Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.
Valsartan
Nebenwirkungen
Valsartan ist ein bewährter Wirkstoff zur Behandlung von Bluthochdruck und bestimmten Herzerkrankungen. Er unterstützt dabei, den Blutdruck zu senken und das Herz zu entlasten. Valsartan ist in bekannten Präparaten wie DIOVAN® Tabletten und Lösungen oder Valsacor® Filmtabletten enthalten. Informieren Sie sich hier umfassend über Wirkweise, Dosierung sowie über die Nebenwirkungen von Valsartan.
Mögliche Nebenwirkungen
Was bedeuten die Häufigkeiten?
Häufig
- Schwindel
- Niedriger Blutdruck (manchmal mit Schwindel oder Ohnmacht beim Aufstehen)
- Verschlechterte Nierenfunktion
Gelegentlich
- Allergische Schwellungen im Gesicht, an Lippen, Zunge oder Rachen (Angioödem)
- Plötzliche Bewusstlosigkeit
- Drehschwindel
- Starke Verschlechterung der Nierenfunktion
- Muskelkrämpfe oder Herzrhythmusstörungen (besonders bei erhöhtem Kalium)
- Atemnot, Probleme beim Atmen im Liegen, geschwollene Füße oder Beine (Anzeichen für Herzschwäche)
- Kopfschmerzen
- Husten
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Durchfall
- Müdigkeit
- Schwächegefühl
Sehr selten
- Schwellung im Bauch mit Beschwerden wie Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
Häufigkeit nicht abschätzbar
Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.
- Blasenbildung der Haut
- Allergische Reaktionen auf der Haut, Fieber, schmerzhafte/geschwollene Gelenke und Muskeln, grippeartige Beschwerden
- Kleine punktförmige Hautblutungen, Fieber und Juckreiz (Anzeichen für eine Gefäßentzündung)
- Ungewöhnliche Blutungen oder blaue Flecken durch niedrige Blutplättchen
- Muskelschmerzen
- Fieber, Halsschmerzen oder offene Stellen im Mund (wegen zu wenig weißer Blutkörperchen)
- Blutarmut durch niedrige rote Blutkörperchen
- Erhöhtes Kalium im Blut (kann Muskelkrämpfe und Herzprobleme verursachen)
- Erhöhte Leberwerte oder Gelbfärbung der Haut/Augen
- Erhöhte Werte für Harnstoff und Kreatinin (Hinweis auf Nierenprobleme)
- Zu niedriger Natriumwert (kann Müdigkeit, Verwirrtheit, Muskelzucken oder Krämpfe auslösen)
Was ist Valsartan?
Valsartan ist ein Wirkstoff aus der Klasse der sogenannten Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker. Er wird eingesetzt zur Behandlung von Bluthochdruck bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren. Außerdem kann er nach einem Herzinfarkt sowie bei einer Herzschwäche zur Anwendung kommen, insbesondere, wenn andere Behandlungsoptionen nicht geeignet sind. Valsartan senkt den Blutdruck und schützt damit Organe wie Herz und Nieren vor Schäden.
Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?
Achten Sie darauf, Valsartan nicht einzunehmen, wenn Sie allergisch darauf reagieren, eine schwere Lebererkrankung haben oder schwanger sind. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie nehmen, denn manche Kombinationen können riskant sein. Ihr Arzt wird regelmäßig Nierenfunktion, Elektrolyte und Blutdruck kontrollieren, besonders wenn Sie Begleiterkrankungen haben. Sprechen Sie ihn an, wenn Sie Beschwerden wie Schwellungen, Fieber, Bauchschmerzen oder andere ungewöhnliche Symptome feststellen.
Wie ist Valsartan einzunehmen?
Nehmen Sie Valsartan immer genau wie vom Arzt verordnet ein, meist einmal täglich zur gleichen Uhrzeit. Die Dosierung richtet sich nach Ihrer Erkrankung und kann bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unterschiedlich sein. Sie können das Medikament mit oder ohne Nahrung einnehmen. Falls Sie eine Dosis vergessen, holen Sie diese so bald wie möglich nach, aber verdoppeln Sie die Dosis nicht.
Wie ist Valsartan aufzubewahren?
Bewahren Sie Valsartan außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Lagern Sie das Medikament nicht über 30°C und schützen Sie es vor Feuchtigkeit, am besten in der Originalverpackung. Nutzen Sie das Arzneimittel nicht mehr nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum. Entsorgen Sie angebrochene oder abgelaufene Medikamente umweltgerecht, am besten über die Apotheke.
