung von Beschwerden wie Sodbrennen und saurem Aufstoßen bei Erwachsenen eingesetzt. Es verringert gezielt die Produktion der Magensäure. Erste Verbesserungen spüren Sie oft schon nach dem ersten Einnahmetag, manchmal dauert es aber einige Tage. Sollten sich Ihre Symptome nach zwei Wochen nicht bessern, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf.
Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?
Nehmen Sie Pantoprazol nicht ein, wenn Sie allergisch gegen Pantoprazol, Soja oder Erdnüsse sind oder bestimmte andere Medikamente nehmen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, falls Sie unter langanhaltenden oder ungewöhnlichen Symptomen leiden, älter als 55 Jahre sind oder andere chronische Erkrankungen haben. Eine längere Anwendung kann unter anderem zu Vitamin-B12-Mangel, Knochenbrüchen oder niedrigen Magnesiumwerten führen. In der Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Kindern ist Pantoprazol nicht geeignet. Informieren Sie Ihren Arzt über alle anderen Medikamente, die Sie einnehmen.
Wie ist Pantoprazol einzunehmen?
Nehmen Sie Pantoprazol immer genau nach Anweisung ein – meist eine Tablette täglich vor einer Mahlzeit, immer zur gleichen Zeit. Schlucken Sie die Tablette unzerkaut mit etwas Wasser. Nehmen Sie Pantoprazol über mindestens 2 bis 3 Tage ein und nicht länger als 4 Wochen ohne ärztliche Rücksprache. Bei vergessener Einnahme nehmen Sie nicht die doppelte Menge, sondern die normale Dosis zum nächsten Zeitpunkt.
Wie ist Pantoprazol aufzubewahren?
Bewahren Sie Pantoprazol außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Lagern Sie das Medikament bei normaler Raumtemperatur, spezielle Bedingungen sind nicht nötig. Nutzen Sie Pantoprazol nicht mehr nach Ablauf des auf der Packung angegebenen Verfallsdatums. Entsorgen Sie es umweltgerecht, am besten über Ihre Apotheke.
Wichtige Wechselwirkungen
Pantoprazol darf nicht zusammen mit anderen Protonenpumpenhemmern eingenommen werden, wenn Sie darauf allergisch sind. Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie Atazanavir gegen HIV einnehmen, denn dazu sollen Sie Ihren Arzt um Rat fragen. Wenn Sie Pantoprazol wegen eines erhöhten Risikos für Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre bekommen, betrifft das vor allem die dauerhafte Einnahme von nichtsteroidalen Entzündungshemmern wie Ibuprofen. Bei einer Langzeitbehandlung kann Pantoprazol außerdem die Aufnahme von Vitamin B12 beeinträchtigen und den Magnesiumspiegel senken.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn Sie unbeabsichtigt Gewicht verlieren, wiederholt erbrechen oder Schluckbeschwerden haben. Auch Erbrechen von Blut, Blut im Stuhl, Blässe mit Schwächegefühl oder schwere und anhaltende Durchfälle müssen rasch abgeklärt werden. Brechen Sie Pantoprazol sofort ab und holen Sie unverzüglich medizinische Hilfe, wenn Zeichen einer schweren allergischen Reaktion oder einer schweren Hautreaktion auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Schwellungen, Atembeschwerden, Blasenbildung der Haut oder Hautausschlag mit Fieber.
Steckbrief: Pantoprazol
- Wirkstoffgruppe
- Selektiver Protonenpumpenhemmer
- Anwendungsgebiet
- Behandlung säurebedingter Magen- und Darmerkrankungen; bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren zur Behandlung von Symptomen wie Sodbrennen und saurem Aufstoßen bei gastroösophagealer Refluxkrankheit sowie zur Langzeitbehandlung der Refluxösophagitis und Vorbeugung von Rückfällen; bei Erwachsenen außerdem zur Vorbeugung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren bei Risikopatienten, die dauerhaft NSAR einnehmen müssen
- Darreichungsform
- Magensaftresistente Tablette
- Rezeptpflicht
- Nein
- Häufigste Nebenwirkung
- Gutartige Magenpolypen
Häufige Fragen
Wofür wird Pantoprazol angewendet?
