Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.
Rivaroxaban
Nebenwirkungen
Rivaroxaban ist ein moderner Gerinnungshemmer, der gezielt das Risiko für Blutgerinnsel senkt. Der Wirkstoff kommt insbesondere bei Patienten nach Herzinfarkt, bei instabiler Angina pectoris sowie nach bestimmten Gefäßeingriffen zum Einsatz. Bekannt ist er unter anderem aus Präparaten wie Rivaroxaban Viatris 2,5 mg Filmtabletten. Zu den möglichen Beschwerden zählen unter anderem Nebenwirkungen von Rivaroxaban, über die Sie sich vor Behandlungsbeginn informieren sollten.
Mögliche Nebenwirkungen
Was bedeuten die Häufigkeiten?
Häufig
- Blutarmut mit blasser Haut und Schwäche
- Blutungen im Magen oder Darm, im Urin, starke Monatsblutung, Nasen- oder Zahnfleischbluten
- Blaue Flecken oder Blutansammlungen unter der Haut
- Bluthusten
- Schmerzen oder Schwellungen in Armen oder Beinen
- Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel
- Magenbeschwerden, Verdauungsprobleme, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung oder Durchfall
- Schwächegefühl, Müdigkeit
- Hautausschlag oder Juckreiz
- Leberwerte in Bluttests erhöht
Gelegentlich
- Blutung im Gehirn (plötzliche Kopfschmerzen, Schwäche, Verwirrung – Notfall!)
- Blutung im Gelenk mit Schmerzen und Schwellung
- Zu wenige Blutplättchen (wichtig für die Blutgerinnung)
- Allergische Reaktionen, einschließlich Hautreaktionen oder Schwellungen
- Leberwerte in Bluttests verändert
- Ohnmacht
- Herzrasen
- Mundtrockenheit
- Nesselausschlag
Selten
- Blutung in einen Muskel
- Leberentzündung oder Gelbsucht
- Gelbe Verfärbung der Haut
- Örtliche Schwellungen
- Bluterguss in der Leiste nach Untersuchungen mit Katheter
Sehr selten
- Schwere Hautausschläge mit Blasen (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom)
- Starke allergische Reaktionen mit Schwellung im Gesicht oder Atemnot
- Spezielle Lungenentzündung durch bestimmte weiße Blutkörperchen
Häufigkeit nicht abschätzbar
Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.
- Akutes Nierenversagen nach starker Blutung
- Blut im Urin durch Nierenschäden
- Erhöhter Muskel- oder Armschmerz nach Blutungen (Kompartmentsyndrom)
Was ist Rivaroxaban?
Rivaroxaban ist ein Medikament, das die Bildung von Blutgerinnseln verhindert und so das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen senkt. Sie erhalten es meist zusätzlich zu anderen blutverdünnenden Mitteln wie Acetylsalicylsäure. Das Arzneimittel wird vor allem eingesetzt, wenn Sie bereits Herzerkrankungen oder einen Gefäßeingriff hatten. Rivaroxaban gehört zu den antithrombotischen Mitteln und wirkt, indem es einen bestimmten Gerinnungsfaktor im Blut blockiert.
Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?
Nehmen Sie Rivaroxaban nicht ein, wenn Sie allergisch darauf reagieren, stark bluten, bestimmte Organerkrankungen oder eine schwere Lebererkrankung haben. Informieren Sie Ihren Arzt auch, wenn Sie gerade andere blutverdünnende Mittel nehmen, schwanger sind oder stillen. Achten Sie besonders auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und sagen Sie Ihrem Arzt, wenn Sie unter Nierenproblemen leiden oder bestimmte Herz- oder Gefäßerkrankungen haben. Führen Sie keine gefährlichen Tätigkeiten aus, falls Ihnen schwindlig wird oder Sie sich schwach fühlen.
Wie ist Rivaroxaban einzunehmen?
Nehmen Sie Rivaroxaban immer so ein, wie Ihr Arzt es empfohlen hat, meist eine Tablette morgens und eine abends. Die Tabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Falls Sie Schwierigkeiten beim Schlucken haben, kann die Tablette zerkleinert und mit Wasser oder Apfelmus gemischt werden. Setzen Sie das Medikament nicht eigenständig ab und wenden Sie sich bei Unsicherheiten oder zu hoher Einnahme immer sofort an Ihren Arzt.
Wie ist Rivaroxaban aufzubewahren?
Bewahren Sie Rivaroxaban außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Sie können es bis zum auf der Verpackung angegebenen Datum verwenden. Besondere Lagerbedingungen sind nicht notwendig. Zerstoßene Tabletten sind in Wasser oder Apfelmus bis zu 2 Stunden haltbar. Entsorgen Sie das Medikament nicht im Hausmüll oder Abfluss, sondern fragen Sie Ihren Apotheker nach einer sicheren Entsorgung.
Wichtige Wechselwirkungen
Rivaroxaban darf nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln zur Verhinderung von Blutgerinnseln eingenommen werden, zum Beispiel Warfarin, Dabigatran, Apixaban oder Heparin. Ausgenommen sind nur bestimmte Situationen beim Wechsel der Behandlung oder wenn Heparin über einen venösen oder arteriellen Zugang gegeben wird, um diesen offen zu halten. Außerdem sollte Rivaroxaban nicht mit bestimmten anderen blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln kombiniert werden, zum Beispiel Prasugrel oder Ticagrelor. In der Fachinformation werden als mögliche Kombinationen mit Rivaroxaban außerdem Acetylsalicylsäure sowie in manchen Fällen Clopidogrel oder Ticlopidin genannt.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn Sie Anzeichen einer Blutung bemerken, vor allem bei Blutungen im Gehirn oder innerhalb des Schädels. Das gilt auch bei lang anhaltender oder sehr starker Blutung sowie bei ungewöhnlicher Schwäche, Müdigkeit, Blässe, Schwindel, Atemlosigkeit, Brustschmerzen oder Angina pectoris. Ebenfalls sofort ärztliche Hilfe brauchen Sie bei Zeichen einer schweren Hautreaktion wie ausbreitendem Hautausschlag, Bläschen oder Schleimhautwunden. Gleiches gilt bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion, zum Beispiel Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen, Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen oder einem plötzlichen Abfall des Blutdrucks.
