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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Mirtazapin
Nebenwirkungen

Aktualisiert: 17. April 2026

Mirtazapin ist ein bewährter Wirkstoff zur Behandlung von Depressionen und gehört zur Gruppe der Antidepressiva. Es wird häufig eingesetzt, um die Stimmung zu stabilisieren und Schlafstörungen zu lindern. Sie finden Mirtazapin in bekannten Präparaten wie Mirta TAD® 15 mg Filmtabletten oder Mirta TAD® 15 mg Schmelztabletten. Ein wichtiger Aspekt bei der Anwendung sind die möglichen Nebenwirkungen von Mirtazapin, über die Sie sich vor Beginn der Behandlung informieren sollten.

Anwendung: Behandlung depressiver Erkrankungen (Episoden einer Major Depression) bei Erwachsenen
Darreichung: Filmtabletten
Rezept: Ja
Lesezeit: 3 Min.

Mögliche Nebenwirkungen

Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig≥ 1 von 10
Häufig1 bis 10 von 100
Gelegentlich1 bis 10 von 1.000
Selten1 bis 10 von 10.000
Sehr selten< 1 von 10.000
UnbekanntPost-Marketing-Meldungen

Sehr häufig

  • Appetitsteigerung und Gewichtszunahme
  • Müdigkeit oder starke Schläfrigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Trockener Mund

Häufig

  • Teilnahmslosigkeit
  • Schwindel
  • Zittern oder Unsicherheit beim Gehen
  • Übelkeit
  • Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung
  • Hautausschlag
  • Gelenk- oder Muskelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Kreislaufprobleme beim schnellen Aufstehen
  • Schwellungen, meist an Füßen oder Knöcheln
  • Lebhafte Träume, Angst oder Schlafstörungen
  • Verwirrtheit
  • Gedächtnisprobleme (zumeist vorübergehend)

Gelegentlich

  • Manische Verstimmung (ungewöhnliche Hochstimmung)
  • Kribbeln, Stechen oder Taubheitsgefühl auf der Haut
  • Unruhige Beine
  • Ohnmachtsanfälle
  • Taubheitsgefühl im Mund
  • Niedriger Blutdruck
  • Alpträume
  • Ruhelosigkeit
  • Halluzinationen (Sachen wahrnehmen, die nicht da sind)
  • Starker Bewegungsdrang

Selten

  • Muskelzuckungen
  • aggressives Verhalten
  • Anstieg bestimmter Leberwerte
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (starke Bauchschmerzen, ausstrahlend in den Rücken)
  • Gelbfärbung der Haut oder Augen (Hinweis auf Leberprobleme)

Häufigkeit nicht abschätzbar

Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.

  • Schwere allergische Reaktionen (Ausschlag, Juckreiz, Schwellungen, Atemprobleme)
  • Plötzlicher hoher Fieber, Halsschmerzen, Entzündungen im Mund (Hinweis auf einen Mangel an weißen Blutkörperchen)
  • Verwirrtheitszustände mit Schwäche, Muskelbeschwerden durch niedrigen Natriumspiegel
  • Epileptische Anfälle
  • Serotonin-Syndrom (Fieber, Unruhe, Muskelzuckungen, Schwitzen, Bewusstlosigkeit)
  • Schwere Hautreaktionen mit Ausschlägen, Blasen, Wunden im Mund oder Fieber
  • Großflächiger Ausschlag mit Fieber und geschwollenen Lymphknoten
  • Muskelschmerzen, Dunkelfärbung des Urins (Abbau von Muskelgewebe)
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Empfindungsstörungen im Mund
  • Schwellungen im Mundraum
  • Erhöhter Speichelfluss
  • Schlafwandeln
  • Störungen bei der Sprache
  • Lang anhaltende schmerzhafte Erektionen
  • Erhöhte Werte bestimmter Hormone im Blut (vergrößerte Brust oder milchiger Ausfluss)

Was ist Mirtazapin?

Mirtazapin wird zur Behandlung von Depressionen eingesetzt und gehört zur Gruppe der Antidepressiva. Es hilft, die Stimmung zu verbessern und kann Schlafstörungen lindern. Das Arzneimittel wird üblicherweise für Erwachsene verordnet. Es ist speziell für Menschen gedacht, die an einer depressiven Erkrankung leiden.

Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?

Achten Sie darauf, Mirtazapin nicht einzunehmen, wenn Sie allergisch dagegen sind oder bestimmte andere Medikamente wie MAO-Hemmer einnehmen. Teilen Sie Ihrem Arzt mit, ob Sie an anderen Erkrankungen wie Epilepsie, Leberproblemen, Herzerkrankungen oder Diabetes leiden. Informieren Sie Ihren Arzt über alle anderen Medikamente, die Sie nehmen – manche können Wechselwirkungen verursachen. Schwangere, Stillende und ältere Menschen sowie Jugendliche sollten die Behandlung besonders sorgfältig mit dem Arzt besprechen.

