Zum Inhalt springen

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Levetiracetam
Nebenwirkungen

Aktualisiert: 17. April 2026

Levetiracetam ist ein bewährter Wirkstoff zur Behandlung von Epilepsie und hilft, die Häufigkeit von Anfällen zu senken. Er kommt in bekannten Präparaten wie Keppra® 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen oder als Konzentrat zur Infusion zum Einsatz. Das Medikament wird bei unterschiedlichen Formen von epileptischen Anfällen verschrieben. Auch wenn die Behandlung meist gut vertragen wird, sollten Sie die möglichen Nebenwirkungen von Levetiracetam kennen.

Anwendung: Behandlung von Epilepsie: als Monotherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren mit erstmals festgestellter Epilepsie mit partiellen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung; als Zusatzbehandlung bei partiellen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung ab 4 Jahren, bei myoklonischen Anfällen ab 12 Jahren mit juveniler myoklonischer Epilepsie und bei primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen ab 12 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie
Darreichung: Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Rezept: Ja
Lesezeit: 3 Min.

Mögliche Nebenwirkungen

Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig≥ 1 von 10
Häufig1 bis 10 von 100
Gelegentlich1 bis 10 von 1.000
Selten1 bis 10 von 10.000
Sehr selten< 1 von 10.000
UnbekanntPost-Marketing-Meldungen

Sehr häufig

  • Entzündung im Nasen- und Rachenraum
  • Schläfrigkeit
  • Kopfschmerzen

Häufig

  • Appetitlosigkeit
  • Niedergeschlagenheit, Angst oder Reizbarkeit
  • Schlaflosigkeit oder Unruhe
  • Krämpfe
  • Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
  • Energie- und Antriebslosigkeit
  • Zittern
  • Drehschwindel
  • Husten
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Verdauungsprobleme
  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Hautausschlag
  • Schwächegefühl oder Müdigkeit

Gelegentlich

  • Weniger Blutplättchen oder weiße Blutzellen
  • Gewichtszunahme oder -verlust
  • Selbstmordgedanken oder -versuch
  • Stimmungsschwankungen
  • Verwirrtheit
  • Wutanfälle
  • Abnormes Verhalten
  • Konzentrationsprobleme
  • Zweifache Bilder sehen oder unscharfes Sehen
  • Erhöhte Leberwerte
  • Haarausfall oder Ekzeme
  • Juckreiz
  • Muskelschmerzen oder Muskelschwäche
  • Koordinationsstörungen
  • Sturzverletzungen

Selten

  • Infektionen
  • Sehr starke allergische Reaktionen (zum Beispiel Atemnot oder Schwellungen im Gesicht)
  • Verminderung aller Blutzellen
  • Niedriger Natriumwert im Blut
  • Selbsttötung oder Verhaltensstörung
  • Wahnvorstellungen (wie Fieberträume)
  • Bestimmte Veränderungen im Gehirn (Enzephalopathie)
  • Verschlechterung der Anfälle
  • Unkontrollierbare Muskelzuckungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Leberentzündung oder Leberversagen
  • Probleme mit den Nieren
  • Starker Hautausschlag mit Blasen oder Hautablösung (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom)
  • Abbau von Muskeln
  • Humpeln oder Probleme beim Gehen
  • Starke Anspannung oder Unruhe
  • Störungen von Blutdruck oder Herzschlag

Sehr selten

  • Zwangsgedanken oder starker Drang, Dinge zu wiederholen

Was ist Levetiracetam?

Levetiracetam ist ein Medikament gegen Epilepsie. Es kann allein oder zusätzlich zu anderen Arzneimitteln eingenommen werden, um Anfälle zu verhindern oder zu verringern. Es kommt bei Erwachsenen, Jugendlichen und sogar Kindern ab einem Monat bei verschiedenen Formen von Anfällen zum Einsatz. Ihr Arzt verschreibt Ihnen Levetiracetam, damit Sie weniger und leichtere Anfälle haben.

Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?

Achten Sie auf mögliche Allergien gegen den Wirkstoff oder andere Bestandteile. Informieren Sie Ihren Arzt über Nierenprobleme, Stimmungsschwankungen oder ungewöhnliche Gedanken. Levetiracetam kann das Reaktionsvermögen beeinflussen – seien Sie daher im Straßenverkehr oder beim Bedienen von Maschinen vorsichtig. Brechen Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache ab, besonders während Schwangerschaft oder Stillzeit.

Wie ist Levetiracetam einzunehmen?

