Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.
Quetiapin
Nebenwirkungen
Quetiapin ist ein häufig verordnetes Antipsychotikum zur Behandlung von Schizophrenie, Bipolarer Störung und manischen Episoden. Es hilft, Symptome wie starke Stimmungsschwankungen, Halluzinationen oder depressive Verstimmungen zu lindern. Die Substanz ist in verschiedenen Präparaten wie QUETIAPIN Aurobindo 400 mg oder QUETIAPIN PUREN 400 mg erhältlich. Wer mehr zu den möglichen Nebenwirkungen von Quetiapin wissen möchte, findet auf dieser Seite umfassende Informationen.
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Wirkstoffgruppe: Neuroleptika
Mögliche Nebenwirkungen
Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig
- Schläfrigkeit, die mit der Zeit meist nachlässt
- Schwindel, Kopfschmerzen
- Mundtrockenheit
- Gewichtszunahme
- Bewegungsstörungen wie Zittern, Unruhe oder steife Muskeln
- Erhöhte Blutwerte bestimmter Fette (Cholesterin, Triglyceride)
- Schlafstörungen oder Reizbarkeit beim plötzlichen Absetzen
Häufig
- Schneller Herzschlag
- Herzklopfen oder Herzrasen
- Verstopfung, Magenbeschwerden
- Schwäche- oder Kraftlosigkeit
- Anschwellen von Armen oder Beinen
- Schwindel beim Aufstehen, manchmal Ohnmacht
- Erhöhte Blutzuckerwerte
- Verschwommenes Sehen
- Vermehrter Appetit
- Ungewöhnliche Träume
- Gereizte Stimmung
- Sprechschwierigkeiten
- Gedanken an Selbstverletzung oder Verschlechterung der Depression
- Kurzatmigkeit
- Fieber
- Veränderungen von Blutwerten (Schilddrüse, Blutzellen, Leber)
- Milchbildung aus der Brust oder Ausbleiben bzw. Störungen der Monatsblutung (vor allem bei Frauen)
Gelegentlich
- Krampfanfälle
- Allergische Reaktionen, manchmal mit Schwellungen oder Blasenbildung
- Unangenehmes Ziehen oder Kribbeln in den Beinen (Restless-Legs-Syndrom)
- Probleme beim Schlucken oder Wasserlassen
- Unkontrollierbare Bewegungen, besonders von Gesicht oder Zunge
- Erektionsstörungen
- Diabetes (Zuckerkrankheit) oder Verschlechterung einer bestehenden Zuckerkrankheit
- Bestimmte Veränderungen im EKG (QT-Verlängerung)
- Langsame Herzschläge, Ohnmacht
- Verstopfte Nase
- Verminderte Zahl roter Blutkörperchen oder Natrium im Blut
- Verwirrtheit
Selten
- Sehr hohes Fieber, Muskelsteifigkeit, Verwirrtheit (malignes neuroleptisches Syndrom)
- Gelbe Verfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht), Leberentzündung
- Sehr lange und schmerzhafte Erektion (Priapismus)
- Vergrößerte Brustdrüsen und Milchabsonderung bei Männern und Frauen
- Ausbleiben der Regelblutung, Blutgerinnsel
- Handlungen wie Gehen oder Sprechen im Schlaf
- Körpertemperatur unter dem Normalwert
- Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Stoffwechselstörung mit mehreren Symptomen (metabolisches Syndrom)
- Sehr starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose)
- Darmverschluss
- Erhöhter Muskelwert im Blut
Sehr selten
- Starker Hautausschlag mit Blasen oder roten Flecken
- Sehr heftige allergische Reaktion mit Atemnot oder Schock (Anaphylaxie)
- Schnelles Anschwellen von Gesicht, Lippen oder Hals (Angioödem)
- Schwere Hautinfektion mit Blasenbildung (Stevens-Johnson-Syndrom)
- Hormonstörung mit Problemen beim Wasserlassen
- Starke Schmerzen oder Zerfall der Muskeln (Rhabdomyolyse)
Häufigkeit nicht abschätzbar
Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.
- Roter Hautausschlag mit Flecken (Erythema multiforme)
- Rote Bläschen auf der Haut, manchmal mit Eiter (AGEP)
- Starke allergische Reaktion mit Hautablösung (toxische epidermale Nekrolyse)
- Allergische Reaktion mit grippeähnlichen Symptomen und Hautausschlag (DRESS)
- Entzugserscheinungen bei Neugeborenen nach Einnahme in der Schwangerschaft
- Schlaganfall
- Herzmuskel- oder Gefäßentzündung
- Entzündung des Herzmuskels
- Entzündung der Blutgefäße, oft mit Hautausschlag
Was ist Quetiapin?
Quetiapin wird eingesetzt, um psychische Erkrankungen wie Schizophrenie, bipolare Störungen und manische Phasen zu behandeln. Es hilft bei Symptomen wie Halluzinationen, Stimmungsschwankungen und Antriebslosigkeit. Ihr Arzt kann Quetiapin auch dann weiterverordnen, wenn Sie sich schon besser fühlen. Das Medikament gehört zu den sogenannten Antipsychotika.
Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?
