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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Amoxicillin
Nebenwirkungen

Aktualisiert: 17. April 2026

Amoxicillin ist eines der am häufigsten eingesetzten Antibiotika zur Behandlung bakterieller Infektionen. Es zählt zur Gruppe der Penicilline und wird sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen angewendet. Präparate wie INFECTOMOX® 250 Saft oder INFECTOMOX® 500 Saft enthalten Amoxicillin und sind in vielen Arztpraxen bekannt. Wenn Sie mehr zu den möglichen Nebenwirkungen von Amoxicillin wissen möchten, finden Sie in diesem Artikel einen detaillierten Überblick.

Wirkstoffgruppe: Antibiotika (Penicilline)
Anwendung: Behandlung von durch Bakterien verursachten Infektionen an verschiedenen Stellen des Körpers; auch in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung eines Magengeschwürs
Darreichung: Pulver zur Herstellung einer gebrauchsfertigen Suspension
Rezept: Ja
Lesezeit: 4 Min.

Mögliche Nebenwirkungen

Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig≥ 1 von 10
Häufig1 bis 10 von 100
Gelegentlich1 bis 10 von 1.000
Selten1 bis 10 von 10.000
Sehr selten< 1 von 10.000
UnbekanntPost-Marketing-Meldungen

Häufig

  • Ausschlag auf der Haut
  • Übelkeit
  • Durchfall

Gelegentlich

  • Erbrechen
  • Leichter, juckender Hautausschlag mit rosa-roten Flecken und Schwellungen an Armen, Beinen, Händen oder Füßen

Selten

  • Starke Überempfindlichkeitsreaktionen oder Verkrampfung der Atemwege

Sehr selten

  • Pilzinfektion im Mund, in der Scheide oder Hautfalten (Soor)
  • Probleme mit den Nieren
  • Krämpfe, vor allem bei hoher Dosierung oder Nierenproblemen
  • Schwindel
  • Übermäßige Aktivität
  • Verfärbungen der Zähne bei Kindern, meist mit Bürsten entfernbar
  • Verfärbungen oder seltsames Aussehen der Zunge
  • Starke Müdigkeit, Kopfschmerzen, Atemnot oder Gelbsucht durch Zerstörung roter Blutkörperchen
  • Weniger weiße Blutkörperchen oder weniger Blutzellen für die Gerinnung
  • Das Blut gerinnt langsamer

Häufigkeit nicht abschätzbar

Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.

  • Kristalle im Urin, Probleme oder Schmerzen beim Wasserlassen
  • Ausschlag mit kleinen Bläschen oder wie eine Perlenkette angeordnet
  • Hirnhautentzündung
  • Brustschmerzen durch allergische Reaktion
  • Roter Ausschlag an beiden Seiten des Gesäßes, an Oberschenkeln, Achseln oder Hals
  • Bestimmte allergische Reaktionen mit anhaltendem Erbrechen, Bauchschmerzen, Lethargie, Durchfall, niedrigem Blutdruck

Was ist Amoxicillin?

Amoxicillin ist ein Antibiotikum, das Bakterien im Körper bekämpft. Es wird zur Behandlung verschiedenster bakterieller Infektionen eingesetzt, beispielsweise bei Atemwegsinfekten, Harnwegsinfektionen oder Mittelohrentzündungen. In manchen Fällen kann es auch zur Behandlung von Magengeschwüren in Kombination mit anderen Medikamenten verwendet werden. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie nicht sicher sind, ob Amoxicillin für Ihre Beschwerden geeignet ist.

Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?

Achten Sie darauf, Amoxicillin nicht einzunehmen, wenn Sie allergisch gegen Penicillin oder bestimmte andere Inhaltsstoffe sind. Wenn Sie schon einmal starke allergische Reaktionen auf Antibiotika hatten, Informieren Sie Ihren Arzt unbedingt vor der Einnahme. Bei bestimmten Vorerkrankungen wie Nierenproblemen, Pfeiffer’schem Drüsenfieber oder Unverträglichkeiten gegenüber Zuckerbestandteilen im Saft ist besondere Vorsicht geboten. Informieren Sie Ihren Arzt vorab über alle Medikamente, die Sie einnehmen, da Amoxicillin mit einigen Mitteln in Wechselwirkung treten kann.

Wie ist Amoxicillin einzunehmen?

Nehmen Sie Amoxicillin immer genau so ein, wie Ihr Arzt es Ihnen empfiehlt. Die Einnahme sollte möglichst regelmäßig über den Tag verteilt erfolgen, mit mindestens 4 Stunden Abstand zwischen den Dosen. Kindern wird die Dosierung je nach Körpergewicht individuell berechnet. Schütteln Sie die Flasche vor jedem Gebrauch kräftig. Setzen Sie die Behandlung so lange fort, wie Ihr Arzt es verordnet hat, auch wenn Sie sich früher besser fühlen. Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie diese schnellstmöglich nach, ohne die doppelte Menge einzunehmen.

Wie ist Amoxicillin aufzubewahren?

