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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Empagliflozin
Nebenwirkungen

Aktualisiert: 17. April 2026

Empagliflozin ist ein innovativer Wirkstoff zur Behandlung von Typ-2-Diabetes, Herzinsuffizienz und chronischer Nierenerkrankung. Das Medikament gehört zur Gruppe der SGLT-2-Hemmer und hilft, den Blutzucker über die Nieren zu senken. Es findet sich zum Beispiel in Präparaten wie Jardiance® Filmtabletten von Boehringer Ingelheim. Informieren Sie sich hier ausführlich – inklusive häufigen und seltenen Nebenwirkungen von Empagliflozin.

Anwendung: Behandlung von Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren, Behandlung von Herzinsuffizienz bei erwachsenen Patienten mit Symptomen aufgrund einer beeinträchtigten Herzfunktion und Behandlung einer chronischen Niereninsuffizienz bei erwachsenen Patienten
Darreichung: Filmtabletten
Rezept: Ja
Lesezeit: 3 Min.

Mögliche Nebenwirkungen

Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig≥ 1 von 10
Häufig1 bis 10 von 100
Gelegentlich1 bis 10 von 1.000
Selten1 bis 10 von 10.000
Sehr selten< 1 von 10.000
UnbekanntPost-Marketing-Meldungen

Sehr häufig

  • Zu niedrige Blutzuckerwerte (besonders in Kombination mit anderen Mitteln, die den Blutzucker senken) – erkennbar z. B. durch Zittern, Schwitzen, Hunger oder schnellem Herzschlag
  • Infektionen der Harnwege – zum Beispiel Brennen beim Wasserlassen oder trüber Urin
  • Flüssigkeitsmangel – äußert sich durch starken Durst, Schwindel oder Ohnmachtsgefühl

Häufig

  • Pilzinfektionen im Genitalbereich mit Juckreiz oder Ausfluss
  • Größere oder häufigere Urinausscheidung
  • Juckreiz der Haut
  • Hautausschlag oder Hautrötung, ggf. mit Juckreiz und Bläschen
  • Verstopfung
  • Durstgefühl
  • Blutfettwerte können ansteigen (wird im Blut gemessen)

Gelegentlich

  • Allergische Reaktionen wie Schwellungen im Gesichts- oder Rachenbereich
  • Ketoazidose – Warnzeichen sind z. B. schneller Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen oder tiefe, schnelle Atmung
  • Nesselsucht (starker, juckender Hautausschlag)
  • Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • Verschlechterung der Nierenfunktion (bei Blutuntersuchungen erkennbar)
  • Anstieg der roten Blutkörperchen

Selten

  • Schwere Infektion im Intim- oder Damm-Bereich (Fournier-Gangrän), die umgehend behandelt werden muss

Sehr selten

  • Nierenentzündung (meist mit Schmerzen und Unwohlsein)

Was ist Empagliflozin?

Empagliflozin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der SGLT-2-Hemmer. Er wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt, wenn Diät und Bewegung nicht ausreichen. Außerdem schützt er das Herz und kann die Nierenfunktion unterstützen, z. B. bei Herzschwäche oder chronischer Nierenerkrankung. Das Medikament fördert die Ausscheidung von Zucker über den Urin und hilft so, den Blutzuckerspiegel zu senken.

Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?

Achten Sie darauf, Empagliflozin niemals einzunehmen, wenn Sie allergisch darauf reagieren. Suchen Sie sofort einen Arzt auf, falls Sie Symptome wie starken Durst, schnelle Atmung, Übelkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit bemerken – das könnten Warnzeichen einer sogenannten Ketoazidose sein. Nehmen Sie dieses Arzneimittel nicht bei Typ-1-Diabetes. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie schwere Nieren- oder Leberprobleme haben, viel Flüssigkeit verlieren (zum Beispiel durch Durchfall) oder schwanger sind. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind möglich – besprechen Sie Ihre Einnahme daher immer ärztlich.

Wie ist Empagliflozin einzunehmen?

Nehmen Sie Empagliflozin immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Die übliche Dosis beträgt einmal täglich eine Tablette, die Sie mit Wasser schlucken können – unabhängig von den Mahlzeiten und am besten immer zur gleichen Tageszeit. Falls Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie diese nach, es sei denn, es sind weniger als 12 Stunden bis zur nächsten Einnahme. Setzen Sie das Medikament nicht selbstständig ab, sondern besprechen Sie alles mit Ihrem Arzt.

Wie ist Empagliflozin aufzubewahren?

Bewahren Sie Empagliflozin für Kinder unzugänglich auf. Es sind keine speziellen Lagerbedingungen nötig. Verwenden Sie das Medikament nicht mehr nach Ablauf des Verfallsdatums auf der Verpackung. Bringen Sie nicht mehr benötigte Tabletten zur Entsorgung in die Apotheke, um die Umwelt zu schützen.

