Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.
Atorvastatin
Nebenwirkungen
Atorvastatin ist eines der am häufigsten eingesetzten Medikamente zur Senkung des Cholesterinspiegels. Es wird vor allem verschrieben, wenn eine Lebensstiländerung allein nicht ausreicht, um Herz-Kreislauf-Risiken zu senken. In bekannten Präparaten wie Atoris® und Atorvastatin-1A Pharma wirkt Atorvastatin, indem es schädliche Blutfette senkt und so das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall reduziert. Über die möglichen Nebenwirkungen von Atorvastatin sollten Sie gut informiert sein.
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Wirkstoffgruppe: Statine (Cholesterinsenker)
Mögliche Nebenwirkungen
Was bedeuten die Häufigkeiten?
Häufig
- Entzündung oder Reizung der Nase, Halsschmerzen, Nasenbluten
- Allergische Reaktionen
- Erhöhter Blutzucker
- Erhöhte Leberwerte bei Blutuntersuchung
- Kopfschmerzen
- Übelkeit, Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall
- Gelenk-, Muskel- oder Rückenschmerzen
- Schwellungen in den Gelenken, Muskelkrämpfe
Gelegentlich
- Appetitlosigkeit oder Gewichtszunahme
- Niedriger Blutzucker
- Albträume, Schlaflosigkeit
- Schwindel, Taubheitsgefühl, Kribbeln in Fingern und Zehen
- Gedächtnisprobleme, verändertes Geschmacksempfinden
- Verschwommenes Sehen, Ohrgeräusche
- Erbrechen, Aufstoßen, Bauchschmerzen
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse (starke Magenschmerzen)
- Leberentzündung
- Hautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, Haarausfall
- Nackenschmerzen, Muskelschwäche
- Schwächegefühl, Erschöpfung, Fieber
- Schwellungen an den Knöcheln
- Nachweis von weißen Blutkörperchen im Urin
Selten
- Starke allergische Reaktionen mit Schwellungen im Gesicht, Hals, Zunge und Atemnot
- Schwerer Ausschlag mit Blasenbildung auf Haut und Schleimhäuten
- Starke Muskelschmerzen, Schwäche oder dunkler Urin (Anzeichen für schweren Muskelschaden)
- Sehstörungen
- Blutergüsse oder ungewöhnliche Blutungen
- Gelbfärbung der Haut oder Augen
- Verletzungen der Sehnen
Sehr selten
- Plötzliche schwere allergische Reaktion mit Atemnot und Schwellungen
- Hörverlust
- Brustvergrößerung bei Männern
- Probleme mit Blutungen, Müdigkeit, Appetitverlust, Bauchschmerzen, Gelbfärbung der Haut (Hinweis auf Leberschaden)
- Lupus-ähnliche Krankheitszeichen (Hautausschlag, Gelenkbeschwerden, Blutbildveränderungen)
Häufigkeit nicht abschätzbar
Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.
- Anhaltende Muskelschwäche
- Muskelschwäche auch der Augen oder Atemmuskeln (Myasthenie)
- Störungen der Sexualfunktion
- Depressionen
- Atemprobleme wie dauerhafter Husten oder Kurzatmigkeit
- Blutzuckererkrankung (Diabetes), besonders bei Risikofaktoren
Was ist Atorvastatin?
Atorvastatin ist ein Medikament, das zur Familie der Statine gehört. Es senkt gezielt Ihr Cholesterin und andere Blutfette, wenn eine fettarme Ernährung allein nicht genügt. Auch das Risiko für Herzkrankheiten kann gesenkt werden, selbst bei normalen Cholesterinwerten. Wichtig ist, die empfohlene Ernährung während der Behandlung beizubehalten.
Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?
Nehmen Sie Atorvastatin nicht ein, wenn Sie allergisch dagegen sind, Leberprobleme haben, schwanger sind oder stillen. Informieren Sie Ihren Arzt über alle anderen Medikamente, die Sie nehmen, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden. Achten Sie auf Alkohol und trinken Sie nicht zu viel Grapefruitsaft, da dies die Wirkung verstärken kann. Bei Anzeichen von Muskelschmerzen oder -schwäche sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.
Wie ist Atorvastatin einzunehmen?
Beginnen Sie mit einer cholesterinarmen Ernährung und nehmen Sie Atorvastatin wie vom Arzt verordnet einmal täglich ein. Die Tablette kann zu einer beliebigen Tageszeit, mit oder ohne Essen, eingenommen werden – am besten immer zur gleichen Zeit. Wenn Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie nicht doppelt nach. Bei Unsicherheiten sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Wie ist Atorvastatin aufzubewahren?
Bewahren Sie Atorvastatin außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Verwenden Sie es nicht nach Ablauf des Verfallsdatums. Es sind keine besonderen Lagerungsbedingungen nötig. Entsorgen Sie nicht mehr benötigte Tabletten umweltschonend, beispielsweise über die Apotheke.
