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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Tramadol
Nebenwirkungen

Aktualisiert: 17. April 2026

Tramadol ist ein stark wirksames Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide, das bei mäßig starken bis starken Schmerzen eingesetzt wird. Es wird häufig verschrieben, wenn herkömmliche Schmerzmittel nicht ausreichen. Tramadol ist in Deutschland beispielsweise als Tramadol 100 ret-1A Pharma oder Tramadol 150 ret-1A Pharma erhältlich. Informieren Sie sich hier ausführlich über die Anwendung und typische Nebenwirkungen von Tramadol.

Anwendung: Behandlung von mäßig starken bis starken Schmerzen
Darreichung: Retardtabletten
Rezept: Ja
Lesezeit: 3 Min.

Mögliche Nebenwirkungen

Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig≥ 1 von 10
Häufig1 bis 10 von 100
Gelegentlich1 bis 10 von 1.000
Selten1 bis 10 von 10.000
Sehr selten< 1 von 10.000
UnbekanntPost-Marketing-Meldungen

Sehr häufig

  • Schwindel
  • Übelkeit

Häufig

  • Kopfschmerzen
  • Benommenheit
  • Erbrechen
  • Verstopfung
  • Mundtrockenheit
  • Schwitzen
  • Müdigkeit oder Erschöpfung

Gelegentlich

  • Herzklopfen
  • Schneller Herzschlag
  • Schwindel bei schnellem Aufstehen
  • Kreislaufprobleme
  • Brechreiz
  • Magenschmerzen oder Völlegefühl
  • Durchfall
  • Hautausschlag, Juckreiz oder Rötung

Selten

  • Verändertes Empfinden auf der Haut, wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl
  • Zittern
  • Muskelzucken
  • Konzentrations- oder Sprachprobleme
  • Ohnmacht
  • Verlangsamter Herzschlag
  • Blutdruckanstieg
  • Langsame oder erschwerte Atmung
  • Appetitveränderungen
  • Verschwommenes Sehen
  • Verengte oder erweiterte Pupillen
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • Weniger Urin als üblich
  • Allergische Reaktionen mit Atemnot, Schwellungen oder Schock
  • Wenig Muskelkraft

Sehr selten

  • Anstieg der Leberwerte

Häufigkeit nicht abschätzbar

Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.

  • Serotoninsyndrom (plötzliche Verwirrtheit, Fieber, Muskelzucken usw.)
  • Zu niedriger Blutzucker
  • Schluckauf

Was ist Tramadol?

Tramadol gehört zu den Opioid-Schmerzmitteln und hilft dabei, mäßig starke bis starke Schmerzen zu lindern. Es wirkt auf das Nervensystem und verändert, wie Schmerz im Gehirn wahrgenommen wird. Ärzte verschreiben Tramadol oft, wenn andere Schmerzmittel nicht ausreichen. Es steht in vielen verschiedenen Medikamenten zur Verfügung.

Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?

Achten Sie darauf, Tramadol nicht zu nehmen, wenn Sie allergisch dagegen sind, eine schwere Leber- oder Nierenerkrankung, unbehandelte Epilepsie oder eine Vergiftung durch Alkohol oder andere Beruhigungsmittel haben. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie andere Krankheiten haben oder weitere Arzneimittel nehmen, da es zu Wechselwirkungen kommen kann. Tramadol kann abhängig machen und die Reaktionsfähigkeit beeinflussen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte der Wirkstoff nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.

Wie ist Tramadol einzunehmen?

Nehmen Sie Tramadol immer genau wie von Ihrem Arzt verschrieben ein. Die kleinste wirksame Dosis wird gewählt und darf 400 mg pro Tag nicht überschreiten, außer Ihr Arzt sagt etwas anderes. Nehmen Sie das Mittel mit ausreichend Flüssigkeit ein – die Einnahme ist nicht von Mahlzeiten abhängig. Setzen Sie das Medikament nie eigenständig ab oder setzen Sie es plötzlich ab, sondern sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt.

Wie ist Tramadol aufzubewahren?

Bewahren Sie Tramadol immer außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Nutzen Sie es nicht mehr nach dem Verfallsdatum auf der Verpackung. Nach dem Öffnen ist es 3 Jahre haltbar. Entsorgen Sie Reste oder nicht mehr benötigtes Tramadol umweltgerecht, zum Beispiel über die Apotheke – werfen Sie es nicht in die Toilette oder ins Waschbecken.

