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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Lercanidipin
Nebenwirkungen

Aktualisiert: 17. April 2026

Lercanidipin ist ein moderner Wirkstoff zur Behandlung von Bluthochdruck. Es sorgt dafür, dass die Blutgefäße sich entspannen und der Blutdruck gesenkt wird. Präparate wie Carmen® 10 mg/-20 mg (Berlin-Chemie AG) enthalten diesen Wirkstoff. Auch wenn das Medikament gut vertragen wird, sollten Sie die möglichen Nebenwirkungen von Lercanidipin kennen.

Wirkstoffgruppe: Kalziumkanalblocker
Anwendung: Behandlung von zu hohem Blutdruck (Hypertonie) bei Erwachsenen über 18 Jahren
Darreichung: Filmtabletten
Rezept: Ja
Lesezeit: 3 Min.

Mögliche Nebenwirkungen

Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig≥ 1 von 10
Häufig1 bis 10 von 100
Gelegentlich1 bis 10 von 1.000
Selten1 bis 10 von 10.000
Sehr selten< 1 von 10.000
UnbekanntPost-Marketing-Meldungen

Häufig

  • Kopfschmerzen
  • Herzklopfen oder Herzrasen
  • Gefühl von Herzstolpern
  • Rötung oder Hitzegefühl im Gesicht, Hals oder Brust
  • Schwellungen an den Fußknöcheln

Gelegentlich

  • Schwindelgefühl
  • Niedriger Blutdruck
  • Sodbrennen
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Hautausschlag oder Juckreiz
  • Muskelbeschwerden
  • Häufigeres Wasserlassen
  • Schwäche oder Müdigkeit

Selten

  • Schläfrigkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Nesselsucht (juckende Hautschwellungen)
  • Häufigeres Wasserlassen
  • Brustschmerzen
  • Brustenge
  • Allergische Reaktionen (z. B. Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht)
  • Ohnmacht

Häufigkeit nicht abschätzbar

Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.

  • Geschwollenes Zahnfleisch
  • Veränderte Leberwerte (Bluttest)
  • Trübe Flüssigkeit bei Bauchdialyse
  • Schwellung im Gesicht, an Lippen, Zunge oder Rachen (Atem-/Schluckprobleme möglich)

Was ist Lercanidipin?

Lercanidipin gehört zu den Wirkstoffen, die den Blutdruck senken, indem sie die Blutgefäße erweitern. Der Wirkstoff wird bei Erwachsenen zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist Lercanidipin nicht geeignet.

Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?

Nehmen Sie Lercanidipin nicht ein, wenn Sie gegen den Wirkstoff oder bestimmte andere Zutaten allergisch sind oder schwere Herz-, Leber- oder Nierenprobleme haben. Auch bestimmte Arzneimittel und Grapefruit dürfen nicht zusammen mit Lercanidipin eingenommen werden. Informieren Sie Ihren Arzt immer über Ihre anderen Medikamente. Während der Einnahme kann Schwindel auftreten – setzen Sie sich dann nicht ans Steuer.

Wie ist Lercanidipin einzunehmen?

Nehmen Sie Lercanidipin immer wie mit Ihrem Arzt besprochen ein – meist morgens und auf nüchternen Magen, mindestens 15 Minuten vor dem Frühstück. Schlucken Sie die Tablette mit ausreichend Wasser. Nehmen Sie nicht mehr als verordnet! Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie diese nicht nach, sondern fahren Sie wie gewohnt fort. Wenn Sie die Einnahme abbrechen, sprechen Sie zuerst mit Ihrem Arzt.

Wie ist Lercanidipin aufzubewahren?

Bewahren Sie Lercanidipin außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Lagern Sie das Medikament in der Originalverpackung, um es vor Licht zu schützen, und beachten Sie das Verfallsdatum. Entsorgen Sie nicht benötigte Tabletten umweltschonend, zum Beispiel über die Apotheke – niemals über den Abfluss.

