Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.
Rivaroxaban Nebenwirkungen
Letzte Aktualisierung: 12. April 2026
Rivaroxaban ist ein moderner Gerinnungshemmer, der gezielt das Risiko für Blutgerinnsel senkt. Der Wirkstoff kommt insbesondere bei Patienten nach Herzinfarkt, bei instabiler Angina pectoris sowie nach bestimmten Gefäßeingriffen zum Einsatz. Bekannt ist er unter anderem aus Präparaten wie Rivaroxaban Viatris 2,5 mg Filmtabletten. Zu den möglichen Beschwerden zählen unter anderem Nebenwirkungen von Rivaroxaban, über die Sie sich vor Behandlungsbeginn informieren sollten.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig
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Blutarmut mit blasser Haut und Schwäche
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Blutungen im Magen oder Darm, im Urin, starke Monatsblutung, Nasen- oder Zahnfleischbluten
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Blaue Flecken oder Blutansammlungen unter der Haut
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Bluthusten
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Schmerzen oder Schwellungen in Armen oder Beinen
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Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel
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Magenbeschwerden, Verdauungsprobleme, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung oder Durchfall
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Schwächegefühl, Müdigkeit
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Hautausschlag oder Juckreiz
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Leberwerte in Bluttests erhöht
Gelegentlich
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Blutung im Gehirn (plötzliche Kopfschmerzen, Schwäche, Verwirrung – Notfall!)
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Blutung im Gelenk mit Schmerzen und Schwellung
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Zu wenige Blutplättchen (wichtig für die Blutgerinnung)
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Allergische Reaktionen, einschließlich Hautreaktionen oder Schwellungen
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Leberwerte in Bluttests verändert
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Ohnmacht
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Herzrasen
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Mundtrockenheit
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Nesselausschlag
Selten
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Blutung in einen Muskel
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Leberentzündung oder Gelbsucht
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Gelbe Verfärbung der Haut
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Örtliche Schwellungen
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Bluterguss in der Leiste nach Untersuchungen mit Katheter
Sehr selten
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Schwere Hautausschläge mit Blasen (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom)
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Starke allergische Reaktionen mit Schwellung im Gesicht oder Atemnot
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Spezielle Lungenentzündung durch bestimmte weiße Blutkörperchen
Häufigkeit nicht abschätzbar
Diese Nebenwirkungen wurden nach der Markteinführung von Ärzten oder Patienten gemeldet. Da die genaue Anzahl der Anwender nicht bekannt ist, kann keine statistische Häufigkeit berechnet werden.
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Akutes Nierenversagen nach starker Blutung
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Blut im Urin durch Nierenschäden
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Erhöhter Muskel- oder Armschmerz nach Blutungen (Kompartmentsyndrom)
Was ist Rivaroxaban und wofür wird es angewendet?
Rivaroxaban ist ein Medikament, das die Bildung von Blutgerinnseln verhindert und so das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen senkt. Sie erhalten es meist zusätzlich zu anderen blutverdünnenden Mitteln wie Acetylsalicylsäure. Das Arzneimittel wird vor allem eingesetzt, wenn Sie bereits Herzerkrankungen oder einen Gefäßeingriff hatten. Rivaroxaban gehört zu den antithrombotischen Mitteln und wirkt, indem es einen bestimmten Gerinnungsfaktor im Blut blockiert.
Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?
Nehmen Sie Rivaroxaban nicht ein, wenn Sie allergisch darauf reagieren, stark bluten, bestimmte Organerkrankungen oder eine schwere Lebererkrankung haben. Informieren Sie Ihren Arzt auch, wenn Sie gerade andere blutverdünnende Mittel nehmen, schwanger sind oder stillen. Achten Sie besonders auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und sagen Sie Ihrem Arzt, wenn Sie unter Nierenproblemen leiden oder bestimmte Herz- oder Gefäßerkrankungen haben. Führen Sie keine gefährlichen Tätigkeiten aus, falls Ihnen schwindlig wird oder Sie sich schwach fühlen.
