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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.

carbadura retard
Nebenwirkungen

Aktualisiert: 18. April 2026

carbadura retard wird zur Behandlung von epileptischen Anfällen und anderen Anfallskrankheiten, bestimmten Schmerzformen sowie zur Vorbeugung bei bestimmten psychischen Störungen angewendet. Dazu gehören Anfälle, die von einem begrenzten Bereich des Gehirns ausgehen, bestimmte Anfälle mit Beteiligung beider Gehirnhälften und gemischte Epilepsieformen. Außerdem kann carbadura retard bei anfallsartig auftretenden Gesichtsschmerzen, bestimmten Schmerzen im Rachenraum, Schmerzen bei Nervenschädigungen durch Zuckerkrankheit und bestimmten nichtepileptischen Anfällen bei Multipler Sklerose eingesetzt werden. Es wird auch zur Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom angewendet, dabei aber nur unter stationären Bedingungen. Zusätzlich kann es zur Vorbeugung manisch-depressiver Phasen eingesetzt werden, wenn eine Behandlung mit Lithium nicht ausreichend geholfen hat, schnelle Phasenwechsel aufgetreten sind oder Lithium nicht angewendet werden darf.

Wirkstoff: Carbamazepin
Hersteller: Viatris Healthcare GmbH
Lesezeit: 3 Min.

Wirkstoff

carbadura retard enthält den Wirkstoff oben. Für allgemeine Hinweise besuchen Sie die jeweilige Wirkstoff-Seite.

Mögliche Nebenwirkungen

Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig≥ 1 von 10
Häufig1 bis 10 von 100
Gelegentlich1 bis 10 von 1.000
Selten1 bis 10 von 10.000
Sehr selten< 1 von 10.000
UnbekanntPost-Marketing-Meldungen

Sehr haeufig

  • Verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen
  • Benommenheit
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Schläfrigkeit
  • Gang- und Bewegungsstörungen
  • Erschöpfung
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Veränderte Leberwerte
  • Allergische Hautreaktionen, teils mit Fieber und Nesselsucht

Haeufig

  • Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen
  • Verminderte Anzahl der Blutplättchen
  • Wassereinlagerungen im Gewebe
  • Verringerte Flüssigkeitsausscheidung
  • Gewichtszunahme
  • Niedriger Natriumspiegel im Blut
  • Kopfschmerzen
  • Doppelbilder
  • Verschwommenes Sehen
  • Appetitlosigkeit
  • Mundtrockenheit

Gelegentlich

  • Überempfindlichkeitsreaktionen mit Fieber, Hautausschlag oder Lymphknotenschwellung
  • Augenzittern oder andere unwillkürliche Bewegungen
  • Herzleitungsstörungen
  • Zu hoher oder zu niedriger Blutdruck
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Störungen der Nierenfunktion
  • Hautentzündungen mit Schuppung oder Ablösung der Haut

Selten

  • Lymphknotenschwellungen
  • Folsäuremangel
  • Sinnestäuschungen wie optische oder akustische Halluzinationen
  • Depressive oder manische Verstimmungen
  • Aggressives Verhalten
  • Missempfindungen
  • Muskelschwäche
  • Bauchschmerzen
  • Gelbsucht
  • Leberentzündung
  • Juckreiz
  • Schwere Hautreaktionen
  • Verlangsamter Herzschlag oder Herzrhythmusstörungen

Sehr selten

  • Schwere, teils lebensbedrohliche Blutzellschäden
  • Schwere allergische Reaktionen bis zum Schock
  • Hirnhautentzündung ohne bakterielle oder virale Ursache
  • Geschmacksstörungen
  • Bindehautentzündung
  • Erhöhter Augeninnendruck
  • Hörstörungen
  • Entzündliche Reaktionen der Lunge mit Atemnot
  • Entzündungen im Mund
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Lichtempfindlichkeit der Haut
  • Haarausfall
  • Gelenk- oder Muskelschmerzen
  • Nierenversagen
  • Sexuelle Störungen

Häufigkeit nicht abschätzbar

Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.

