Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.
Tamoxifen
Nebenwirkungen
Tamoxifen ist ein bewährtes Arzneimittel zur Therapie von Brustkrebs und wird häufig nach einer Erstbehandlung oder bei Metastasen eingesetzt. Es greift gezielt in den Hormonhaushalt ein und hilft, das Wachstum bestimmter Tumore zu hemmen. Besonders bekannt ist Tamoxifen durch Präparate wie Tamoxifen 10mg HEXAL Filmtabletten und Tamoxifen 20mg HEXAL Filmtabletten, HEXAL AG. Informieren Sie sich hier über die wichtigsten Aspekte und mögliche Nebenwirkungen von Tamoxifen.
-
Wirkstoffgruppe: Zytostatika (Krebstherapie)
Mögliche Nebenwirkungen
Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig
- Übelkeit
- Hautausschläge
- Wassereinlagerungen (Schwellungen)
- Hitzewallungen
- Müdigkeit oder Erschöpfung
- Ausfluss oder Blutungen aus der Scheide
- Regelbeschwerden bis zum Ausbleiben der Monatsblutung
- Traurige Stimmung oder Depressionen
Häufig
- Blutarmut
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Kribbeln oder verändertes Empfinden auf der Haut, veränderter Geschmack
- Sehstörungen wie Linsentrübungen, Änderungen der Netzhaut
- Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung
- Haarausfall
- Allergische Reaktionen (z. B. Schwellungen)
- Muskelschmerzen
- Erhöhte Blutfettwerte
- Durchblutungsstörungen im Gehirn
- Muskelkrämpfe
- Blutgerinnsel oder Thrombosen
- Veränderungen der Leberwerte
- Juckreiz im Intimbereich
- Vergrößerung von gutartigen Tumoren in der Gebärmutter
- Wucherungen in der Gebärmutter oder Polypen
Gelegentlich
- Weniger weiße Blutkörperchen oder Blutplättchen
- Lungenentzündung
- Erhöhter Kalziumgehalt im Blut, besonders zu Beginn der Behandlung
- Schlaganfall
- Schwere chronische Lebererkrankung
- Krebs der Gebärmutterschleimhaut
Selten
- Starker Rückgang bestimmter weißer Blutzellen
- Entzündung oder Schädigung des Sehnervs, in Ausnahmefällen Blindheit
- Entzündung kleiner Blutgefäße in der Haut
- Knochen- und Gewebeschmerzen zu Beginn der Behandlung
- Störungen des Gallenabflusses, Leberentzündung, Gelbsucht, schwere Leberschäden
- Zysten an den Eierstöcken
- Sehr seltene bösartige Tumoren der Gebärmutter
- Gutartige Polypen in der Scheide
Sehr selten
- Schwere Veränderungen des Blutbilds
- Starke Erhöhung der Blutfettwerte, manchmal mit Entzündung der Bauchspeicheldrüse
- Stoffwechselstörung, die zur Bildung von Blasen auf lichtempfindlicher Haut führen kann
- Entzündung der Haut, besonders auf sonnenexponierten Stellen (Lupus erythematodes)
- Hautausschlag nach vorheriger Strahlentherapie
Was ist Tamoxifen?
Tamoxifen wird zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt. Es hilft, das Tumorwachstum zu bremsen, sowohl nach der ersten Krebstherapie als auch bei bereits gestreuten Tumorzellen. Man verwendet Tamoxifen unterstützend sowie bei Tochtergeschwülsten.
Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?
Achten Sie darauf, Tamoxifen nicht einzunehmen, wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff sind oder schwanger beziehungsweise stillend sind. Vor der ersten Anwendung und auch während der Behandlung sollten Sie regelmäßige ärztliche Kontrollen wahrnehmen. Informieren Sie Ihren Arzt über andere Arzneimittel, die Sie einnehmen, da Wechselwirkungen möglich sind. Für Kinder und Jugendliche ist Tamoxifen nicht geeignet.
Wie ist Tamoxifen einzunehmen?
Nehmen Sie Tamoxifen immer genau nach Anweisung des Arztes ein, meist einmal täglich mit einem Glas Wasser zu einer Mahlzeit. Die übliche Dosis liegt zwischen 20 und 40 mg pro Tag. Brechen Sie die Behandlung nicht eigenständig ab und holen Sie bei Unsicherheiten ärztlichen Rat ein.
Wie ist Tamoxifen aufzubewahren?
Bewahren Sie Tamoxifen für Kinder unzugänglich auf. Sie sollten das Medikament nicht mehr verwenden, wenn das auf der Verpackung angegebene Verfallsdatum überschritten ist. Für Tamoxifen gelten keine besonderen Lagerbedingungen. Entsorgen Sie es umweltgerecht und niemals im Abwasser.