Pantoprazol wird zur Behandlung säurebedingter Magen- und Darmerkrankungen eingesetzt. Bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren wird es gegen Beschwerden wie Sodbrennen, saures Aufstoßen und Schmerzen beim Schlucken bei Refluxkrankheit verwendet. Außerdem kann es zur Langzeitbehandlung der Refluxösophagitis und zur Vorbeugung von Rückfällen eingesetzt werden. Bei Erwachsenen wird es auch zur Vorbeugung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren bei Risikopatienten verwendet, die dauerhaft NSAR einnehmen müssen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Wann darf ich Pantoprazol nicht einnehmen?
Pantoprazol darf nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch gegen Pantoprazol oder einen der sonstigen Bestandteile sind. Es darf auch nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch gegen Arzneimittel sind, die andere Protonenpumpenhemmer enthalten.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Warnzeichen sollte ich unter Pantoprazol ernst nehmen?
Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn Sie unbeabsichtigt Gewicht verlieren, wiederholt erbrechen, Schluckbeschwerden haben, Blut erbrechen oder Blut im Stuhl bemerken. Auch Blässe und Schwächegefühl sowie schwere und/oder anhaltende Durchfälle sollen rasch ärztlich abgeklärt werden. Bei schweren Hautreaktionen oder Zeichen einer schweren allergischen Reaktion sollen Sie Pantoprazol sofort absetzen und unverzüglich einen Arzt aufsuchen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Kann Pantoprazol die Aufnahme von Vitamin B12 beeinflussen?
Ja. Wie alle säurehemmenden Wirkstoffe kann Pantoprazol dazu führen, dass Vitamin B12 schlechter vom Körper aufgenommen wird. Das ist vor allem bei Langzeittherapie relevant, besonders wenn Sie bereits geringe Vitamin-B12-Reserven oder Risikofaktoren für einen Mangel haben. Bei Symptomen wie extremer Müdigkeit, Kribbeln, wunden Stellen im Mund, Muskelschwäche oder Gedächtnisproblemen sollen Sie Ihren Arzt kontaktieren.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Probleme können bei längerer Einnahme auftreten?
Bei einer Einnahme von mehr als einem Jahr kann das Risiko für Hüft-, Handgelenks- und Wirbelsäulenfrakturen leicht erhöht sein. Wenn Sie Pantoprazol länger als drei Monate einnehmen, kann der Magnesiumwert im Blut sinken. Niedrige Magnesiumwerte können sich unter anderem durch Müdigkeit, Muskelkontraktionen, Desorientierung, Krämpfe, Schwindel und eine erhöhte Herzfrequenz bemerkbar machen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Nebenwirkungen kommen häufig vor?
Zu den häufigen Nebenwirkungen gehört in der Fachinformation gutartige Magenpolypen. Gelegentlich werden unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Verstopfung, Mundtrockenheit, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Juckreiz, Schwächegefühl, Erschöpfung, Schlafstörungen und Frakturen an Hüfte, Handgelenk und Wirbelsäule genannt.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Medikamente sind bei Pantoprazol besonders zu beachten?
Wenn Sie Pantoprazol gleichzeitig mit Atazanavir einnehmen, sollen Sie Ihren Arzt um Rat fragen. Außerdem wird Pantoprazol bei Erwachsenen auch zur Vorbeugung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt, wenn dauerhaft nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen notwendig sind.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Quellen & Referenzen
- Offizielle Fachinformation: patienteninfo-service.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Europäische Arzneimittel-Agentur: ema.europa.eu
Stand der Fachinformation: 17. April 2026
Über diesen Artikel
Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.