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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Tenofovirdisoproxilmaleat/Emtricitabin
Nebenwirkungen

Aktualisiert: 29. Juli 2025

Tenofovirdisoproxilmaleat/Emtricitabin ist ein Wirkstoff-Duo, das eine entscheidende Rolle in der modernen HIV-Therapie und -Vorbeugung spielt. Es blockiert die Vermehrung des HI-Virus im Körper und wird häufig zur Behandlung und zur Senkung des Infektionsrisikos eingesetzt. In Deutschland ist der Wirkstoff in bekannten Präparaten wie Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil Mylan 200 mg/245 mg Filmtabletten von Viatris Healthcare GmbH erhältlich. Die Nebenwirkungen von Tenofovirdisoproxilmaleat/Emtricitabin sollten bei der Behandlung immer mitbeachtet werden.

Wirkstoffgruppe: Kombinationspräparate
Lesezeit: 2 Min.

Mögliche Nebenwirkungen

Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig≥ 1 von 10
Häufig1 bis 10 von 100
Gelegentlich1 bis 10 von 1.000
Selten1 bis 10 von 10.000
Sehr selten< 1 von 10.000
UnbekanntPost-Marketing-Meldungen

Sehr häufig

  • Durchfall, Erbrechen oder Übelkeit
  • Schwindelgefühl oder Kopfschmerzen
  • Hautausschlag
  • Schwächegefühl oder Müdigkeit

Häufig

  • Schmerzen oder Bauchschmerzen
  • Schlafprobleme oder ungewöhnliche Träume
  • Verdauungsbeschwerden wie Blähungen
  • Ausschlag mit Rötung, Blasen oder Schwellung
  • Juckreiz oder Änderung der Hautfarbe (dunkle Flecken)
  • Allergische Reaktionen wie Atemprobleme oder Schwellungen
  • Verminderte Knochendichte (Knochenabbau)

Gelegentlich

  • Starke Oberbauchschmerzen durch Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen
  • Anämie (zu wenige rote Blutkörperchen)
  • Muskelschmerzen oder Muskelschwäche durch Nierenschäden

Selten

  • Zu viel Milchsäure im Blut (Laktatazidose)
  • Fettleber
  • Gelbfärbung der Haut oder Augen, Juckreiz oder Schmerzen durch Leberentzündung
  • Nierenschäden bis zum Nierenversagen
  • Weichwerden der Knochen oder Knochenbrüche
  • Rückenschmerzen aufgrund von Nierenproblemen

Häufigkeit nicht abschätzbar

Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.

  • Knochenerkrankung mit Gelenkschmerzen und Bewegungseinschränkungen (Osteonekrose)
  • Gewichtszunahme oder Anstieg von Blutfett-/Blutzuckerwerten

Was ist Tenofovirdisoproxilmaleat/Emtricitabin?

Tenofovirdisoproxilmaleat/Emtricitabin ist ein Medikament, das zwei Wirkstoffe enthält und zur Behandlung sowie zur Vorbeugung einer HIV-Infektion eingesetzt wird. Es unterstützt dabei, die Virusvermehrung zu stoppen und hilft so, das Immunsystem zu schützen. Es ist kein Heilmittel, kann aber den Verlauf der Erkrankung günstig beeinflussen. Das Arzneimittel wird meist zusammen mit anderen HIV-Medikamenten eingenommen.

Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?

Achten Sie darauf, Tenofovirdisoproxilmaleat/Emtricitabin nicht einzunehmen, wenn Sie allergisch darauf reagieren oder bestimmte andere Medikamente gegen HIV verwenden. Vor der Vorbeugung muss ein HIV-Test gemacht werden, um sicherzustellen, dass Sie negativ sind. Informieren Sie Ihren Arzt über Nierenprobleme, Lebererkrankungen, Knochenerkrankungen oder wenn Sie weitere Medikamente nehmen. Bei Schwangeren und Stillenden sowie bei Kindern gelten besondere Hinweise.

Wie ist Tenofovirdisoproxilmaleat/Emtricitabin einzunehmen?

Nehmen Sie das Arzneimittel immer wie vom Arzt verordnet und möglichst zusammen mit einer Mahlzeit ein. In der Regel ist eine Tablette täglich ausreichend. Bei Schluckproblemen kann die Tablette zerdrückt und in etwas Wasser oder Saft aufgelöst werden. Lassen Sie keine Dosis aus und brechen Sie die Einnahme nicht eigenständig ab – bei Unsicherheiten sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Wie ist Tenofovirdisoproxilmaleat/Emtricitabin aufzubewahren?

Bewahren Sie das Medikament außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Lagern Sie es nicht über 25°C und immer in der Originalpackung, damit es vor Feuchtigkeit geschützt bleibt. Nach dem Öffnen sollten Sie die Tabletten innerhalb von 90 Tagen aufbrauchen. Entsorgen Sie Arzneimittelreste nicht im Hausmüll, sondern fragen Sie Ihren Apotheker, wie dies umweltgerecht funktioniert.

Quellen & Referenzen

Stand der Fachinformation: 29. Juli 2025

Über diesen Artikel

Verfasst von

Redaktionsteam

Medizinredaktion nebenwirkungen-info.de

Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.