Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.
Ezetimib
Nebenwirkungen
Ezetimib ist ein bewährter Wirkstoff zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte im Blut und wird häufig verschrieben, wenn eine Ernährung allein nicht ausreicht. Er blockiert die Aufnahme von Cholesterin im Darm und trägt so dazu bei, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren. Ezetimib ist in namhaften Präparaten wie EZETIMIB Aurobindo 10 mg Tabletten oder Ezetimib Mylan 10 mg Tabletten enthalten. Welche möglichen Nebenwirkungen von Ezetimib auftreten können, erfahren Sie hier im Überblick.
Mögliche Nebenwirkungen
Was bedeuten die Häufigkeiten?
Häufig
- Bauchschmerzen
- Durchfall
- Blähungen
- Müdigkeit
- Erhöhte Leberwerte im Blut
- Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen
Gelegentlich
- Erhöhte Laborwerte (Leberwerte, Muskelenzyme)
- Husten
- Verdauungsprobleme
- Sodbrennen
- Übelkeit
- Schmerzen in Gelenken
- Muskelkrämpfe
- Nackenschmerzen
- Wenig Appetit
- Allgemeine Schmerzen
- Brustschmerzen
- Hitzewallungen
- Bluthochdruck
- Kribbeln in Armen oder Beinen
- Trockener Mund
- Magenschmerzen
- Blut im Erbrochenen oder im Stuhl
- Juckreiz
- Hautausschlag
- Nesselsucht
- Rückenschmerzen
- Muskelschwäche
- Schmerzen in Armen und Beinen
- Außergewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche
- Schwellungen, besonders an Händen oder Füßen
Häufigkeit nicht abschätzbar
Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.
- Unklare Muskelschmerzen oder Muskelschwäche (bis hin zu schwerwiegenden Muskelproblemen)
- Allergische Reaktionen, wie Schwellungen im Gesicht, an Lippen, Zunge oder Rachen und Atembeschwerden
- Bauchspeicheldrüsenentzündung (häufig mit starken Bauchschmerzen)
- Gallensteine oder Entzündung der Gallenblase (Anzeichen: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen)
- Rötlicher Hautausschlag mit eventuell zielscheibenartigem Aussehen
- Entzündung der Leber (Gelbsucht, Müdigkeit, heller Stuhl, dunkler Urin)
- Schwindel
- Verstopfung
- Verringerte Blutplättchenzahl (Blutungen möglich)
- Depression
- Kurzatmigkeit
Was ist Ezetimib?
Ezetimib senkt den Cholesterinspiegel im Blut, indem es die Aufnahme von Cholesterin im Darm hemmt. Es hilft insbesondere dann, wenn eine cholesterinarme Diät allein nicht ausreicht. Oft wird Ezetimib zusammen mit weiteren Cholesterinsenkern wie Statinen verschrieben und kann helfen, das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verringern. Im Rahmen der Behandlung sollten Sie Ihre angepasste Ernährung weiterhin beibehalten.
Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?
Achten Sie darauf, Ezetimib nicht einzunehmen, wenn Sie allergisch dagegen sind. In Kombination mit Statinen dürfen Sie es nicht bei bestehenden Leberkrankheiten oder in der Schwangerschaft verwenden. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Ihre Medikamente und gesundheitlichen Probleme. Es besteht ein Risiko für seltene Muskelprobleme – sollten Sie ungeklärte Muskelschmerzen spüren, suchen Sie bitte einen Arzt auf.
Wie ist Ezetimib einzunehmen?
Nehmen Sie Ezetimib einmal täglich ein, möglichst immer zur gleichen Zeit. Die Tablette kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Falls Ihnen Ezetimib zusammen mit anderen Cholesterinsenkern verschrieben wurde, halten Sie die Reihenfolge und Einnahmezeiten wie empfohlen ein. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge, sondern fahren Sie wie gewohnt am nächsten Tag fort.
Wie ist Ezetimib aufzubewahren?
Lagern Sie Ezetimib außerhalb der Reichweite von Kindern. Das Arzneimittel kann bei normaler Zimmertemperatur aufbewahrt werden, spezielle Bedingungen sind nicht nötig. Beachten Sie das auf der Verpackung angegebene Verfallsdatum und verwenden Sie angebrochene HDPE-Flaschen innerhalb von 100 Tagen nach Anbruch. Entsorgen Sie nicht genutzte Tabletten umweltgerecht – Ihre Apotheke hilft weiter.