Nehmen Sie Quetiapin nicht ein, wenn Sie gegen den Wirkstoff oder Inhaltsstoffe allergisch sind oder bestimmte andere Medikamente verwenden. Informieren Sie Ihren Arzt über Herzprobleme, Lebererkrankungen, Diabetes oder wenn Sie Medikamente für diese oder andere Krankheiten einnehmen. Teilen Sie auch mit, ob Sie schwanger sind, stillen oder andere Medikamente in Kombination einnehmen. Quetiapin kann müde machen und das Unfallrisiko erhöhen – fahren Sie daher erst wieder Auto, wenn Sie wissen, wie Sie auf das Arzneimittel reagieren.
Wie ist Quetiapin einzunehmen?
Halten Sie sich genau an die Dosierung und Empfehlungen Ihres Arztes. Die Tabletten können mit oder ohne Essen eingenommen werden, am besten mit Wasser. Wenn Sie Leberprobleme haben, passen Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt die Dosis an. Brechen Sie die Einnahme nicht plötzlich ab, sondern lassen Sie sich dazu immer ärztlich beraten.
Wie ist Quetiapin aufzubewahren?
Bewahren Sie Quetiapin außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Sie können das Medikament bei normaler Zimmertemperatur lagern; besondere Hinweise gibt es nicht. Achten Sie auf das Verfallsdatum und geben Sie abgelaufene oder nicht mehr benötigte Tabletten in der Apotheke ab, nicht über den Hausmüll oder das Abwasser.
Wichtige Wechselwirkungen
Quetiapin darf nicht zusammen mit bestimmten Arzneimitteln gegen HIV-Infektionen, mit Azol-haltigen Arzneimitteln gegen Pilzinfektionen, mit Erythromycin- oder Clarithromycin-haltigen Arzneimitteln gegen Infektionen sowie mit Nefazodon-haltigen Arzneimitteln gegen Depressionen eingenommen werden. Sagen Sie Ihrem Arzt auch Bescheid, wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die Ihren Herzschlag beeinflussen können. Vorsicht ist außerdem geboten, wenn Sie Antidepressiva einnehmen, weil die Kombination mit Quetiapin ein Serotoninsyndrom auslösen kann. Auch Beruhigungsmittel und Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung werden in der Fachinformation als relevant genannt.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn nach der Einnahme Fieber, starke Muskelsteifheit, Schwitzen oder ein getrübtes Bewusstsein auftreten. Auch unkontrollierbare Bewegungen vor allem im Gesicht oder an der Zunge, Krampfanfälle oder eine lang andauernde, schmerzhafte Erektion müssen umgehend abgeklärt werden. Ebenfalls sofort zum Arzt sollten Sie bei schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag, Herzstolpern, Atemproblemen, Brustschmerzen oder unerklärlicher Müdigkeit. Wenn Sie Schwindel oder starke Schläfrigkeit bekommen, ist das besonders bei älteren Menschen wegen der Sturzgefahr wichtig.
Steckbrief: Quetiapin
- Wirkstoffgruppe
- Antipsychotikum
- Anwendungsgebiet
- Bipolare Depression, Manie und Schizophrenie
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Rezeptpflicht
- Ja
- Häufigste Nebenwirkung
- Schwindel
Häufige Fragen
Wofür wird Quetiapin angewendet?
Quetiapin wird zur Behandlung von bipolarer Depression, Manie und Schizophrenie angewendet.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Kann Quetiapin auch weiter eingenommen werden, wenn es mir besser geht?
Ja. In der Fachinformation steht, dass Ihr Arzt Quetiapin auch dann weiter verordnen kann, wenn Sie sich schon besser fühlen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Arzneimittel dürfen nicht zusammen mit Quetiapin eingenommen werden?
Quetiapin darf nicht zusammen mit bestimmten Arzneimitteln gegen HIV-Infektionen, mit Azol-haltigen Arzneimitteln gegen Pilzinfektionen, mit Erythromycin- oder Clarithromycin-haltigen Arzneimitteln sowie mit Nefazodon-haltigen Arzneimitteln eingenommen werden.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Beschwerden können nach der Einnahme sofort gemeldet werden?
Unverzüglich ärztlich melden sollten Sie Fieber mit starker Muskelsteifheit, Schwitzen oder eingetrübtem Bewusstsein, unkontrollierbare Bewegungen, Krampfanfälle, Priapismus sowie schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag mit Brustschmerzen, Atemproblemen oder unerklärlicher Müdigkeit.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche sehr häufigen Nebenwirkungen sind genannt?
Sehr häufig genannt werden Schwindel, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Schläfrigkeit, Absetzsymptome, Gewichtszunahme, ungewöhnliche Muskelbewegungen sowie Änderungen bestimmter Blutfettwerte.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Kann Quetiapin den Blutdruck beeinflussen?
Ja. In der Fachinformation wird niedriger Blutdruck genannt, besonders beim Aufstehen, und er kann zu Schwindel oder Ohnmacht führen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Hinweise gibt es zu Blutgerinnseln?
Quetiapin wird mit dem Auftreten von Blutgerinnseln in Zusammenhang gebracht. Wenn Sie Schwellungen, Schmerzen und Rötungen an den Beinen oder Brustschmerzen und Atemprobleme bemerken, sollen Sie unverzüglich ärztlichen Rat einholen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Quellen & Referenzen
- Offizielle Fachinformation: patienteninfo-service.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Europäische Arzneimittel-Agentur: ema.europa.eu
Stand der Fachinformation: 17. April 2026
Über diesen Artikel
Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.