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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Orfiril long
Nebenwirkungen

Aktualisiert: 17. April 2026

Orfiril long ist ein Arzneimittel von Desitin Arzneimittel GmbH mit dem Wirkstoff Natriumvalproat. Es wird als retardierte Hartkapsel angeboten, unter anderem in den Stärken 150 mg, 300 mg, 500 mg und 1000 mg. Eingesetzt wird Orfiril long zur Behandlung bestimmter Anfallsformen bei Epilepsie sowie bei Manien im Rahmen einer bipolaren Störung, wenn Lithium nicht verwendet werden kann. Die Kapseln sind für eine gleichmäßige Wirkstofffreisetzung über längere Zeit entwickelt.

Wirkstoff: Natriumvalproat
Hersteller: Desitin Arzneimittel GmbH
Lesezeit: 2 Min.

Wirkstoff

Orfiril long enthält den Wirkstoff oben. Für allgemeine Hinweise besuchen Sie die jeweilige Wirkstoff-Seite.

Mögliche Nebenwirkungen

Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig≥ 1 von 10
Häufig1 bis 10 von 100
Gelegentlich1 bis 10 von 1.000
Selten1 bis 10 von 10.000
Sehr selten< 1 von 10.000
UnbekanntPost-Marketing-Meldungen

Sehr häufig

  • Erhöhter Ammoniakspiegel im Blut
  • Zittern
  • Übelkeit

Häufig

  • Zu wenige rote Blutkörperchen, Blutplättchen oder weiße Blutkörperchen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • Schmerzhafte Regelblutung
  • Verwirrtheit, Unruhe, Aggression oder Halluzinationen
  • Bewegungsstörungen, Augenzittern oder Schwindel
  • Missempfindungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schläfrigkeit
  • Gehörverlust, teils bleibend
  • Blutergüsse oder Blutungen ohne klare Ursache
  • Erhöhte Leberwerte
  • Schwere Leberfunktionsstörungen
  • Vorübergehender oder dosisabhängiger Haarausfall
  • Nagel- und Nagelbetterkrankungen
  • Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit oder Gewichtsabnahme
  • Erbrechen, Durchfall, Magenschmerzen oder Zahnfleischerkrankungen
  • Entzündung der Mundschleimhaut
  • Ungewolltes Wasserlassen

Gelegentlich

  • Atemnot durch Flüssigkeit um die Lunge
  • Stark verminderte Zahl aller Blutzellen
  • Schwellung von Gesicht, Zunge oder anderen Körperteilen
  • Blutgefäßentzündung
  • Störung mit Wasserretention und wenig Urin
  • Überaktivität oder Reizbarkeit
  • Enzephalopathie
  • Parkinson-ähnliche Beschwerden
  • Koma oder Teilnahmslosigkeit
  • Koordinationsstörungen oder Gangunsicherheit
  • Muskelsteifigkeit
  • Verschlimmerung von Krampfanfällen
  • Schädigung der Bauchspeicheldrüse
  • Gesteigerter Speichelfluss
  • Veränderte Haarstruktur, Haarfarbe oder Haarwuchs
  • Nierenversagen
  • Ausbleiben oder Unregelmäßigkeiten der Regelblutung
  • Wassereinlagerungen in Armen und Beinen
  • Verminderte Körpertemperatur
  • Vermehrte Behaarung bei Frauen

Selten

  • Keine Angaben in der vorliegenden Quelle

Sehr selten

  • Keine Angaben in der vorliegenden Quelle

Häufigkeit nicht abschätzbar

Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.