Steckbrief: Rivaroxaban
- Wirkstoffgruppe
- antithrombotische Mittel
- Anwendungsgebiet
- Zur Verringerung des Risikos eines weiteren Herzinfarkts oder des Risikos, aufgrund einer Erkrankung am Herzen oder der Blutgefäße zu sterben, nach akutem Koronarsyndrom. Außerdem zur Verringerung des Risikos für Blutgerinnsel bei koronarer Herzerkrankung oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit.
- Darreichungsform
- Filmtabletten
- Rezeptpflicht
- Ja
- Häufigste Nebenwirkung
- Blutungen, zum Beispiel Magen- oder Darmblutungen, Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder Blut im Urin
Häufige Fragen
Wofür wird Rivaroxaban angewendet?
Rivaroxaban wird bei Erwachsenen eingesetzt, wenn ein akutes Koronarsyndrom festgestellt wurde und bestimmte herzspezifische Laborwerte erhöht sind. Es verringert dann das Risiko eines weiteren Herzinfarkts oder das Risiko, aufgrund einer Erkrankung am Herzen oder der Blutgefäße zu sterben. Außerdem wird es bei einem hohen Risiko für Blutgerinnsel aufgrund einer koronaren Herzerkrankung oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit angewendet.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Mit welchen anderen Arzneimitteln wird Rivaroxaban kombiniert?
Bei akutem Koronarsyndrom wird Rivaroxaban zusätzlich zu Acetylsalicylsäure gegeben, manchmal auch zusätzlich zu Acetylsalicylsäure plus Clopidogrel oder Ticlopidin. Bei koronarer Herzerkrankung oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit wird es zusätzlich zu Acetylsalicylsäure verschrieben. Nach einem Eingriff an einer Beinarterie kann Ihr Arzt kurzzeitig auch Clopidogrel zusätzlich zu Acetylsalicylsäure verordnen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Wann darf Rivaroxaban nicht eingenommen werden?
Rivaroxaban darf nicht eingenommen werden bei Allergie gegen Rivaroxaban oder einen sonstigen Bestandteil, bei sehr starken Blutungen, bei Erkrankungen mit hohem Blutungsrisiko wie Magengeschwür, Blutung im Gehirn oder kürzlich zurückliegendem Eingriff am Gehirn oder an den Augen. Es darf auch nicht eingenommen werden bei Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei bestimmten früheren Blutungen oder Schlaganfällen, je nach Anwendungsgebiet. Nicht erlaubt ist außerdem die gleichzeitige Einnahme mit anderen Arzneimitteln zur Verhinderung von Blutgerinnseln, außer in den ausdrücklich genannten Ausnahmen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Nebenwirkungen kommen häufig vor?
Häufige Nebenwirkungen sind Blutungen, zum Beispiel im Magen-Darm-Trakt, im Urogenitalbereich, aus der Nase oder dem Zahnfleisch. Auch Blutergüsse, Blutungen nach einer Operation, Schmerzen oder Schwellungen in den Gliedmaßen, Fieber, Magenschmerzen, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, niedriger Blutdruck, Kopfschmerzen, Schwindel, Hautausschlag und Juckreiz kommen häufig vor.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Warnzeichen sind besonders ernst?
Besonders ernst sind Blutungen im Gehirn oder innerhalb des Schädels, lang anhaltende oder sehr starke Blutungen und Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion. Auch ein sich ausbreitender starker Hautausschlag mit Bläschen oder Schleimhautwunden sowie eine Arzneimittelreaktion mit Fieber und Organentzündung sind Warnzeichen. In diesen Fällen soll sofort ärztliche Hilfe gesucht werden.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Kann Rivaroxaban Blutungen verursachen?
Ja. In der Fachinformation steht, dass Rivaroxaban wie andere Arzneimittel dieser Gruppe Blutungen verursachen kann, die möglicherweise lebensbedrohlich sind. Sehr starke Blutungen können zu einem plötzlichen Abfall des Blutdrucks führen, und manchmal ist die Blutung nicht sichtbar.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche besonderen Vorsichtsmaßnahmen nennt die Fachinformation?
Besondere Vorsicht ist unter anderem bei schweren Nierenerkrankungen, Blutgerinnungsstörungen, sehr hohem nicht kontrolliertem Blutdruck, Erkrankungen von Magen oder Darm mit Blutungsneigung, Retinopathie, Bronchiektasie, früheren Lungenblutungen, höherem Alter und niedrigem Körpergewicht genannt. Auch bei künstlicher Herzklappe und beim Antiphospholipid-Syndrom soll der Arzt informiert werden. Der Arzt entscheidet dann, ob die Behandlung geeignet ist und ob eine engere Überwachung nötig ist.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Quellen & Referenzen
- Offizielle Fachinformation: patienteninfo-service.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Europäische Arzneimittel-Agentur: ema.europa.eu
Stand der Fachinformation: 17. April 2026
Über diesen Artikel
Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.