Wichtige Wechselwirkungen

Tramadol darf nicht zusammen mit MAO-Hemmstoffen eingenommen werden, auch nicht innerhalb von 14 Tagen nach deren Absetzen. Vorsicht ist außerdem geboten bei Alkohol, Schlafmitteln, anderen Schmerzmitteln und Psychopharmaka, weil eine akute Vergiftung genannt wird. Auch bestimmte Antidepressiva können mit Tramadol wechselwirken, und das Risiko für ein Serotoninsyndrom steigt bei Kombination mit bestimmten Antidepressiva. Arzneimittel, die Krampfanfälle auslösen oder die Krampfschwelle senken, können das Risiko für epileptische Anfälle unter Tramadol erhöhen.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn Sie Zeichen einer allergischen Reaktion bemerken, zum Beispiel Schwellungen im Gesicht, an der Zunge oder im Rachen, Schluckbeschwerden oder Nesselsucht mit Atembeschwerden. Ebenfalls sofort ärztliche Hilfe brauchen Sie bei Symptomen eines Serotoninsyndroms, etwa Unruhe, Halluzinationen, Fieber, Muskelsteifheit, unwillkürlichem Zucken, instabilem Blutdruck oder Magen-Darm-Beschwerden. Wenn Sie oder andere Atempausen im Schlaf, nächtliches Erwachen wegen Kurzatmigkeit, Durchschlafstörungen oder übermäßige Tagesschläfrigkeit bemerken, sollen Sie Ihren Arzt kontaktieren. Auch bei extremer Müdigkeit, Appetitverlust, starken Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder niedrigem Blutdruck sollen Sie sich an Ihren Arzt wenden, weil das auf eine Nebenniereninsuffizienz hinweisen kann.

Steckbrief: Tramadol

Wirkstoffgruppe
Opioid-Schmerzmittel
Anwendungsgebiet
Behandlung von mäßig starken bis starken Schmerzen
Darreichungsform
Retardtabletten
Rezeptpflicht
Ja
Häufigste Nebenwirkung
Übelkeit und Schwindel

Häufige Fragen

Wofür wird Tramadol angewendet?

Tramadol wird zur Behandlung von mäßig starken bis starken Schmerzen angewendet.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Zu welcher Wirkstoffgruppe gehört Tramadol?

Tramadol ist ein zentralwirksames Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Darreichungsform liegt in der Fachinformation vor?

Beschrieben werden Retardtabletten.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Nebenwirkungen treten am häufigsten auf?

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Übelkeit und Schwindel.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wann darf Tramadol nicht eingenommen werden?

Tramadol darf nicht eingenommen werden bei Allergie gegen Tramadol, bei akuter Vergiftung durch Alkohol, Schlafmittel, Schmerzmittel oder andere Psychopharmaka, bei gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmstoffen oder innerhalb von 14 Tagen danach, bei nicht ausreichend kontrollierter Epilepsie und als Ersatzmittel beim Drogenentzug.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Kann Tramadol Krampfanfälle auslösen?

Ja. Es sind epileptische Anfälle beschrieben worden, auch bei empfohlener Dosis. Das Risiko kann steigen, wenn die empfohlene maximale Tagesdosis von 400 mg Tramadolhydrochlorid überschritten wird.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Beschwerden können auf ein Serotoninsyndrom hinweisen?

Genannt werden unter anderem Veränderungen des Gemütszustands wie Unruhe, Halluzinationen oder Koma, außerdem Fieber, beschleunigter Herzschlag, instabiler Blutdruck, unwillkürliches Zucken, Muskelsteifheit, Koordinationsstörungen sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche schweren allergischen Reaktionen sind beschrieben?

Genannt werden Schwellungen von Gesicht, Zunge und/oder Rachen, Schwierigkeiten beim Schlucken, Nesselsucht mit Atembeschwerden, Atemnot, pfeifende Atemgeräusche, Wasseransammlung im Gewebe und Schockreaktionen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Quellen & Referenzen

Stand der Fachinformation: 17. April 2026

Über diesen Artikel

Verfasst von

Redaktionsteam

Medizinredaktion nebenwirkungen-info.de

Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.