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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Torasemid
Nebenwirkungen

Aktualisiert: 17. April 2026

Torasemid ist ein bewährtes Medikament, das vor allem zur Entwässerung und Blutdrucksenkung eingesetzt wird. Es hilft, überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper zu entfernen und wird bei Herzproblemen oder Wassereinlagerungen verschrieben. Torasemid ist enthalten in bekannten Präparaten wie Torasemid HEXAL 100mg, Tabletten, HEXAL AG sowie Torasemid HEXAL 10mg, Tabletten, HEXAL AG. Informieren Sie sich hier zu den möglichen Nebenwirkungen von Torasemid, der Anwendung und wichtigen Hinweisen.

Anwendung: Behandlung von chronisch stark verminderter Nierenfunktion im Stadium vor der Dialyse und im Dialysestadium, insbesondere bei Ödemen durch Flüssigkeitsansammlung im Gewebe
Darreichung: Tabletten
Rezept: Ja
Lesezeit: 3 Min.

Mögliche Nebenwirkungen

Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig≥ 1 von 10
Häufig1 bis 10 von 100
Gelegentlich1 bis 10 von 1.000
Selten1 bis 10 von 10.000
Sehr selten< 1 von 10.000
UnbekanntPost-Marketing-Meldungen

Häufig

  • Störungen im Gleichgewicht von Wasser und Salzen, zum Beispiel Flüssigkeitsverlust oder ein Mangel an Kalium oder Natrium.
  • Muskelkrämpfe, besonders zu Beginn der Behandlung.
  • Erhöhte Werte von Harnsäure, Zucker oder Blutfetten im Blut.
  • Niedriger Kaliumwert bei bestimmten Risikofaktoren wie Erbrechen oder Durchfall.
  • Beschwerden im Magen-Darm-Trakt wie Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung.
  • Erhöhte Werte eines Leberenzyms (Gamma-GT) im Blut.
  • Zu Beginn der Behandlung: Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit oder Schwächegefühl.

Gelegentlich

  • Erhöhte Werte von Harnstoff und Kreatinin im Blut.
  • Probleme beim Wasserlassen bis zur vollständigen Blockade, besonders wenn schon Schwierigkeiten bestanden.
  • Trockener Mund.
  • Kribbeln oder Kältegefühl in Händen oder Füßen.

Sehr selten

  • Verminderung roter und weißer Blutkörperchen oder Blutplättchen (kann das Abwehrsystem und die Blutgerinnung beeinflussen).
  • Allergische Reaktionen wie Juckreiz, Hautausschlag, Lichtempfindlichkeit oder schwere Hautreaktionen.
  • Schwere, teils lebensgefährliche Allergie (anaphylaktischer Schock).
  • Blutgerinnselbildung (Thrombose).
  • Verwirrtheit.
  • Niedriger Blutdruck.
  • Durchblutungsstörungen von Herz oder Gehirn (kann zu Herzrhythmusstörungen, Brustschmerzen, Herzinfarkt oder kurzzeitigem Bewusstseinsverlust führen).
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse.
  • Sehstörungen.
  • Ohrgeräusche (Pfeifen, Tinnitus)
  • Hörverlust.

Was ist Torasemid?

Torasemid ist ein Medikament, das die Ausscheidung von Wasser über die Nieren fördert und den Blutdruck senkt. Es wird besonders bei Flüssigkeitsansammlungen im Körper (zum Beispiel bei Herzschwäche oder akuten Lungenproblemen) eingesetzt, wenn eine schnelle Wirkung über eine Infusion nötig ist. Torasemid hilft, überschüssiges Wasser aus dem Gewebe zu entfernen und so Beschwerden wie Schwellungen zu lindern.

Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?

Achten Sie darauf, Torasemid nicht anzuwenden, wenn Sie allergisch darauf reagieren oder bestimmte schwere Nieren- und Leberprobleme haben. Auch bei niedrigem Blutdruck, starkem Salz- oder Flüssigkeitsmangel und während der Stillzeit darf es nicht genommen werden. Informieren Sie Ihren Arzt über andere Medikamente, die Sie einnehmen, denn Torasemid kann mit vielen Arzneimitteln wechselwirken. Während der Behandlung wird Ihr Arzt regelmäßig Laborwerte kontrollieren, besonders wenn Sie älter sind oder Vorerkrankungen haben.

Wie ist Torasemid einzunehmen?

Torasemid wird immer nach ärztlicher Anweisung dosiert und meist als Infusion gegeben, wenn eine schnelle Ausleitung von Flüssigkeit nötig ist. Die Dosierung hängt von Ihrer Erkrankung und Ihren Nierenwerten ab und wird vom Arzt individuell angepasst. Während der Anwendung stehen Sie unter ärztlicher Kontrolle. Eine Überdosierung kann gefährlich sein – melden Sie sich sofort beim Arzt, falls Sie zu viel bekommen haben.

Wie ist Torasemid aufzubewahren?

Bewahren Sie Torasemid für Kinder unzugänglich auf und lagern Sie es nicht über 30°C. Nach dem Öffnen soll es sofort verwendet werden. Verwenden Sie das Medikament nicht mehr nach Ablauf des Verfallsdatums oder bei sichtbaren Veränderungen der Lösung. Entsorgen Sie alte Arzneimittel umweltschonend, zum Beispiel über die Apotheke.

