Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.
Sertindol
Nebenwirkungen
Sertindol zählt zu den modernen Antipsychotika und wird gezielt bei Schizophrenie angewendet, wenn andere Therapien nicht ausreichend wirksam waren. Es wirkt auf bestimmte Botenstoffe im Gehirn und hilft, das seelische Gleichgewicht zu stabilisieren. Präparate wie Serdolect 12 mg Filmtabletten oder Serdolect 16 mg Filmtabletten enthalten diesen Wirkstoff. Informieren Sie sich hier ausführlich zu Anwendung, Dosierung und den wichtigsten Nebenwirkungen von Sertindol.
Mögliche Nebenwirkungen
Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig
- Entzündung der Nasenschleimhaut mit Schnupfen und Niesen
- Ausbleiben des Samenergusses beim Mann
Häufig
- Schwindel oder Benommenheit, besonders beim Aufstehen
- Mundtrockenheit
- Gewichtszunahme
- Atemnot
- Schwellungen an Händen oder Füßen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl auf der Haut
- Weniger Samenflüssigkeit beim Samenerguss
- Erektionsstörungen
- Verlängerung bestimmter Herzströme (kann Herzrasen und Ohnmacht verursachen)
- Blut im Urin
Gelegentlich
- Sehr schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, Ohnmachtsanfall, Brustschmerzen – Hinweis auf ernste Herzprobleme
- Unkontrollierte Bewegungen von Mund, Zunge oder Armen/Beinen
- Hoher Blutzucker
- Bestimmte Herzrhythmusstörung (Torsade de Pointes)
- Erhöhter Spiegel eines Hormons (Prolaktin)
- Milchfluss aus den Brüsten ohne Grund
- Krampfanfälle
- Bewusstlosigkeit
Selten
- Kombination aus Fieber, schneller Atmung, Muskelsteifheit und Benommenheit – Hinweis auf eine seltene, schwere Nervenstörung (malignes neuroleptisches Syndrom)
Häufigkeit nicht abschätzbar
Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.
- Blutgerinnsel in den Beinvenen (schmerzhafte, geschwollene oder gerötete Beine), die in die Lunge wandern und Atemnot und Brustschmerzen verursachen können
Was ist Sertindol?
Sertindol ist ein Medikament aus der Gruppe der Antipsychotika. Es wird bei Schizophrenie eingesetzt, vor allem, wenn andere Mittel nicht geholfen haben. Der Wirkstoff gleicht bestimmte chemische Botenstoffe im Gehirn aus und hilft so, die Beschwerden zu lindern.
Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?
Nehmen Sie Sertindol nicht ein, wenn Sie allergisch darauf sind oder schwere Herz- oder Leberprobleme haben. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie an anderen Erkrankungen wie Parkinson, Diabetes oder Herzproblemen leiden oder schwanger sind. Ihr Arzt wird vor und während der Behandlung regelmäßig Ihr Herz und wichtige Blutwerte überprüfen. Vermeiden Sie Alkohol und informieren Sie Ihren Arzt immer über alle anderen Medikamente, die Sie einnehmen.
Wie ist Sertindol einzunehmen?
Nehmen Sie Sertindol immer genau nach Anweisung Ihres Arztes ein. Die Behandlung beginnt meist mit einer kleinen Dosis, die langsam erhöht wird. Sie nehmen die Tablette einmal täglich zur gleichen Zeit, mit oder ohne Nahrung. Brechen Sie die Einnahme nie plötzlich ab und sprechen Sie bei Unsicherheiten immer mit Ihrem Arzt.
Wie ist Sertindol aufzubewahren?
Bewahren Sie Sertindol außerhalb der Reichweite von Kindern auf und schützen Sie die Tabletten vor Licht. Nutzen Sie das Medikament nicht mehr nach Ablauf des Verfallsdatums. Entsorgen Sie nicht benötigte Tabletten umweltgerecht, zum Beispiel über die Apotheke.
Quellen & Referenzen
- Offizielle Fachinformation: patienteninfo-service.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Europäische Arzneimittel-Agentur: ema.europa.eu
Stand der Fachinformation: 29. Juli 2025
Über diesen Artikel
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