Wichtige Wechselwirkungen
Valsartan kann mit anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln zusammenwirken, vor allem mit harntreibenden Mitteln (Diuretika), ACE-Hemmern wie Enalapril, Lisinopril oder Ramipril sowie mit Aliskiren. Auch Arzneimittel, die den Kaliumspiegel erhöhen, können problematisch sein, zum Beispiel Kaliumpräparate, kaliumhaltige Salzersatzmittel, kaliumsparende Arzneimittel und Heparin. Ihr Arzt muss dann unter Umständen die Dosis anpassen und die Nierenfunktion, den Blutdruck und die Elektrolyte im Blut kontrollieren. Wenn Sie mehrere Blutdruckmittel gleichzeitig einnehmen, kann der Blutdruck stärker absinken als gewünscht.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn Zeichen eines Angioödems auftreten, zum Beispiel Schwellungen im Gesicht, an den Lippen, der Zunge oder im Rachen. Auch Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken, Nesselsucht oder starker Juckreiz sind ein Warnsignal. Brechen Sie Valsartan dann ab und lassen Sie sich unverzüglich ärztlich behandeln. Wenn Sie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall nach der Einnahme bemerken, soll Ihr Arzt über die weitere Behandlung entscheiden. Bei Verdacht auf Schwangerschaft sollten Sie ebenfalls ärztlichen Rat einholen, da Valsartan in der frühen Schwangerschaft nicht empfohlen wird und nach dem dritten Schwangerschaftsmonat nicht mehr eingenommen werden darf.
Steckbrief: Valsartan
- Wirkstoffgruppe
- Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist
- Anwendungsgebiet
- Behandlung von hohem Blutdruck bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 1 bis unter 18 Jahren
- Darreichungsform
- Lösung zum Einnehmen
- Rezeptpflicht
- Ja
- Häufigste Nebenwirkung
- Schwindel
Häufige Fragen
Wofür wird Valsartan angewendet?
Valsartan wird zur Behandlung eines hohen Blutdrucks eingesetzt. Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 1 bis unter 18 Jahren kann es als Lösung zum Einnehmen verwendet werden. Es senkt den Blutdruck, indem es die Wirkung von Angiotensin II blockiert und dadurch die Blutgefäße erweitert.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Wer darf Valsartan nicht einnehmen?
Valsartan darf nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch gegen Valsartan oder einen der sonstigen Bestandteile sind. Es darf auch nicht bei schwerer Lebererkrankung, in den letzten 6 Monaten der Schwangerschaft oder bei Diabetes mellitus beziehungsweise eingeschränkter Nierenfunktion zusammen mit Aliskiren angewendet werden.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Warnzeichen sprechen für eine schwere Nebenwirkung?
Anzeichen eines Angioödems sind ein Notfall. Dazu gehören Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen sowie Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken, Nesselsucht und Juckreiz. Dann sollen Sie Valsartan absetzen und sofort ärztliche Hilfe suchen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Nebenwirkungen kommen häufig vor?
Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Schwindel, niedriger Blutdruck mit oder ohne Beschwerden wie Schwindel und Ohnmacht beim Aufstehen sowie eine herabgesetzte Nierenfunktion.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Kann Valsartan die Nieren beeinflussen?
Ja. In der Fachinformation werden eine herabgesetzte Nierenfunktion als häufige Nebenwirkung und eine stark verminderte Nierenfunktion bis hin zu akutem Nierenversagen als gelegentliche Nebenwirkung genannt. Ihr Arzt kann deshalb die Nierenfunktion regelmäßig kontrollieren.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Beschwerden können auf zu viel Kalium im Blut hinweisen?
Als mögliche Zeichen einer Hyperkaliämie nennt die Fachinformation Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen. Erhöhte Kaliumwerte im Blut werden außerdem als Nebenwirkung aufgeführt.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Was soll ich tun, wenn ich Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall bekomme?
Wenn Sie nach der Einnahme von Valsartan Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall bemerken, soll Ihr Arzt über die weitere Behandlung entscheiden. Sie sollen die Einnahme nicht eigenmächtig beenden.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Darf Valsartan in der Schwangerschaft verwendet werden?
Die Einnahme in der frühen Schwangerschaft wird nicht empfohlen. Ab dem dritten Schwangerschaftsmonat darf Valsartan nicht mehr eingenommen werden, weil es zu schweren Missbildungen beim ungeborenen Kind führen kann.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Quellen & Referenzen
- Offizielle Fachinformation: patienteninfo-service.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Europäische Arzneimittel-Agentur: ema.europa.eu
Stand der Fachinformation: 17. April 2026
Über diesen Artikel
Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.