Wichtige Wechselwirkungen

Torasemid kann mit mehreren Arzneimitteln in Wechselwirkung treten. Genannt werden unter anderem Mittel gegen Bluthochdruck, vor allem ACE-Hemmer wie Enalapril oder Captopril, sowie Arzneimittel, die die Pumpkraft des Herzens fördern, zum Beispiel Digitoxin, Digoxin oder Methyldigoxin. Auch Arzneimittel gegen Diabetes, Probenecid, Mittel gegen Entzündungen und Schmerzen wie Acetylsalicylsäure oder Indometacin sowie Lithium, Theophyllin und bestimmte Muskelrelaxanzien können betroffen sein. Außerdem nennt die Fachinformation einige Antibiotika, darunter Aminoglykoside und Cephalosporine, sowie Cisplatin. Wenn Sie solche Mittel einnehmen, sollte Ihr Arzt die Kombination prüfen.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn Sie Zeichen einer schweren allergischen Reaktion bemerken, zum Beispiel Juckreiz, Hautausschlag oder schwere Hautreaktionen. Auch bei Ohnmacht, Herzinfarkt, Angina pectoris, unregelmäßigem Herzschlag oder Kreislaufproblemen, besonders beim Aufstehen, sollten Sie umgehend ärztlich abgeklärt werden. Gleiches gilt bei Verwirrtheit oder wenn Sie den Eindruck haben, dass die Durchblutung des Gehirns nicht ausreicht. Wenn Nebenwirkungen auftreten, die Sie beunruhigen oder die nicht in der Packungsbeilage stehen, sollen Sie sich an Arzt oder Apotheker wenden.

Steckbrief: Torasemid

Wirkstoffgruppe
Diuretikum, harntreibendes Mittel
Anwendungsgebiet
Behandlung von chronisch stark verminderter Nierenfunktion im Stadium vor der Dialyse und im Dialysestadium, insbesondere bei Ödemen durch Flüssigkeitsansammlung im Gewebe
Darreichungsform
Tabletten
Rezeptpflicht
Ja
Häufigste Nebenwirkung
Störungen der Menge an Körperwasser und Mineralsalzen

Häufige Fragen

Wofür wird Torasemid angewendet?

Torasemid ist ein Diuretikum, also ein Arzneimittel, das die Ausscheidung von Urin erhöht. Es wird zur Behandlung von chronisch stark verminderter Nierenfunktion im Stadium vor der Dialyse und im Dialysestadium eingesetzt, besonders wenn Ödeme durch Flüssigkeitsansammlung im Gewebe auftreten.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wann darf ich Torasemid nicht einnehmen?

Torasemid darf nicht eingenommen werden bei Allergie gegen Torasemid oder einen der sonstigen Bestandteile, bei Allergie gegen strukturverwandte Arzneimittel zur Behandlung von hohem Blutzucker, bei Nierenversagen mit unzureichender Urinproduktion, schwerer Lebererkrankung mit Bewusstseinsverlust, niedrigem Blutdruck, vermindertem Blutvolumen, verminderten Kalium- oder Natriumwerten im Blut, erheblichen Störungen des Harnflusses, normaler oder nur mäßig eingeschränkter Nierenfunktion, während des Stillens, bei Gicht, bei unregelmäßigem Herzschlag, bei Einnahme von Aminoglykosiden oder Cephalosporinen sowie bei verminderter Nierenfunktion durch nierenschädigende Arzneimittel.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Nebenwirkungen kommen häufig vor?

Häufig genannt werden Störungen der Menge an Körperwasser und Mineralsalzen, Basenüberschuss im Körper, Muskelkrämpfe, erhöhte Harnsäure-, Zucker- und Fettwerte im Blut, verminderte Kalium- und Natriumwerte, vermindertes Blutvolumen sowie Magen- und Darmbeschwerden. Außerdem können Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Müdigkeit, Schwäche und ein Anstieg bestimmter Leberenzymwerte auftreten.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Nebenwirkungen sind sehr selten?

Sehr selten wurden unter anderem verengte oder zusammengezogene Blutgefäße durch Verdickung des Blutes, niedrigerer Blutdruck als normal, Kreislaufprobleme beim Aufstehen, unregelmäßiger Herzschlag, Angina pectoris, Herzinfarkt und Ohnmacht beschrieben. Auch Entzündung der Bauchspeicheldrüse, allergische Reaktionen mit Juckreiz und Hautausschlag, erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut, schwere Hautreaktionen, Veränderungen der Blutkörperchen, Sehstörungen, Klingeln oder Brummen in den Ohren und Hörverlust wurden genannt.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Muss mein Arzt meine Blutwerte kontrollieren?

Wenn Torasemid dauerhaft eingenommen wird, soll der Arzt die Blutwerte regelmäßig überprüfen, besonders wenn zusätzlich andere Arzneimittel eingenommen werden, bei Diabetes oder bei Arrhythmien.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Darf Torasemid bei Kindern angewendet werden?

Torasemid wird für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Kann Torasemid bei Dopingkontrollen auffallen?

Ja. Die Anwendung von Torasemid kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Eine missbräuchliche Anwendung zu Dopingzwecken kann die Gesundheit gefährden.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Quellen & Referenzen

Stand der Fachinformation: 17. April 2026

Über diesen Artikel

Verfasst von

Redaktionsteam

Medizinredaktion nebenwirkungen-info.de

Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.