  • Keine Angaben in der vorliegenden Quelle

Wichtige Wechselwirkungen

Die Fachinformation nennt vor allem, dass Orfiril long zusammen mit anderen Arzneimitteln gegen Anfallsleiden eingesetzt werden kann, wenn bestimmte Anfallsformen auf die übliche Behandlung nicht ansprechen. Dabei kann es zu Wechselwirkungen kommen, zum Beispiel wurde bei einer Enzephalopathie unter Langzeitbehandlung in Kombination mit anderen Antiepileptika auch ein Anstieg von Phenobarbital beschrieben. Außerdem wird ausdrücklich auf erhöhte Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme weiterer Antiepileptika hingewiesen, weil dann das Risiko für Leberschäden steigen kann. Sagen Sie Ihrem Arzt daher immer, welche Arzneimittel Sie zusätzlich einnehmen.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn Zeichen einer Leber- oder Bauchspeicheldrüsenschädigung auftreten, zum Beispiel starke Bauchbeschwerden, Erbrechen, ungewöhnliche Müdigkeit oder Gelbfärbung der Haut. Auch bei Gangunsicherheit, Teilnahmslosigkeit, Erbrechen oder zunehmender Verwirrtheit sollten Sie umgehend Ihren Arzt informieren, da dies auf einen erhöhten Ammoniakspiegel hinweisen kann. Ebenfalls sofort abklären lassen sollten Sie schwere Hautreaktionen, Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder eine deutliche Verschlechterung der Krampfanfälle. Wenn Sie Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder das Leben zu nehmen, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt.

Steckbrief: Orfiril long

Wirkstoffgruppe
Antiepileptikum / Mittel gegen Manien
Anwendungsgebiet
Behandlung bestimmter Anfallsformen bei Epilepsie und Manien bei bipolarer Störung, wenn Lithium nicht verwendet werden kann
Darreichungsform
Retardierte Hartkapseln
Rezeptpflicht
Ja
Haeufigste Nebenwirkung
Erhöhter Ammoniakspiegel im Blut
PZN
08718895
Dosierungen
150 mg, 300 mg, 1000 mg, 500 mg

Häufige Fragen

Wofür wird Orfiril long angewendet?

Orfiril long wird zur Behandlung von generalisierten Anfällen wie Absencen, myoklonischen und tonisch-klonischen Anfällen sowie von fokalen Anfällen und sekundär generalisierten Anfällen eingesetzt. Außerdem kann es bei Manien im Rahmen einer bipolaren Störung verwendet werden, wenn Lithium nicht verwendet werden kann.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

In welcher Darreichungsform gibt es Orfiril long?

Orfiril long ist als retardierte Hartkapsel erhältlich. In der vorliegenden Information werden die Stärken 150 mg, 300 mg, 500 mg und 1000 mg genannt.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wer stellt Orfiril long her?

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller ist die Desitin Arzneimittel GmbH in Hamburg.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Nebenwirkung tritt sehr häufig auf?

Sehr häufig ist ein erhöhter Ammoniakspiegel im Blut. Er kann ohne Beschwerden auftreten, kann aber auch mit Erbrechen, Gangunsicherheit, Teilnahmslosigkeit oder zunehmender Bewusstseinstrübung einhergehen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Warnzeichen sind besonders ernst?

Besonders ernst sind Hinweise auf eine Leber- oder Bauchspeicheldrüsenschädigung, schwere Hautreaktionen, Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder eine deutliche Verschlechterung der Anfälle. Dann sollten Sie sofort ärztliche Hilfe suchen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Darf Orfiril long in der Schwangerschaft angewendet werden?

Bei bipolarer Störung darf Orfiril long in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Bei Epilepsie darf es in der Schwangerschaft nur verwendet werden, wenn keine anderen wirksamen Alternativen zur Verfügung stehen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Muss man bei Orfiril long auf Verhütung achten?

Ja. Frauen, die schwanger werden könnten, dürfen Orfiril long nur unter wirksamer Schwangerschaftsverhütung anwenden, und zwar sowohl bei bipolarer Störung als auch bei Epilepsie. Änderungen sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Quellen & Referenzen

Stand der Fachinformation: 17. April 2026

Hinweis: Diese Seite wird redaktionell von nebenwirkungen-info.de gepflegt. Sie steht in keinerlei Verbindung zu Desitin Arzneimittel GmbH. Der Markenname wird ausschließlich zu Informationszwecken genannt.