Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.
Phenytoin
Nebenwirkungen
Phenytoin ist ein bewährtes Medikament zur Behandlung von Krampfanfällen und bestimmten Nervenschmerzen. Es wird häufig eingesetzt, wenn schnelle Hilfe bei epileptischen Anfällen oder zur Vorbeugung vor Operationen notwendig ist. Zu finden ist Phenytoin unter anderem in Präparaten wie Phenhydan® 100 mg Tabletten und Phenhydan® Injektionslösung der Desitin Arzneimittel GmbH. Bitte informieren Sie sich vor der Anwendung immer auch zu den möglichen Nebenwirkungen von Phenytoin.
Mögliche Nebenwirkungen
Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig
- Doppeltsehen, unkontrollierte Augenbewegungen, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Zittern
Häufig
- Langsamere Sprache, Antriebslosigkeit, Schlappheit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Unwohlsein, Gedächtnisprobleme, verlangsamtes Denken
Gelegentlich
- Vergrößertes Zahnfleisch (Zahnfleischwucherung)
Selten
- Störungen beim Blutbild (z.B. weniger weiße Blutkörperchen), schwere allergische Reaktionen, Störungen der Leberfunktion, unregelmäßiger Herzrhythmus, sehr starker Hirsutismus (vermehrter Haarwuchs bei Frauen)
Sehr selten
- Schwere Hautreaktionen wie großflächige Blasenbildung oder Hautablösung (z.B. Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)
- Muskelschwäche, die sich nach dem Absetzen zurückbildet
Häufigkeit nicht abschätzbar
Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.
- Blutarmut durch gestörte Blutbildung
- Störungen der Schilddrüse (besonders bei Kindern)
- Hautveränderungen wie auffällige Pigmentierung oder vermehrter Haarwuchs
- Starker Hautausschlag, Lupus erythematodes
- Hohe Cholesterin- oder Blutzuckerwerte
- Starke allergische Reaktion mit Fieber und Schwellungen (DRESS-Syndrom)
- Verringerte Knochendichte bis zu Knochenbrüchen
- Probleme bei der Immunabwehr
Was ist Phenytoin?
Phenytoin ist ein Arzneimittel gegen Krampfanfälle und bestimmte Nervenschmerzen. Es wird zum Beispiel bei langwierigen epileptischen Anfällen, zur Vorbeugung von Anfällen bei Operationen am Gehirn und bei besonderen Schmerzformen eingesetzt. Für Fieberkrämpfe und bestimmte andere Anfallsarten ist Phenytoin nicht geeignet. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der Antiepileptika.
Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?
Achten Sie darauf, Phenytoin nicht anzuwenden, wenn Sie allergisch gegen einen der Inhaltsstoffe sind oder bestimmte Herz- und Blutbildprobleme haben. Informieren Sie Ihren Arzt, falls Sie Leber- oder Nierenprobleme, Herzschwäche oder eine genetische Besonderheit haben. Phenytoin kann Wechselwirkungen mit vielen anderen Medikamenten haben, deshalb sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über sämtliche Arzneimittel und etwaige Schwangerschaft oder Stillzeit informieren. Schwere Hautreaktionen oder ungewöhnliche Symptome sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Wie ist Phenytoin einzunehmen?
Wenden Sie Phenytoin immer genau nach Anweisung Ihres Arztes an. Die Dosierung und die Art der Anwendung hängen von der Erkrankung und Ihrem Alter ab. Die Behandlung erfordert eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte, besonders des Wirkstoff-Spiegels. Setzen Sie Phenytoin nicht plötzlich ab, ohne zuvor den Arzt zu konsultieren, da sonst Krampfanfälle verstärkt auftreten können. Folgen Sie den Dosierungsvorgaben genau und melden Sie Nebenwirkungen Ihrem Arzt.
Wie ist Phenytoin aufzubewahren?
Bewahren Sie Phenytoin für Kinder unzugänglich auf und nutzen Sie das Medikament nicht nach Ablauf des Verfallsdatums. Es sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich. Verwenden Sie die Lösung nicht, wenn sie verfärbt oder getrübt ist, und entsorgen Sie geöffnete Ampullen sofort. Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker beraten, wie Sie nicht mehr benötigte Medikamente umweltgerecht entsorgen.
Quellen & Referenzen
- Offizielle Fachinformation: patienteninfo-service.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Europäische Arzneimittel-Agentur: ema.europa.eu
Stand der Fachinformation: 29. Juli 2025
Über diesen Artikel
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