Wichtige Wechselwirkungen

Empagliflozin kann zusammen mit Insulin oder einem Sulfonylharnstoff das Risiko für niedrige Blutzuckerwerte erhöhen. Wenn Sie solche Mittel zusammen einnehmen, kann es eher zu Zittern, Schwitzen, Unruhe, Verwirrtheit, Heißhunger oder Kopfschmerzen kommen. Auch Arzneimittel, die die Harnausscheidung erhöhen (Diuretika), oder Mittel, die den Blutdruck senken, können problematisch sein, weil sie das Risiko für Flüssigkeitsmangel erhöhen. Wenn Sie 75 Jahre oder älter sind, Erbrechen, Durchfall oder Fieber haben oder nicht essen und trinken können, steigt dieses Risiko ebenfalls. Bei schwerwiegenden Nierenproblemen kann Ihr Arzt die Dosis begrenzen oder ein anderes Arzneimittel verordnen.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Suchen Sie sofort einen Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus auf, wenn Anzeichen einer Ketoazidose auftreten, zum Beispiel rascher Gewichtsverlust, Übelkeit oder Erbrechen, Bauchschmerzen, übermäßiger Durst, schnelle und tiefe Atmung, Verwirrtheit oder ungewöhnliche Schläfrigkeit. Auch Schwellungen im Gesicht, an Lippen, Mund, Zunge oder Rachen mit Atem- oder Schluckbeschwerden sind ein Notfall. Melden Sie sich umgehend, wenn Schmerzen, Rötung, Schwellung oder Empfindlichkeit im Genitalbereich oder zwischen Genitalien und Anus zusammen mit Fieber oder allgemeinem Unwohlsein auftreten. Dasselbe gilt bei Zeichen eines schweren Flüssigkeitsmangels wie Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit.

Steckbrief: Empagliflozin

Wirkstoffgruppe
SGLT-2-Hemmer
Anwendungsgebiet
Behandlung von Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren, Behandlung von Herzinsuffizienz bei erwachsenen Patienten mit Symptomen aufgrund einer beeinträchtigten Herzfunktion und Behandlung einer chronischen Niereninsuffizienz bei erwachsenen Patienten
Darreichungsform
Filmtabletten
Rezeptpflicht
Ja
Häufigste Nebenwirkung
Flüssigkeitsmangel (Dehydratation)

Häufige Fragen

Wofür wird Empagliflozin angewendet?

Empagliflozin wird zur Behandlung des Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren eingesetzt, wenn Diät und Bewegung nicht ausreichen. Es wird außerdem zur Behandlung der Herzinsuffizienz bei erwachsenen Patienten mit Symptomen aufgrund einer beeinträchtigten Herzfunktion und zur Behandlung einer chronischen Niereninsuffizienz bei erwachsenen Patienten angewendet.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wie wirkt Empagliflozin?

Empagliflozin hemmt das SGLT-2-Protein in den Nieren. Dadurch wird Glucose über den Urin ausgeschieden und der Blutzuckerspiegel gesenkt.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Darf Empagliflozin bei Typ-1-Diabetes eingenommen werden?

Nein. Wenn Sie Typ-1-Diabetes haben, sollten Sie Empagliflozin nicht einnehmen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wann sollte ich Empagliflozin sofort absetzen und Hilfe holen?

Wenn Sie Anzeichen einer Ketoazidose bemerken, sollen Sie umgehend einen Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus aufsuchen und Empagliflozin so lange nicht einnehmen, bis Ihr Arzt etwas anderes sagt. Zu den Warnzeichen gehören rascher Gewichtsverlust, Übelkeit oder Erbrechen, Bauchschmerzen, übermäßiger Durst, schnelle und tiefe Atmung, Verwirrtheit, ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Müdigkeit sowie ein süßlicher Geruch des Atems oder ein süßlicher oder metallischer Geschmack im Mund.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Anzeichen sprechen für einen Flüssigkeitsmangel?

Mögliche Anzeichen sind ungewöhnlich starkes Durstgefühl, Benommenheit oder Schwindel beim Aufstehen sowie Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Nebenwirkungen kommen häufig vor?

Häufig genannt werden Hefepilzinfektionen im Genitalbereich, häufigeres Wasserlassen oder eine größere Harnmenge als gewöhnlich, Juckreiz, Hautausschlag oder Hautrötung, Durst, ein Anstieg des Cholesterins in Blutuntersuchungen und Verstopfung.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Nebenwirkungen sind sehr häufig?

Sehr häufig sind niedrige Blutzuckerwerte, wenn Empagliflozin zusammen mit einem anderen blutzuckersenkenden Arzneimittel wie Insulin oder einem Sulfonylharnstoff eingenommen wird, sowie Flüssigkeitsmangel (Dehydratation).

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche schweren Nebenwirkungen sind selten oder gelegentlich beschrieben?

Gelegentlich wurden schwere allergische Reaktionen und Ketoazidose beobachtet. Selten wurde eine nekrotisierende Fasziitis des Perineums, auch Fournier-Gangrän genannt, beschrieben. Sehr selten wurde eine Nierenentzündung genannt.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Quellen & Referenzen

Stand der Fachinformation: 17. April 2026

Über diesen Artikel

Verfasst von

Redaktionsteam

Medizinredaktion nebenwirkungen-info.de

Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.