Wie ist Mirtazapin einzunehmen?

Nehmen Sie Mirtazapin immer genau nach Anweisung Ihres Arztes ein, meist einmal täglich vor dem Schlafengehen. Die Dosierung bestimmt Ihr Arzt, sie kann je nach Alter oder Vorerkrankungen angepasst werden. Wenn Sie eine Dosis vergessen, holen Sie sie nicht nach, sondern setzen Sie die Einnahme wie gewohnt fort. Beenden Sie die Behandlung nie abrupt, sondern sprechen Sie vor dem Absetzen mit Ihrem Arzt, um Entzugserscheinungen zu vermeiden.

Wie ist Mirtazapin aufzubewahren?

Bewahren Sie Mirtazapin außerhalb der Reichweite von Kindern und in der Originalverpackung auf. Verwenden Sie das Medikament nicht mehr nach Ablauf des Verfallsdatums. Entsorgen Sie es nicht über Abwasser oder den Hausmüll – Ihre Apotheke informiert Sie über die richtige Entsorgung.

Wichtige Wechselwirkungen

Mirtazapin darf nicht zusammen mit sogenannten MAO-Hemmern eingenommen werden, auch nicht, wenn diese in den letzten zwei Wochen angewendet wurden. Wenn Sie schon einmal nach Mirtazapin oder einem anderen Arzneimittel einen schweren Hautausschlag, Hautabschuppungen, Blasen oder wunde Stellen im Mund hatten, müssen Sie das vor der Einnahme mit Ihrem Arzt besprechen. Die Fachinformation nennt außerdem, dass bei schweren Hautreaktionen die Behandlung nicht wiederaufgenommen werden darf. Weitere Wechselwirkungen werden in der übergebenen Fachinformation nicht konkret genannt.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Suchen Sie unverzüglich einen Arzt oder ein Krankenhaus auf, wenn Sie Gedanken entwickeln, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Brechen Sie Mirtazapin ab und wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, wenn Sie Anzeichen einer schweren Nebenwirkung bemerken, zum Beispiel eine Gelbfärbung von Augen und Haut. Auch bei plötzlich auftretendem hohem Fieber, Halsschmerzen und Geschwüren im Mund sollen Sie sofort ärztliche Hilfe suchen, weil das auf eine schwere Störung der Blutbildung hinweisen kann. Dasselbe gilt bei schweren Hautreaktionen wie Blasenbildung, Hautabschälung oder wunden Stellen im Mund.

Steckbrief: Mirtazapin

Wirkstoffgruppe
Antidepressiva
Anwendungsgebiet
Behandlung depressiver Erkrankungen (Episoden einer Major Depression) bei Erwachsenen
Darreichungsform
Filmtabletten
Rezeptpflicht
Ja
Häufigste Nebenwirkung
Verstärkter Appetit und Gewichtszunahme

Häufige Fragen

Wofür wird Mirtazapin angewendet?

Mirtazapin wird zur Behandlung depressiver Erkrankungen, genauer von Episoden einer Major Depression, bei Erwachsenen eingesetzt.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wie schnell wirkt Mirtazapin?

Die Wirkung setzt meist nach 1 bis 2 Wochen ein. Nach 2 bis 4 Wochen kann eine Besserung spürbar werden.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wann sollte ich meinen Arzt kontaktieren, wenn es mir nicht besser geht?

Sie sollen Ihren Arzt wenden, wenn Sie sich nach 2 bis 4 Wochen nicht besser fühlen oder wenn es Ihnen schlechter geht.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Darf Mirtazapin zusammen mit MAO-Hemmern eingenommen werden?

Nein. Mirtazapin darf nicht eingenommen werden, wenn Sie MAO-Hemmer einnehmen oder in den letzten zwei Wochen eingenommen haben.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Nebenwirkung tritt am häufigsten auf?

Sehr häufig sind verstärkter Appetit und Gewichtszunahme, außerdem Schläfrigkeit oder Müdigkeit, Kopfschmerzen und trockener Mund.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche schweren Nebenwirkungen erfordern sofortige Hilfe?

Sofort ärztliche Hilfe ist nötig bei Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid, bei schweren Hautreaktionen, bei Gelbfärbung von Augen und Haut sowie bei Anzeichen einer schweren Infektion wie Fieber, Halsschmerzen und Geschwüren im Mund.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Darreichungsform ist in der Fachinformation genannt?

Genannt werden Filmtabletten.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Quellen & Referenzen

Stand der Fachinformation: 17. April 2026

Über diesen Artikel

Verfasst von

Redaktionsteam

Medizinredaktion nebenwirkungen-info.de

Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.