Wichtige Wechselwirkungen
Tamoxifen sollte nicht zusammen mit Paroxetin, Fluoxetin oder Bupropion eingenommen werden, da eine Verringerung der Wirksamkeit von Tamoxifen nicht ausgeschlossen werden kann. Wenn Sie solche Arzneimittel gegen Depressionen oder zur Unterstützung der Raucherentwöhnung einnehmen, sollte Ihr Arzt die Kombination prüfen. Die Fachinformation nennt außerdem, dass bei gleichzeitiger Chemotherapie das Risiko für Thrombosen und Embolien erhöht sein kann. Wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, sprechen Sie vorab mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn Schwellungen im Gesicht, an den Lippen, der Zunge oder im Rachen auftreten oder wenn Sie Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen haben. Das gilt auch bei schwerwiegenden Hautreaktionen wie rötlichen, zielscheibenartigen Flecken, Blasen, Hautabschuppung oder Geschwüren im Mund, an den Augen oder im Genitalbereich. Lassen Sie Blutungen nach den Wechseljahren oder unregelmäßige Blutungen vor den Wechseljahren sofort frauenärztlich abklären. Auch wenn sich Ihre Sehkraft während der Behandlung verändert, sollten Sie dringend augenärztlich untersucht werden.
Steckbrief: Tamoxifen
- Wirkstoffgruppe
- Anti-Östrogen
- Anwendungsgebiet
- Behandlung von Brustkrebs; unterstützende Behandlung nach der Erstbehandlung eines Brustdrüsentumors; Behandlung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) eines Brustdrüsentumors
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Rezeptpflicht
- Ja
- Häufigste Nebenwirkung
- Übelkeit
Häufige Fragen
Wofür wird Tamoxifen angewendet?
Tamoxifen wird zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt. Es wird unterstützend nach der Erstbehandlung eines Brustdrüsentumors angewendet und auch zur Behandlung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) eines Brustdrüsentumors.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Wie wirkt Tamoxifen?
Tamoxifen beeinflusst die Wirkung der körpereigenen weiblichen Sexualhormone (Östrogene). Es hemmt die östrogenbedingte Förderung des Wachstums von Brustkrebszellen und wird deshalb auch als Anti-Östrogen bezeichnet.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Wann darf Tamoxifen nicht eingenommen werden?
Tamoxifen darf nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch gegen Tamoxifen oder einen der sonstigen Bestandteile sind. Es darf auch nicht in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit angewendet werden. Kinder und Jugendliche dürfen nicht mit Tamoxifen behandelt werden.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Arzneimittel können die Wirkung von Tamoxifen beeinträchtigen?
Eine gleichzeitige Gabe mit Paroxetin, Fluoxetin oder Bupropion sollte vermieden werden, weil eine Verringerung der Wirksamkeit von Tamoxifen nicht ausgeschlossen werden kann.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Beschwerden müssen sofort ärztlich abgeklärt werden?
Sofort ärztliche Hilfe ist nötig bei Schwellungen im Gesicht, an den Lippen, der Zunge oder im Rachen sowie bei Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen. Auch schwerwiegende Hautreaktionen mit rötlichen Flecken, Blasen, Hautabschuppung oder Geschwüren im Mund, an den Augen, an der Nase oder im Genitalbereich müssen umgehend abgeklärt werden.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche häufigen Nebenwirkungen sind beschrieben?
Zu den sehr häufigen Nebenwirkungen gehören unter anderem Übelkeit, Hautausschlag, Flüssigkeitsanreicherung im Gewebe, Hitzewallungen, Erschöpfung, Ausfluss aus der Scheide, Blutungen aus der Scheide, Unregelmäßigkeiten der Regelblutung bis hin zur Unterdrückung vor den Wechseljahren und Depressionen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Was ist bei Veränderungen der Sehkraft zu tun?
Wenn sich während der Behandlung die Sehkraft verändert, sollten Sie sich dringend augenärztlich untersuchen lassen. Manche im Frühstadium erkannte Veränderungen können sich nach dem Absetzen zurückbilden; vor Behandlungsbeginn wird eine augenärztliche Untersuchung empfohlen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Kontrollen sind während der Behandlung vorgesehen?
Während der Anwendung sollen Blutbild, Kalziumgehalt im Blut und Leberfunktion regelmäßig vom Arzt kontrolliert werden. Eine Kontrolle der Triglyceride im Serum kann sinnvoll sein.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Quellen & Referenzen
- Offizielle Fachinformation: patienteninfo-service.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Europäische Arzneimittel-Agentur: ema.europa.eu
Stand der Fachinformation: 17. April 2026
Über diesen Artikel
Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.