  • Reaktivierung einer Herpesvirus-Infektion
  • Hautausschlag mit Blutbildveränderungen und Beschwerden im ganzen Körper
  • Hoher Ammoniakspiegel im Blut mit möglicher Reizbarkeit, Verwirrtheit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Schläfrigkeit
  • Gedächtnisverlust
  • Darmentzündung mit Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber
  • Akuter ausgedehnter Hautausschlag
  • Violette bis rot-violette fleckige Hautveränderungen, möglicherweise mit Juckreiz
  • Ausfall der Nägel

Wichtige Wechselwirkungen

carbadura retard kann die Wirkung vieler anderer Arzneimittel verändern, weil es deren Abbau im Körper beeinflusst. Dadurch können andere Mittel schwächer wirken oder in ihrer Wirkung verändert werden. Besonders wichtig ist das bei Arzneimitteln gegen Depressionen, Anfälle, Infektionen, Herzkrankheiten, nach Organtransplantationen oder zur Schwangerschaftsverhütung. Hormonelle Verhütungsmittel können durch carbadura retard weniger zuverlässig sein. Eine Behandlung mit MAO-Hemmern muss mindestens 2 Wochen vor Beginn mit carbadura retard beendet worden sein. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker deshalb immer über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen oder vor kurzem eingenommen haben.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn Sie grippeähnliche Beschwerden, Fieber, Halsschmerzen, Hautausschlag, Geschwüre im Mund, geschwollene Lymphknoten oder eine erhöhte Infektanfälligkeit bemerken. Gehen Sie auch sofort zum Arzt bei Gelbfärbung der Haut oder Augen, dunklem Urin, verminderter Harnausscheidung, Blut im Urin, starken Oberbauchschmerzen, Erbrechen oder Appetitverlust. Ebenfalls dringend abklären lassen sollten Sie Blasenbildung oder Abschälen der Haut, Schwellungen im Gesicht oder an der Zunge, Atemnot, Brustenge, Bewusstlosigkeit, unregelmäßigen Herzschlag oder Brustschmerzen. Auch bei Verwirrtheit, Muskelzuckungen, deutlicher Verschlechterung von Krampfanfällen, steifem Nacken oder extremer Lichtempfindlichkeit sollten Sie sofort medizinische Hilfe suchen.

Steckbrief: carbadura retard

Wirkstoffgruppe
Anwendungsgebiet
Behandlung von epileptischen Anfällen und anderen Anfallskrankheiten, bestimmten Schmerzzuständen sowie Vorbeugung bei bestimmten psychischen Störungen.
Darreichungsform
Rezeptpflicht
Unbekannt
Haeufigste Nebenwirkung
Benommenheit, Schwindel, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Gang- und Bewegungsstörungen, Erschöpfung, Übelkeit, Erbrechen, veränderte Leberwerte und allergische Hautreaktionen
PZN
00914102
Dosierungen
300 mg, 400 mg, 600 mg

Häufige Fragen

Wofür wird carbadura retard angewendet?

carbadura retard wird zur Behandlung von epileptischen Anfällen und anderen Anfallskrankheiten, bestimmten Schmerzzuständen sowie zur Vorbeugung bei bestimmten psychischen Störungen angewendet.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Kann carbadura retard bei Gesichtsschmerzen eingesetzt werden?

Ja. carbadura retard wird bei anfallsartig auftretenden Gesichtsschmerzen angewendet.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wird carbadura retard auch bei Schmerzen durch Nervenschädigungen bei Zuckerkrankheit angewendet?

Ja. carbadura retard wird bei Schmerzzuständen durch Nervenschädigungen bei Zuckerkrankheit angewendet.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Kann carbadura retard beim Alkoholentzug eingesetzt werden?

Ja. carbadura retard wird zur Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom angewendet. Laut Fachinformation darf dies nur unter stationären Bedingungen erfolgen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Kann carbadura retard zur Vorbeugung manisch-depressiver Phasen eingesetzt werden?

Ja. carbadura retard wird zur Vorbeugung manisch-depressiver Phasen angewendet, wenn die Behandlung mit Lithium versagt hat, schnelle Phasenwechsel unter Lithium aufgetreten sind oder Lithium nicht angewendet werden darf.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Andere Präparate mit Carbamazepin

Quellen & Referenzen

  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de

Stand der Fachinformation: 18. April 2026

Hinweis: Diese Seite wird redaktionell von nebenwirkungen-info.de gepflegt. Sie steht in keinerlei Verbindung zu Viatris Healthcare GmbH. Der Markenname wird ausschließlich zu Informationszwecken genannt.