Bewahren Sie Amoxicillin stets außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Das Pulver kann bei Raumtemperatur gelagert werden, die fertige Suspension hingegen gehört in den Kühlschrank und ist dort 14 Tage haltbar. Verwenden Sie das Arzneimittel nicht mehr, wenn das auf der Verpackung angegebene Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Entsorgen Sie übrig gebliebene Reste umweltgerecht, zum Beispiel über Ihre Apotheke und nicht über das Abwasser.

Wichtige Wechselwirkungen

Amoxicillin kann mit Allopurinol die Wahrscheinlichkeit für allergische Hautreaktionen erhöhen. Die gleichzeitige Anwendung von Probenecid wird nicht empfohlen, weil dadurch die Ausscheidung von Amoxicillin verringert werden kann. Wenn Sie ein Arzneimittel zur Vermeidung von Blutgerinnseln wie Warfarin einnehmen, können zusätzliche Blutuntersuchungen nötig sein. Auch mit anderen Antibiotika wie Tetracyclinen kann Amoxicillin weniger wirksam sein. Methotrexat kann durch Amoxicillin langsamer ausgeschieden werden, wodurch Nebenwirkungen zunehmen können.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Nehmen Sie Amoxicillin nicht weiter ein und suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn Sie Zeichen einer schweren allergischen Reaktion bemerken, zum Beispiel Ausschlag, Schwellungen im Gesicht, an den Lippen oder der Zunge oder Atembeschwerden. Ebenfalls sofort zum Arzt sollten Sie bei schweren Hautreaktionen, Blasenbildung, Abschälen der Haut, Fieber mit Hautausschlag oder bei starken Beschwerden wie Schüttelfrost, Halsschmerzen, ungewöhnlichen Blutergüssen oder Zeichen einer Infektion. Dringend ärztlich abklären lassen sollten Sie auch blutigen Durchfall, starke Bauchbeschwerden oder Anzeichen von Leberproblemen wie dunklen Urin, blassen Stuhl oder Gelbfärbung der Haut oder des Augenweißes. Wenn während der Behandlung Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Hautausschlag auftreten, kann das im Zusammenhang mit einer Borreliose-Behandlung stehen und sollte ebenfalls ärztlich beurteilt werden.

Steckbrief: Amoxicillin

Wirkstoffgruppe
Antibiotikum aus der Gruppe der Penicilline
Anwendungsgebiet
Behandlung von durch Bakterien verursachten Infektionen an verschiedenen Stellen des Körpers; auch in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung eines Magengeschwürs
Darreichungsform
Pulver zur Herstellung einer gebrauchsfertigen Suspension
Rezeptpflicht
Ja
Häufigste Nebenwirkung
Leichter juckender Ausschlag

Häufige Fragen

Was ist Amoxicillin?

Amoxicillin ist ein Antibiotikum. Es gehört zur Gruppe der Penicilline.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wofür wird Amoxicillin angewendet?

Amoxicillin wird zur Behandlung von durch Bakterien verursachten Infektionen an verschiedenen Stellen des Körpers eingesetzt. Es kann auch in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung eines Magengeschwürs angewendet werden.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Wer darf Amoxicillin nicht einnehmen?

Amoxicillin darf nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch gegen Amoxicillin, Penicillin oder einen der sonstigen Bestandteile sind. Es darf auch nicht eingenommen werden, wenn Sie schon einmal eine allergische Reaktion auf irgendein anderes Antibiotikum hatten, zum Beispiel mit Hautausschlag oder Schwellungen von Gesicht oder Hals.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Arzneimittel können mit Amoxicillin Probleme machen?

Bei gleichzeitiger Einnahme von Allopurinol kann die Wahrscheinlichkeit für eine allergische Hautreaktion steigen. Probenecid wird nicht empfohlen, weil es die Ausscheidung von Amoxicillin verringern kann. Bei Warfarin können zusätzliche Blutuntersuchungen nötig sein. Mit anderen Antibiotika wie Tetracyclinen kann Amoxicillin weniger wirksam sein. Methotrexat kann langsamer ausgeschieden werden, wodurch Nebenwirkungen zunehmen können.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Kann ich Amoxicillin mit einer Mahlzeit einnehmen?

Ja. Amoxicillin kann mit einer Mahlzeit eingenommen werden, weil das die Verträglichkeit verbessern kann. Die Wirksamkeit wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Welche Nebenwirkungen können sofort ärztlich behandelt werden müssen?

Sofort ärztliche Hilfe ist nötig bei schweren allergischen Reaktionen, schweren Hautreaktionen, Entzündungen des Dickdarms mit blutigem Durchfall, Zeichen von Blutbildveränderungen, schweren Leberproblemen oder bei Brustschmerzen im Zusammenhang mit einer allergischen Reaktion.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Kann Amoxicillin Laborwerte beeinflussen?

Ja. Amoxicillin kann Urin-Tests auf Glucose, Blutuntersuchungen zur Bestimmung der Leberwerte und Estriol-Tests beeinflussen. Sagen Sie Ihrem Arzt oder Apotheker, dass Sie Amoxicillin einnehmen.

Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)

Quellen & Referenzen

Stand der Fachinformation: 17. April 2026

Über diesen Artikel

Verfasst von

Redaktionsteam

Medizinredaktion nebenwirkungen-info.de

Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.