Wichtige Wechselwirkungen

Lercanidipin darf nicht zusammen mit Grapefruit oder Grapefruitsaft eingenommen werden, weil sich die blutdrucksenkende Wirkung verstärken kann. Bestimmte Arzneimittel gegen Pilzinfektionen wie Ketoconazol oder Itraconazol sind ebenfalls problematisch. Gleiches gilt für einige Makrolid-Antibiotika wie Erythromycin, Troleandomycin oder Clarithromycin sowie für das Virenmittel Ritonavir. Auch Ciclosporin beziehungsweise Cyclosporin darf nicht gleichzeitig eingenommen werden. Vorsicht ist außerdem bei anderen Blutdruckmitteln, Betablockern wie Metoprolol, Cimetidin in höheren Dosen, Digoxin, Amiodaron, Chinidin, Sotalol, Midazolam, Simvastatin, Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Rifampicin, Astemizol und Terfenadin geboten.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn Sie Zeichen einer allergischen Reaktion bemerken, zum Beispiel Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht oder Schwellungen von Gesicht, Lippe, Zunge oder Rachen mit Atem- oder Schluckbeschwerden. Auch Ohnmacht soll unverzüglich ärztlich abgeklärt werden. Ebenfalls sofort zum Arzt sollten Sie bei Angina pectoris mit Engegefühl im Brustkorb gehen. Wenn Sie bereits Angina pectoris haben und die Anfälle häufiger, länger oder stärker werden, ist ebenfalls rasch ärztliche Hilfe nötig. Vereinzelt können Herzinfarkte auftreten; auch dann ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich.

Steckbrief: Lercanidipin

Wirkstoffgruppe
Calciumkanalblocker vom Dihydropyridin-Typ
Anwendungsgebiet
Behandlung von zu hohem Blutdruck (Hypertonie) bei Erwachsenen über 18 Jahren
Darreichungsform
Filmtabletten
Rezeptpflicht
Ja
Häufigste Nebenwirkung
Kopfschmerzen

Häufige Fragen

Wofür wird Lercanidipin angewendet?

Lercanidipin wird zur Behandlung von zu hohem Blutdruck bei Erwachsenen über 18 Jahren eingesetzt. Es gehört zu den Calciumkanalblockern vom Dihydropyridin-Typ.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Darf Lercanidipin bei Kindern und Jugendlichen angewendet werden?

Nein. Die Anwendung wird für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht empfohlen; die Sicherheit und Wirksamkeit ist dort nicht erwiesen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wann darf Lercanidipin nicht eingenommen werden?

Lercanidipin darf nicht eingenommen werden bei Allergie gegen den Wirkstoff, bei bestimmten schweren Herzleiden, bei schweren Leber- oder Nierenproblemen, während Dialyse, zusammen mit bestimmten Arzneimitteln, die den Leberstoffwechsel hemmen, mit Ciclosporin oder Cyclosporin sowie mit Grapefruit oder Grapefruitsaft.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Nebenwirkungen kommen häufig vor?

Häufig sind Kopfschmerzen, schneller Herzschlag, Herzklopfen, Hitzegefühl und angeschwollene Fußknöchel.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Nebenwirkungen sind selten, aber ernst zu nehmen?

Selten können Angina pectoris, allergische Reaktionen und Ohnmacht auftreten. Bei bestehenden Brustschmerzen können Häufigkeit, Dauer oder Schwere der Anfälle zunehmen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Kann ich Lercanidipin mit Alkohol einnehmen?

Nein. Alkohol kann die Wirkung von Lercanidipin verstärken; während der Behandlung soll kein Alkohol getrunken werden.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Was ist bei Schwangerschaft und Stillzeit zu beachten?

Lercanidipin wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen und soll in der Stillzeit nicht angewendet werden. Wenn Sie schwanger sind, stillen, schwanger werden könnten oder eine Schwangerschaft planen, sollen Sie vorher Ihren Arzt oder Apotheker fragen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Darreichungsformen und Stärken gibt es?

Lercanidipin liegt als Filmtablette vor. In der Fachinformation werden 10 mg und 20 mg genannt.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Quellen & Referenzen

Stand der Fachinformation: 17. April 2026

Über diesen Artikel

Verfasst von

Redaktionsteam

Medizinredaktion nebenwirkungen-info.de

Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.