Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.
Gentamicin
Nebenwirkungen
Gentamicin ist ein wirksames Antibiotikum zur Behandlung schwerer bakterieller Infektionen. Es kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn andere Medikamente nicht wirken und ist in bekannten Präparaten wie Gentamicin 40/-80/-160 HEXAL SF Ampullen oder Gentamicin-POS® Augensalbe enthalten. Das Mittel wird häufig im Krankenhaus verabreicht, um Infektionen der Harnwege, Lunge oder Haut zu bekämpfen. Zu beachten sind jedoch mögliche Nebenwirkungen von Gentamicin, über die Sie sich vor der Anwendung informieren sollten.
Mögliche Nebenwirkungen
Was bedeuten die Häufigkeiten?
Häufig
- Vorübergehende Einschränkung der Nierenfunktion, manchmal mit Eiweiß oder Blut im Urin, verringerter Urinmenge oder erhöhten Laborwerten. Die Gefahr ist vor allem bei hohen Dosen oder längerer Anwendung erhöht.
Selten
- Verminderte Werte von Kalium, Calcium oder Magnesium im Blut bei längerer oder hochdosierter Anwendung.
- Vorübergehend erhöhte Leberwerte oder mehr Bilirubin im Blut (kann bei Untersuchungen auffallen).
Sehr selten
- Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Pelzigkeit an Armen und Beinen.
- Veränderungen bei den Blutzellen (zum Beispiel weniger Blutplättchen).
- Schwerwiegende Nierenschäden.
- Vermehrte Ausscheidung von Phosphat und Aminosäuren im Urin (auffällig bei langfristig hoher Dosierung).
Häufigkeit nicht abschätzbar
Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.
- Schädigung des Hör- oder Gleichgewichtsnervs: Schwindel, Ohrgeräusche, Hörminderung oder Taubheit (kann bleibend sein).
- Schmerzen an der Einstichstelle bei Spritzen.
- Durchfall, manchmal mit Blut oder Bauchschmerzen.
- Infektionen mit Keimen, gegen die Gentamicin nicht wirkt.
- Allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen, schwere Hautreaktionen oder allergischer Schock.
- Bewusstseinsstörungen oder niedriger Blutdruck.
Was ist Gentamicin?
Gentamicin ist ein stark wirksames Antibiotikum. Es bekämpft schwere bakterielle Infektionen, besonders wenn andere Mittel nicht helfen. Es wird bei Infektionen der Harnwege, Lunge, Herz, Knochen, im Bauchraum und bei Abwehrschwäche eingesetzt. Ihr Arzt entscheidet, ob Gentamicin für Sie geeignet ist.
Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?
Wenden Sie Gentamicin nicht an, wenn Sie allergisch darauf reagieren. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an Erkrankungen wie Muskelschwäche (z.B. Myasthenia gravis), Parkinson oder Störungen des Gehörs leiden. Ihre Nieren, das Gehör und Ihr Gleichgewicht sollten regelmäßig überprüft werden. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Gentamicin sollte während Schwangerschaft und Stillzeit nur in absoluten Ausnahmefällen verwendet werden.
Wie ist Gentamicin einzunehmen?
Die Dosierung richtet sich nach Alter, Gewicht und Nierenfunktion. Gentamicin wird meist als Spritze oder Infusion vom Arzt verabreicht. Halten Sie sich genau an die ärztlichen Anweisungen. Während der Behandlung werden Blutwerte und Nierenfunktion kontrolliert. Die Behandlungsdauer beträgt meist 7 bis 14 Tage.
Wie ist Gentamicin aufzubewahren?
Bewahren Sie Gentamicin für Kinder unzugänglich auf. Verwenden Sie es nicht mehr nach dem aufgedruckten Verfallsdatum. Entsorgen Sie es nicht über das Abwasser, sondern bringen Sie es zur sicheren Entsorgung in die Apotheke.
Quellen & Referenzen
- Offizielle Fachinformation: patienteninfo-service.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Europäische Arzneimittel-Agentur: ema.europa.eu
Stand der Fachinformation: 29. Juli 2025
Über diesen Artikel
Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.