Wichtige Wechselwirkungen
Ezetimib darf nicht zusammen mit einem Statin eingenommen werden, wenn Sie gegenwärtig an einer Lebererkrankung leiden, schwanger sind oder stillen. Die gemeinsame Anwendung mit Fibraten sollte vermieden werden, weil Sicherheit und Wirksamkeit dieser Kombination nicht nachgewiesen wurden. Wenn Sie Colestyramin einnehmen, kann das die Wirkungsweise von Ezetimib beeinträchtigen. Auch Ciclosporin sowie Blutgerinnungshemmer mit Wirkstoffen wie Warfarin, Phenprocoumon, Acenocoumarol oder Fluindion sollten Sie Ihrem Arzt nennen.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn Sie unerklärliche Muskelschmerzen, Druckempfindlichkeit oder Schwäche der Muskulatur bemerken. Das gilt auch bei Anzeichen einer schweren Muskelkrankheit bis hin zum Muskelabbau mit möglichem Nierenversagen. Ebenfalls sofort ärztlich abklären lassen sollten Sie Schwellungen im Gesicht, an den Lippen, der Zunge oder im Rachen, vor allem wenn Atem- oder Schluckprobleme dazukommen. Wenn Sie Ezetimib zusammen mit einem Statin einnehmen und schwanger werden, sollen Sie beide Arzneimittel sofort absetzen und Ihren Arzt informieren.
Steckbrief: Ezetimib
- Wirkstoffgruppe
- Cholesterinsenker
- Anwendungsgebiet
- Senkung erhöhter Cholesterinwerte im Blut; zusätzlich zu einer cholesterinsenkenden Diät bei primärer Hypercholesterinämie, homozygoter familiärer Hypercholesterinämie und homozygoter Sitosterinämie/Phytosterinämie
- Darreichungsform
- Tabletten
- Rezeptpflicht
- Ja
- Häufigste Nebenwirkung
- Bauchschmerzen
Häufige Fragen
Wofür wird Ezetimib angewendet?
Ezetimib senkt erhöhte Cholesterinwerte im Blut. Es wird zusätzlich zu einer cholesterinsenkenden Diät eingesetzt, wenn die Diät allein nicht ausreicht. Je nach Situation kann es allein oder zusammen mit einem Statin angewendet werden.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Wie wirkt Ezetimib?
Ezetimib vermindert die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm. Dadurch sinken Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyzeride; HDL-Cholesterin kann ansteigen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche häufigen Nebenwirkungen kann Ezetimib allein haben?
Häufig berichtet wurden Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen und Müdigkeit. Gelegentlich kamen unter anderem Verdauungsstörungen, Sodbrennen, Übelkeit, Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfe und Nackenschmerzen vor.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Nebenwirkungen sind bei Ezetimib zusammen mit einem Statin möglich?
Häufig wurden erhöhte Leberwerte, Kopfschmerzen sowie Muskelschmerzen, Empfindlichkeit oder Schwäche der Muskulatur berichtet. Gelegentlich traten unter anderem Kribbeln, trockener Mund, Hautausschlag, Rückenschmerzen, Muskelschwäche, Schmerzen in Armen und Beinen sowie Schwellungen an Händen und Füßen auf.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Darf Ezetimib in der Schwangerschaft eingenommen werden?
In Kombination mit einem Statin darf Ezetimib in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, sollen Sie vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen. Wird die Schwangerschaft während der Behandlung mit Ezetimib und einem Statin festgestellt, sollen beide Arzneimittel sofort abgesetzt werden.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Darf Ezetimib in der Stillzeit eingenommen werden?
In Kombination mit einem Statin darf Ezetimib in der Stillzeit nicht eingenommen werden. Auch allein ohne Statin soll Ezetimib während des Stillens nicht angewendet werden; fragen Sie dazu Ihren Arzt um Rat.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Arzneimittel können mit Ezetimib wechselwirken?
Wichtig sind vor allem Statine, Fibrate, Colestyramin, Ciclosporin und Blutgerinnungshemmer wie Warfarin, Phenprocoumon, Acenocoumarol oder Fluindion. Diese Kombinationen sollen Sie mit Ihrem Arzt besprechen.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Was soll ich tun, wenn ich starke Muskelschmerzen bekomme?
Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, wenn Sie unerklärliche Muskelschmerzen, Empfindlichkeit oder Schwäche der Muskulatur bemerken. Die Fachinformation weist darauf hin, dass in seltenen Fällen eine schwere Muskelerkrankung bis hin zum Muskelabbau mit Nierenversagen auftreten kann.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Quellen & Referenzen
- Offizielle Fachinformation: patienteninfo-service.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Europäische Arzneimittel-Agentur: ema.europa.eu
Stand der Fachinformation: 17. April 2026
Über diesen Artikel
Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.