Nehmen Sie Levetiracetam immer so ein, wie Ihr Arzt es vorgibt. In der Regel wird das Präparat zweimal täglich eingenommen, jeweils morgens und abends. Die Dosierung hängt vom Alter, Körpergewicht und dem Behandlungsziel ab. Verdünnen Sie die Lösung gegebenenfalls wie empfohlen – die genaue Anwendung erklärt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker. Beenden Sie die Therapie nie eigenständig.

Wie ist Levetiracetam aufzubewahren?

Bewahren Sie Levetiracetam außerhalb der Reichweite von Kindern auf und nutzen Sie die Originalverpackung zum Schutz vor Licht. Das Medikament sollte nach dem Öffnen innerhalb von 7 Monaten aufgebraucht werden. Entsorgen Sie Arzneimittelreste nicht im Abwasser, sondern fragen Sie in der Apotheke nach umweltgerechter Entsorgung.

Wichtige Wechselwirkungen

Levetiracetam darf nicht zusammen mit Macrogol angewendet werden, wenn Macrogol eine Stunde vor oder eine Stunde nach Levetiracetam eingenommen wird, weil dadurch die Wirkung von Levetiracetam herabgesetzt werden kann. Wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, sollen Sie Ihren Arzt oder Apotheker informieren. In der Fachinformation werden außerdem keine weiteren konkreten Wechselwirkungen genannt.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Suchen Sie so schnell wie möglich einen Arzt auf, wenn während der Anwendung neue Symptome auftreten. Dazu gehören ungewöhnliche Gedanken, Reizbarkeit oder deutlich aggressiveres Verhalten sowie Veränderungen der Stimmung oder des Verhaltens. Auch wenn sich Ihre Anfälle verschlechtern oder häufiger auftreten, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion, einer starken Hautreaktion, plötzlich verringerter Nierenfunktion oder schweren geistigen Veränderungen sollen Sie umgehend medizinische Hilfe suchen.

Steckbrief: Levetiracetam

Wirkstoffgruppe
Antiepileptikum
Anwendungsgebiet
Behandlung von Epilepsie: als Monotherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren mit erstmals festgestellter Epilepsie mit partiellen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung; als Zusatzbehandlung bei partiellen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung ab 4 Jahren, bei myoklonischen Anfällen ab 12 Jahren mit juveniler myoklonischer Epilepsie und bei primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen ab 12 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie
Darreichungsform
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Rezeptpflicht
Ja
Häufigste Nebenwirkung
Nasopharyngitis, Somnolenz, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel

Häufige Fragen

Was ist Levetiracetam?

Levetiracetam ist ein Antiepileptikum, also ein Arzneimittel zur Behandlung von Anfällen bei Epilepsie.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wofür wird Levetiracetam angewendet?

Levetiracetam wird zur Behandlung bestimmter epileptischer Anfälle eingesetzt: allein bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren mit erstmals festgestellter Epilepsie sowie zusätzlich zu anderen Antiepileptika bei partiellen Anfällen ab 4 Jahren, bei myoklonischen Anfällen ab 12 Jahren und bei primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen ab 12 Jahren.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wann darf Levetiracetam nicht angewendet werden?

Levetiracetam darf nicht angewendet werden, wenn Sie allergisch gegen Levetiracetam, Pyrrolidonderivate oder einen der sonstigen Bestandteile sind.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Nebenwirkungen treten am häufigsten auf?

Am häufigsten wurden Nasopharyngitis, Somnolenz, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel berichtet. Zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosissteigerung können Schläfrigkeit, Müdigkeit und Schwindel häufiger auftreten.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Beschwerden erfordern sofort ärztliche Hilfe?

Sofort ärztliche Hilfe ist nötig bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion, bei Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen, bei schweren Hautreaktionen, bei plötzlich verringerter Nierenfunktion oder bei schweren geistigen Veränderungen wie Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Gedächtnisverlust oder unkontrollierten Bewegungen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Darf ich Levetiracetam in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?

In der Schwangerschaft darf Levetiracetam nur angewendet werden, wenn der Arzt es nach sorgfältiger Abwägung für erforderlich hält. Das Stillen wird während der Behandlung nicht empfohlen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Beeinträchtigt Levetiracetam die Fahrtüchtigkeit?

Ja, Levetiracetam kann müde machen und dadurch die Fähigkeit zum Steuern eines Fahrzeugs oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen, besonders zu Behandlungsbeginn oder nach einer Dosissteigerung.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Quellen & Referenzen

Stand der Fachinformation: 17. April 2026

Über diesen Artikel

Verfasst von

Redaktionsteam

Medizinredaktion nebenwirkungen-info.de

Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.