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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Spironolacton
Nebenwirkungen

Aktualisiert: 17. April 2026

Spironolacton ist ein bewährtes Arzneimittel, das vor allem bei Wassereinlagerungen und bestimmten Hormonstörungen eingesetzt wird. Es hilft dabei, überschüssiges Wasser aus dem Körper auszuscheiden und so ödematöse Beschwerden zu lindern. Spironolacton findet sich in bekannten Präparaten wie Spironolacton-1A Pharma 100mg oder 50mg Tabletten der 1A Pharma GmbH. Wichtig: Informieren Sie sich vor der Anwendung über die Nebenwirkungen von Spironolacton.

Anwendung: primärer Hyperaldosteronismus; Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe und/oder in der Bauchhöhle bei Erkrankungen mit sekundärem Hyperaldosteronismus
Darreichung: Tabletten
Rezept: Ja
Lesezeit: 4 Min.

Mögliche Nebenwirkungen

Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig≥ 1 von 10
Häufig1 bis 10 von 100
Gelegentlich1 bis 10 von 1.000
Selten1 bis 10 von 10.000
Sehr selten< 1 von 10.000
UnbekanntPost-Marketing-Meldungen

Häufig

  • Lebensbedrohlich hoher Kaliumspiegel im Blut, der Muskellähmungen und Herzprobleme verursachen kann (besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion)
  • Gichtanfälle bei empfänglichen Personen
  • Bei Männern: meist vorübergehende Vergrößerung der Brust
  • Berührungsempfindlichkeit und Spannungsgefühl in der Brust bei Männern und Frauen

Gelegentlich

  • Vorübergehend erhöhter Anteil bestimmter Werte im Blut (Harnstoff, Kreatinin)
  • Seltener: weniger Blutplättchen, Blutungsneigung
  • Allergische Reaktionen mit Hautrötung, Juckreiz, Ausschlag oder Quaddeln
  • Störungen der Bewegungskoordination
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Krämpfe
  • Blutungen oder Geschwüre im Magen
  • Potenzprobleme

Selten

  • Deutlicher Mangel bestimmter weißer Blutkörperchen mit erhöhter Infektanfälligkeit (Fieber, Halsschmerzen, Schleimhautveränderungen)
  • Bei Frauen: schmerzhafte Brustschwellungen, Zwischenblutungen oder Ausbleiben der Regelblutung
  • Veränderung der Stimme (bei Frauen tiefer, bei Männern höher), ggf. bleibend
  • Heiserkeit

Sehr selten

  • Erkrankungen der Leber, Anstieg der Leberwerte
  • Entzündliche Hautveränderungen, Haarausfall, flechtenartige Hautausschläge
  • Knochenerweichung
  • Bei Frauen: verstärkte Körperbehaarung

Häufigkeit nicht abschätzbar

Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.

  • Störungen im Salz- und Wasserhaushalt, insbesondere bei Nierenproblemen (z.B. Natrium- oder Magnesiummangel, zu viel Chlorid oder Kalzium im Blut)
  • Zu wenig Blutvolumen durch zu starken Wasserverlust
  • Niedriger Natriumspiegel, besonders nach viel Wassertrinken
  • Symptome durch starken Wasserverlust: Appetitlosigkeit, trockener Mund, Durst, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwäche, Schwindel, Müdigkeit, Sehstörungen, Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Muskelschwäche und -krämpfe (besonders Waden), Herz- und Kreislaufprobleme, Thromboserisiko – vor allem bei älteren Menschen
  • Ohnmacht bei Lagewechsel, Blutdruckabfall bis Kollaps
  • Störung des Säure-Basen-Haushalts (Blutübersäuerung)
  • Beschwerden und Verschlimmerung bei behindertem Harnabfluss
  • Vorübergehend mehr harnpflichtige Stoffe im Blut
  • Gutartige Veränderungen der Brust
  • Veränderung des Sexualtriebs
  • Schwere Hautreaktionen, teils mit Blasenbildung und Ablösung der Haut
  • Plötzliches Nierenversagen

Was ist Spironolacton?

Spironolacton wirkt entwässernd und wird eingesetzt, um überschüssiges Wasser bei bestimmten hormonellen Störungen und bei Flüssigkeitsansammlungen im Körper auszuschwemmen. Das Medikament hilft beispielsweise bei Erkrankungen mit erhöhtem Aldosteron-Spiegel oder bei Wasseransammlungen im Gewebe und in der Bauchhöhle. Es unterstützt so die Behandlung von Ödemen und bestimmten Herz-, Leber- oder Nierenleiden.

Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?

Achten Sie darauf, Spironolacton nicht einzunehmen, wenn Sie allergisch dagegen sind, starke Nierenprobleme, keinen Urinabgang oder einen zu hohen Kaliumspiegel haben. Auch bei einer Nebennierenerkrankung, Schwangerschaft oder Stillzeit dürfen Sie das Mittel nicht anwenden. Ihr Arzt wird regelmäßig Ihre Blutwerte kontrollieren. Seien Sie vorsichtig bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente – vor allem harntreibende Mittel, blutdrucksenkende Mittel oder kaliumhaltige Präparate können zu Problemen führen.

Wie ist Spironolacton einzunehmen?