Wie ist Rivaroxaban einzunehmen?
Nehmen Sie Rivaroxaban immer so ein, wie Ihr Arzt es empfohlen hat, meist eine Tablette morgens und eine abends. Die Tabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Falls Sie Schwierigkeiten beim Schlucken haben, kann die Tablette zerkleinert und mit Wasser oder Apfelmus gemischt werden. Setzen Sie das Medikament nicht eigenständig ab und wenden Sie sich bei Unsicherheiten oder zu hoher Einnahme immer sofort an Ihren Arzt.
Wie ist Rivaroxaban aufzubewahren?
Bewahren Sie Rivaroxaban außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Sie können es bis zum auf der Verpackung angegebenen Datum verwenden. Besondere Lagerbedingungen sind nicht notwendig. Zerstoßene Tabletten sind in Wasser oder Apfelmus bis zu 2 Stunden haltbar. Entsorgen Sie das Medikament nicht im Hausmüll oder Abfluss, sondern fragen Sie Ihren Apotheker nach einer sicheren Entsorgung.
Wichtige Wechselwirkungen
Rivaroxaban darf nicht zusammen mit anderen Mitteln gegen Blutgerinnsel eingenommen werden, zum Beispiel mit Warfarin, Dabigatran, Apixaban oder Heparin. Eine Ausnahme gibt es nur beim Wechsel der Behandlung oder wenn Heparin über einen venösen oder arteriellen Zugang gegeben wird, um diesen offen zu halten. Auch bestimmte andere Blutverdünner wie Prasugrel oder Ticagrelor sollen nicht kombiniert werden. Erlaubt sind in der Fachinformation ausdrücklich Acetylsalicylsäure sowie Clopidogrel oder Ticlopidin. Wenn Sie solche Arzneimittel nehmen, sollte Ihr Arzt das genau wissen.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn Sie Anzeichen einer Blutung bemerken, zum Beispiel lang anhaltende oder sehr starke Blutungen. Auch Blutungen im Gehirn oder innerhalb des Schädels sind ein schwerer medizinischer Notfall; typische Zeichen sind Kopfschmerzen, einseitige Schwäche, Erbrechen, Krampfanfälle, vermindertes Bewusstsein und Nackensteifigkeit. Ebenfalls sofort ärztliche Hilfe brauchen Sie bei Zeichen einer schweren Hautreaktion, etwa ausbreitendem starken Hautausschlag, Bläschenbildung oder Schleimhautwunden im Mund oder an den Augen. Das Gleiche gilt bei einer schweren allergischen Reaktion mit Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen, Schluckbeschwerden, Nesselausschlag, Atemnot oder plötzlichem Blutdruckabfall.
Steckbrief: Rivaroxaban
| Wirkstoffgruppe | antithrombotisches Mittel |
| Anwendungsgebiet | Zur Verringerung des Risikos für einen weiteren Herzinfarkt oder für den Tod durch eine Herz- oder Gefäßerkrankung bei akutem Koronarsyndrom sowie zur Verringerung des Risikos für Blutgerinnsel bei koronarer Herzerkrankung oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit. |
| Darreichungsform | Filmtabletten |
| Rezeptpflicht | Ja |
| Häufigste Nebenwirkung | Blutungen, zum Beispiel Magen- oder Darmblutungen, Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder Blut im Urin |
Häufig gestellte Fragen zu Rivaroxaban
Wofür wird Rivaroxaban Viatris angewendet?
Rivaroxaban Viatris wird bei Erwachsenen nach einem akuten Koronarsyndrom eingesetzt, also nach Herzinfarkt oder instabiler Angina pectoris, wenn bestimmte herzspezifische Laborwerte erhöht waren. Es senkt dann das Risiko für einen weiteren Herzinfarkt oder für den Tod durch eine Erkrankung am Herzen oder an den Blutgefäßen. Außerdem wird es bei koronarer Herzerkrankung oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit gegeben, um Blutgerinnsel zu verhindern.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Mit welchen anderen Arzneimitteln wird Rivaroxaban zusammen eingenommen?