Wichtige Wechselwirkungen
Atorvastatin darf nicht zusammen mit Glecaprevir/Pibrentasvir eingenommen werden. Auch Fusidinsäure ist problematisch: Wenn Sie dieses Antibiotikum einnehmen oder in den letzten 7 Tagen bekommen haben, kann die Kombination mit Atorvastatin zu schweren Muskelproblemen bis hin zur Rhabdomyolyse führen. Sagen Sie Ihrem Arzt außerdem Bescheid, wenn Sie andere blutfettsenkende Arzneimittel wie andere Statine oder Fibrate einnehmen, denn auch dabei kann das Risiko für Muskelbeschwerden steigen. Die Fachinformation nennt zusätzlich, dass bestimmte Arzneimittel die Wirkung von Atorvastatin verändern können oder umgekehrt.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Brechen Sie Atorvastatin ab und suchen Sie sofort einen Arzt oder die Notaufnahme auf, wenn Schwellungen im Gesicht, an der Zunge oder im Hals auftreten und Sie schlecht atmen können. Ebenfalls sofort abklären lassen sollten Sie schwere Hautreaktionen mit Blasen, Hautablösung oder Fieber. Bei Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Druckempfindlichkeit oder rotbraunem Urin, vor allem zusammen mit Unwohlsein oder Fieber, ist rasche ärztliche Hilfe nötig. Auch unerwartete Blutungen oder Blutergüsse können auf Leberschäden hinweisen und sollten schnell ärztlich beurteilt werden.
Steckbrief: Atorvastatin
- Wirkstoffgruppe
- Statin
- Anwendungsgebiet
- Senkung von Cholesterin und Triglyceriden, wenn fettarme Ernährung und Lebensstiländerung allein nicht ausreichen; außerdem Verringerung des Risikos für Herzkrankheiten bei erhöhtem Risiko auch bei normalen Cholesterinwerten
- Darreichungsform
- Filmtabletten
- Rezeptpflicht
- Ja
- Häufigste Nebenwirkung
- Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen
Häufige Fragen
Wofür wird Atorvastatin angewendet?
Atorvastatin wird angewendet, um Cholesterin und Triglyceride zu senken, wenn eine fettarme Ernährung und eine Umstellung des Lebensstils allein nicht ausreichen. Bei erhöhtem Risiko für Herzkrankheiten kann es auch bei normalen Cholesterinwerten eingesetzt werden, um dieses Risiko zu verringern.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Muss ich meine Ernährung während der Behandlung ändern?
Nein, die Fachinformation sagt nicht, dass Sie eine neue Diät beginnen müssen. Sie sollen die übliche cholesterinbewusste Ernährung während der Behandlung fortführen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Wann darf Atorvastatin nicht eingenommen werden?
Atorvastatin darf nicht eingenommen werden bei Allergie gegen Atorvastatin oder ähnliche blutfettsenkende Arzneimittel, bei bestehender oder früherer Lebererkrankung, bei ungeklärten Leberwertveränderungen, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei fehlender ausreichender Schwangerschaftsverhütung. Auch die gleichzeitige Behandlung mit Glecaprevir/Pibrentasvir ist ausgeschlossen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Beschwerden können auf eine schwere Muskelreaktion hinweisen?
Warnzeichen sind Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Druckempfindlichkeit oder ein Muskelriss sowie rotbrauner Urin. Wenn diese Beschwerden zusammen mit Unwohlsein oder Fieber auftreten, kann das auf Rhabdomyolyse hindeuten.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Nebenwirkungen kommen häufig vor?
Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen Entzündung der Luftwege in der Nase, Halsschmerzen, Nasenbluten, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörungen, Durchfall sowie Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen. Auch Veränderungen von Blutwerten, die auf eine gestörte Leberfunktion hinweisen können, werden genannt.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Kann Atorvastatin den Blutzucker beeinflussen?
Ja. In der Fachinformation werden ein Anstieg des Blutzuckerspiegels und auch eine Erniedrigung des Blutzuckerspiegels als mögliche Nebenwirkungen genannt. Wenn Sie Diabetes haben, soll Ihr Blutzucker weiterhin genau überwacht werden.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche seltenen oder sehr seltenen Nebenwirkungen sind beschrieben?
Selten genannt werden schwere allergische Reaktionen, schwere Hautreaktionen, Rhabdomyolyse, ungewöhnliche Blutungen oder Blutergüsse, Gelbfärbung der Haut oder des Augenweißes und Sehstörungen. Sehr selten werden unter anderem ein lupus-ähnliches Syndrom, Hörverlust und Brustvergrößerung bei Männern beschrieben.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Quellen & Referenzen
- Offizielle Fachinformation: patienteninfo-service.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Europäische Arzneimittel-Agentur: ema.europa.eu
Stand der Fachinformation: 17. April 2026
Über diesen Artikel
Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.