Nehmen Sie Spironolacton immer wie vom Arzt verordnet ein. Die Dosis wird individuell angepasst, meist beginnt die Behandlung mit ein bis zwei Tabletten täglich. Die Tabletten sollten unzerkaut mit ausreichend Wasser eingenommen werden. Halten Sie sich an die vereinbarte Einnahmedauer und setzen Sie das Medikament nie eigenmächtig ab oder verdoppeln Sie die Dosis, wenn Sie eine Einnahme vergessen haben.

Wie ist Spironolacton aufzubewahren?

Bewahren Sie Spironolacton außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Nutzen Sie das Medikament nicht mehr nach Ablauf des auf der Verpackung angegebenen Verfallsdatums. Es sind keine besonderen Lagerbedingungen nötig. Entsorgen Sie nicht benötigte Tabletten in der Apotheke – niemals im Hausmüll oder Abwasser.

Wichtige Wechselwirkungen

Spironolacton darf nicht zusammen mit Eplerenon oder bestimmten anderen harntreibenden Arzneimitteln wie Triamteren und Amilorid eingenommen werden. Auch kaliumhaltige Präparate wie Kaliumchlorid, Kaliumergänzungsmittel, kaliumreiche Lebensmittel und andere Arzneimittel, die den Kaliumspiegel erhöhen können, sind problematisch. Diese Kombinationen können zu einem gefährlich hohen Kaliumgehalt im Blut führen. Sagen Sie Ihrem Arzt auch Bescheid, wenn bei Ihnen Blutwerte kontrolliert werden, denn Spironolacton kann bestimmte Labortests beeinflussen.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Suchen Sie möglichst umgehend Ihren Arzt auf, wenn Sie Anzeichen eines zu hohen Kaliumspiegels bemerken, zum Beispiel unregelmäßigen Pulsschlag, Herzrhythmusstörungen, Müdigkeit, Muskelschwäche oder Muskelkrämpfe. Auch Schwindel, Kopfschmerzen, Durchfall oder Übelkeit können dazugehören. Wenn Sie unter einer Nebenwirkung aus der Liste leiden, sollen Sie Spironolacton nicht weiter einnehmen und ärztlichen Rat einholen. Bei lebensbedrohlichen Nebenwirkungen wie einer starken Erhöhung des Kaliumgehalts im Blut oder Blutbildveränderungen ist rasche medizinische Hilfe nötig.

Steckbrief: Spironolacton

Wirkstoffgruppe
kaliumsparendes Diuretikum
Anwendungsgebiet
primärer Hyperaldosteronismus; Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe und/oder in der Bauchhöhle bei Erkrankungen mit sekundärem Hyperaldosteronismus
Darreichungsform
Tabletten
Rezeptpflicht
Ja
Häufigste Nebenwirkung
Hyperkaliämie

Häufige Fragen

Wofür wird Spironolacton angewendet?

Spironolacton steigert die Harnausscheidung und kann dadurch vermehrte Wasseransammlungen im Gewebe ausschwemmen. Es wird bei primärem Hyperaldosteronismus angewendet, sofern keine Operation angezeigt ist, sowie bei Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe und/oder in der Bauchhöhle bei Erkrankungen mit sekundärem Hyperaldosteronismus.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wann darf Spironolacton nicht eingenommen werden?

Spironolacton darf unter anderem nicht eingenommen werden bei Allergie gegen den Wirkstoff, fehlender Harnausscheidung, akutem Nierenversagen, schweren Nierenfunktionsstörungen, erhöhtem Kaliumgehalt im Blut, Morbus Addison, erniedrigtem Natriumgehalt im Blut, Flüssigkeitsmangel, während der Schwangerschaft und in der Stillzeit.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Kombinationen sind mit Spironolacton problematisch?

Nicht zusammen mit Eplerenon oder bestimmten anderen harntreibenden Arzneimitteln wie Triamteren und Amilorid einnehmen. Auch kaliumhaltige Präparate, Kaliumergänzungsmittel und andere Arzneimittel, die den Kaliumgehalt im Blut erhöhen können, sind nicht empfohlen, weil dadurch eine schwere Hyperkaliämie entstehen kann.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Nebenwirkungen sind besonders ernst?

Besonders ernst ist eine lebensbedrohliche Erhöhung des Kaliumgehalts im Blut. Sie kann bis zu Muskellähmungserscheinungen und Herzrhythmusstörungen führen, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion. Auch Blutbildveränderungen werden als potenziell lebensbedrohlich beschrieben.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Beschwerden können auf einen zu hohen Kaliumspiegel hinweisen?

Mögliche Anzeichen sind unregelmäßiger Pulsschlag, Herzrhythmusstörungen, Müdigkeit, Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Durchfall, Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Blutwerte werden während der Behandlung kontrolliert?

Ihr Arzt kontrolliert in regelmäßigen Abständen unter anderem Kalium, Natrium, Kalzium, Bikarbonat, Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure sowie den Säure-Basen-Status.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Kann Spironolacton die Stimme verändern?

Ja. Bei manchen Patienten kann es zu einer Veränderung der Stimmlage kommen. Diese geht nach dem Absetzen von Spironolacton in manchen Fällen nicht zurück.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Form hat das Arzneimittel?

Spironolacton ist als weiße, runde Tablette mit einseitiger Bruchkerbe erhältlich. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Quellen & Referenzen

Stand der Fachinformation: 17. April 2026

Über diesen Artikel

Verfasst von

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Medizinredaktion nebenwirkungen-info.de

Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.