Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.
Pregabalin
Nebenwirkungen
Pregabalin ist ein Wirkstoff, der vor allem bei nervenbedingten Schmerzen, Epilepsie und Angststörungen eingesetzt wird. Er wird von Ärzten häufig dann verschrieben, wenn andere Therapien nicht ausreichend helfen. Bekannte Präparate wie Lyrica® 20 mg/ml Lösung zum Einnehmen oder Lyrica® Hartkapseln enthalten diesen Wirkstoff. Die Nebenwirkungen von Pregabalin sollten bei der Anwendung beachtet werden.
Mögliche Nebenwirkungen
Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig
- Schläfrigkeit
- Benommenheit
- Kopfschmerzen
Häufig
- Erhöhter Appetit
- Stimmungsschwankungen oder ungewöhnliche Hochstimmung
- Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen
- Gefühl der Reizbarkeit
- Unfähigkeit, sich zu konzentrieren
- Kribbeln, Taubheitsgefühle
- Trunkenheitsgefühl
- Verschwommenes oder doppeltes Sehen
- Schwindel, Gleichgewichtsprobleme, Stolpern
- Müdigkeit
- Schwierigkeiten beim Sprechen
- Schlafprobleme
- Mundtrockenheit, Verstopfung
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blähungen
- Gewichtszunahme
- Erektionsprobleme
- Schwellungen an Armen oder Beinen
- Muskel- oder Gelenkschmerzen
Gelegentlich
- Appetitverlust, Gewichtsverlust
- Niedriger oder hoher Blutzucker
- Unruhe, Depression, Angst, Panikattacken
- Traumveränderungen, Halluzinationen
- Probleme beim Sprechen, Wortfindungsstörungen
- Sexuelle Probleme (wie verzögerte Ejakulation, kein Höhepunkt)
- Verändertes Sehvermögen, Lichtblitze, Augenschmerzen
- Bewusstseinsverlust, Ohnmacht
- Überempfindlichkeit oder Juckreiz
- Gerötete oder geschwollene Haut
- Atemprobleme oder verstopfte Nase
- Herzrhythmusstörungen, schneller oder langsamer Puls
- Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
- Brustschmerzen
- Sodbrennen, erhöhter Speichelfluss
- Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Veränderungen bei Blutwerten und Leberwerten
- Starke Monatsblutung
- Kalte Hände oder Füße
- Fieber, Frösteln
Selten
- Anderer oder schlechterer Geruchssinn
- Schwankendes oder eingeschränktes Sehen
- Augenentzündung
- Geschwollene Zunge oder Hals
- Starke Hautausschläge, auch mit Blasenbildung (wie Stevens-Johnson-Syndrom)
- Parkinson-ähnliche Bewegungsstörungen
- Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und Augen)
- Geringere Harnausscheidung bis Nierenversagen
- Flüssigkeit in Lunge oder Bauch
- Muskelzerstörung
- Ungewöhnliches Brustwachstum auch bei Männern
- Abnormales Verhalten, Suizidgedanken
- Erhöhte Infektanfälligkeit durch niedrige Blutkörperchen
Sehr selten
- Leberversagen
- Leberentzündung
Häufigkeit nicht abschätzbar
Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.
- Abhängigkeit
- Atemnot oder sehr flache Atmung (besonders bei bestimmten Vorerkrankungen oder im Alter)
Was ist Pregabalin?
Pregabalin ist ein Medikament, das bei Erwachsenen zur Behandlung von nervenbedingten Schmerzen, Epilepsie und bestimmten Angststörungen verwendet wird. Es hilft, Schmerzen zu lindern, die durch Nervenschäden entstehen, zum Beispiel bei Diabetes oder einer Gürtelrose. Darüber hinaus unterstützt Pregabalin die Behandlung von Epilepsie und kann Symptome von Angststörungen abschwächen. Ihr Arzt entscheidet, ob dieses Arzneimittel für Sie geeignet ist.
Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?
Achten Sie darauf, Pregabalin nicht einzunehmen, wenn Sie dagegen allergisch sind. Während der Therapie können allergische Reaktionen, Hautausschläge, Sehstörungen oder Schläfrigkeit auftreten. Schwangere und stillende Frauen sollten Pregabalin nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden. Vermeiden Sie Alkohol und informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Medikamente einnehmen oder gesundheitliche Probleme wie Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen haben.
Wie ist Pregabalin einzunehmen?
Nehmen Sie Pregabalin immer genau nach ärztlicher Anweisung ein. Meist wird es zwei- oder dreimal täglich eingenommen, am besten immer zur gleichen Zeit. Die Dosierung passt Ihr Arzt individuell an. Beenden Sie die Einnahme nicht plötzlich, sondern nur in Abstimmung mit Ihrem Arzt, um Entzugserscheinungen zu vermeiden.