Laut Fachinformation wird Rivaroxaban nicht allein gegeben. Bei akutem Koronarsyndrom bekommen Sie zusätzlich Acetylsalicylsäure oder Acetylsalicylsäure plus Clopidogrel oder Ticlopidin. Bei koronarer Herzerkrankung oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit wird es zusätzlich zu Acetylsalicylsäure gegeben; nach einem Eingriff an einer Beinarterie kann kurzzeitig auch Clopidogrel dazukommen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Arzneimittel darf ich nicht zusammen mit Rivaroxaban nehmen?
Rivaroxaban soll nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln zur Verhinderung von Blutgerinnseln eingenommen werden, zum Beispiel Warfarin, Dabigatran, Apixaban oder Heparin. Ausnahmen gelten nur beim Wechsel der gerinnungshemmenden Behandlung oder wenn Heparin über einen venösen oder arteriellen Zugang gegeben wird, um diesen offen zu halten. Auch Prasugrel oder Ticagrelor sollen nicht kombiniert werden.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Darf ich Rivaroxaban in Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Nein. Rivaroxaban Viatris darf während der Schwangerschaft und in der Stillzeit nicht eingenommen werden. Wenn Sie schwanger sind oder stillen, sollen Sie das Arzneimittel nicht nehmen und Ihren Arzt informieren.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Wann darf Rivaroxaban nicht eingenommen werden?
Rivaroxaban darf unter anderem nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff sind, sehr stark bluten oder eine Erkrankung haben, die das Risiko einer schweren Blutung erhöht. Dazu zählen zum Beispiel ein Magengeschwür, eine Blutung im Gehirn oder ein kürzlich zurückliegender Eingriff am Gehirn oder an den Augen. Auch bei bestimmten früheren Schlaganfällen, bei einer Lebererkrankung mit erhöhtem Blutungsrisiko sowie in Schwangerschaft und Stillzeit ist es ausgeschlossen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Blutungszeichen sind bei Rivaroxaban wichtig?
Die Fachinformation nennt lang anhaltende oder sehr starke Blutungen als Warnzeichen. Auch ungewöhnliche Schwäche, Müdigkeit, Blässe, Schwindel, Kopfschmerzen, unerklärliche Schwellungen, Atemlosigkeit, Brustschmerzen oder Angina pectoris können auf eine Blutung hinweisen. Blutungen im Gehirn können sich durch Kopfschmerzen, einseitige Schwäche, Erbrechen, Krampfanfälle, vermindertes Bewusstsein und Nackensteifigkeit zeigen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Nebenwirkungen kommen häufig vor?
Häufig sind verschiedene Blutungen, zum Beispiel im Magen-Darm-Trakt, im Urogenitalbereich, aus der Nase oder dem Zahnfleisch. Ebenfalls häufig genannt werden Blutergüsse, Bluthusten, Blutungen nach einer Operation, Schwellungen oder Schmerzen in den Gliedmaßen, Magenschmerzen, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Schwindel, Kopfschmerzen, Hautausschlag und Juckreiz. Auch Fieber und eine verminderte Nierenfunktion können auftreten.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Kann Rivaroxaban schwere Haut- oder Allergiereaktionen auslösen?
Ja. Sehr selten kann es zu schweren Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom oder toxischer epidermaler Nekrolyse kommen, mit starkem Hautausschlag, Bläschenbildung oder Schleimhautwunden, zum Beispiel im Mund oder an den Augen. Ebenfalls möglich sind schwere allergische Reaktionen mit Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen, Schluckbeschwerden, Nesselausschlag, Atemnot oder Blutdruckabfall.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Quellen & Referenzen
- Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation): patienteninfo-service.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): bfarm.de
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): ema.europa.eu
Stand der Fachinformation: 12. April 2026
Über diesen Artikel
Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.