Wie ist Pregabalin aufzubewahren?
Bewahren Sie Pregabalin für Kinder unzugänglich auf. Lagern Sie das Medikament so, wie es der Arzt oder die Packungsbeilage empfiehlt – besondere Lagerbedingungen sind nicht nötig. Verwenden Sie es nicht mehr nach Ablauf des Verfallsdatums und entsorgen Sie es umweltgerecht über die Apotheke.
Wichtige Wechselwirkungen
Pregabalin kann zusammen mit anderen Arzneimitteln, die müde machen, die Benommenheit und Schläfrigkeit verstärken. Das gilt auch für Medikamente, die Verstopfung verursachen können, zum Beispiel einige Schmerzmittel; dann können Magen-Darm-Probleme wie Verstopfung oder eine blockierte beziehungsweise gelähmte Verdauung auftreten. Bei Rückenmarkverletzungen können Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit stärker sein, wenn zusätzlich andere Arzneimittel mit ähnlicher Wirkung eingenommen werden. Wenn Sie Atemprobleme haben oder über 65 Jahre alt sind, kann Ihr Arzt eine andere Dosierung wählen, weil das Risiko für Atemschwierigkeiten erhöht sein kann.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn Schwellungen im Gesicht, an den Lippen, der Zunge oder im Hals oder eine großflächige Hautrötung auftreten. Auch bei schweren Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom oder toxischer epidermaler Nekrolyse müssen Sie Pregabalin sofort absetzen und sich umgehend behandeln lassen. Melden Sie sich sofort bei Ihrem Arzt, wenn Sie Atemprobleme, eine flache Atmung, einen Krampfanfall oder Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid haben. Wenn Sie eine Veränderung der Sehkraft, eine deutlich verringerte Harnmenge oder Anzeichen einer Herzschwäche bemerken, sollten Sie ebenfalls umgehend ärztlichen Rat einholen.
Steckbrief: Pregabalin
- Wirkstoffgruppe
- Arzneimittel gegen neuropathische Schmerzen, Epilepsie und generalisierte Angststörungen
- Anwendungsgebiet
- Behandlung von neuropathischen Schmerzen, Epilepsie und generalisierten Angststörungen bei Erwachsenen
- Darreichungsform
- Lösung zum Einnehmen
- Rezeptpflicht
- Ja
- Häufigste Nebenwirkung
- Benommenheit
Häufige Fragen
Wofür wird Pregabalin angewendet?
Pregabalin wird bei Erwachsenen zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen, bei Epilepsie und bei generalisierten Angststörungen eingesetzt.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Schmerzen können mit Pregabalin behandelt werden?
Pregabalin wird bei lang anhaltenden Schmerzen eingesetzt, die durch Schädigungen der Nerven ausgelöst wurden. Dazu gehören periphere und zentrale neuropathische Schmerzen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Wie wird Pregabalin bei Epilepsie eingesetzt?
Pregabalin wird bei einer bestimmten Form der Epilepsie im Erwachsenenalter als Zusatzbehandlung verwendet, wenn die derzeitige Behandlung unzureichend ist. Es ist nicht dafür gedacht, allein eingenommen zu werden.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Nebenwirkungen treten am häufigsten auf?
Sehr häufig sind Benommenheit, Schläfrigkeit und Kopfschmerzen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Wann darf Pregabalin nicht eingenommen werden?
Pregabalin darf nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch gegen Pregabalin oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Warnzeichen sollten Sie ernst nehmen?
Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe bei Schwellungen im Gesicht, an den Lippen, der Zunge oder im Hals, bei großflächiger Hautrötung, bei schweren Hautreaktionen, bei Atemproblemen, bei Krampfanfällen oder bei Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Kann Pregabalin die Sehkraft beeinflussen?
Ja. Pregabalin kann verschwommenes Sehen, einen Verlust des Sehvermögens und andere Sehstörungen verursachen. Wenn Sie Veränderungen der Sehkraft bemerken, sollen Sie umgehend Ihren Arzt informieren.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Beschwerden können bei generalisierten Angststörungen beschrieben sein?
Genannte Symptome sind lang anhaltende, schwer behandelbare Angst- und Besorgniszustände. Dazu können Unruhe, Spannungszustände, Überreiztheit, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Gedankenleere, Reizbarkeit, Muskelanspannung und Schlafstörungen gehören.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Quellen & Referenzen
- Offizielle Fachinformation: patienteninfo-service.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Europäische Arzneimittel-Agentur: ema.europa.eu
Stand der Fachinformation: 17. April 2026
Über diesen Artikel
Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.