Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der offiziellen Fachinformation und wurde redaktionell geprüft. Er ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.
Amiodaron
Nebenwirkungen
Amiodaron ist ein stark wirksames Arzneimittel zur Behandlung schwerer Herzrhythmusstörungen. Der Wirkstoff hilft dabei, den Herzrhythmus zu stabilisieren, wenn andere Medikamente nicht wirken oder vertragen werden. Amiodaron ist in bekannten Präparaten wie Amiodaron 200-1A Pharma oder AMIODARON Aurobindo 200 mg enthalten. Zu den wichtigsten Themen zählen die möglichen Nebenwirkungen von Amiodaron, die vor der Anwendung immer mit dem Arzt besprochen werden sollten.
Mögliche Nebenwirkungen
Was bedeuten die Häufigkeiten?
Sehr häufig
- Sehstörungen wie Schleiersehen oder Farbringe um Lichtquellen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Ungewöhnliche Geschmacksempfindungen
- Erhöhte Sonnenempfindlichkeit der Haut
- Veränderungen in den Leberwerten (bei Bluttests sichtbar)
Häufig
- Gelbe Haut oder Augen (Anzeichen für Leberprobleme)
- Müdigkeit, Unwohlsein, Appetitlosigkeit oder Magenschmerzen
- Atemnot, Husten, Brustenge oder Fieber (Anzeichen für Lungenentzündung)
- Hautausschlag oder Ekzem
- Unruhe, starker Gewichtsverlust, Schwitzen und Hitzeempfindlichkeit (Anzeichen für Schilddrüsenüberfunktion)
- Starke Müdigkeit, Schwäche, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Verstopfung und Muskelschmerzen (Anzeichen für Schilddrüsenunterfunktion)
- Zittern bei Bewegung
- Bläuliche oder graue Verfärbung von Hautstellen im Sonnenlicht
- Leicht verlangsamter Herzschlag
- Schlafprobleme oder Albträume
- Verminderte Lust auf Sex
Gelegentlich
- Verstärkte Herzrhythmusstörungen (kann gefährlich sein)
- Mundtrockenheit
- Taubheitsgefühl, Schwäche, Kribbeln oder Brennen an bestimmten Körperstellen
- Muskelkrämpfe oder Muskelsteifheit
Sehr selten
- Verschlechterung des Sehens, Schmerzen oder Einschränkung des Sehvermögens
- Sehr langsamer Herzschlag oder Herzstillstand
- Schwere Lungenentzündung
- Ungewöhnliche Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel oder Ohnmacht (Hinweis auf Hirnprobleme)
- Hautveränderungen wie Rötung, Schuppung, Haarausfall oder Nagelverlust
- Müdigkeit, Ohnmacht, Blässe (Hinweis auf Blutarmut)
- Häufigeres Bluten oder blaue Flecken (Hinweis auf Blutgerinnungsstörungen)
- Schwellung des Hodens
- Probleme bei der Erektion
- Hautausschlag bei Lichtbestrahlung
- Erhöhte Nierenwerte im Bluttest
Häufigkeit nicht abschätzbar
Nach der Markteinführung gemeldet — die genaue Häufigkeit lässt sich nicht berechnen.
- Schwere allergische Reaktionen mit Hautausschlag, Blasen oder Schwellungen
- Plötzliche Entzündung der Bauchspeicheldrüse (starke Bauchschmerzen)
- Appetitverlust
- Parkinson-ähnliche Bewegungsstörungen wie Zittern oder Muskelsteifheit
- Gestörte Wahrnehmung von Gerüchen
- Verwirrtheit oder Wahrnehmungsstörungen (Halluzinationen)
- Lebensbedrohliche Hautreaktionen mit Blasenbildung oder starker Schuppung
- Ungewöhnliche Blutungen aus der Lunge, Husten von Blut
- Plötzlicher, unregelmäßiger Herzschlag, Brustschmerzen und Kurzatmigkeit ("Torsade de pointes")
- Autoimmunreaktionen mit Gelenkschmerzen, Schwellungen und Hautausschlägen
- Verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen (Infektionsanfälligkeit)
- Starker Hautausschlag mit Schwellungen
- Grippesymptome und Schmerzen durch Granulome (Knoten in Haut oder Organen)
Was ist Amiodaron?
Amiodaron sorgt dafür, dass Ihr Herz wieder regelmäßig schlägt. Es wird eingesetzt, wenn bei Ihnen starke oder gefährliche Herzrhythmusstörungen auftreten und andere Behandlungen nicht helfen. Oft wird es erst dann gegeben, wenn andere Medikamente nicht infrage kommen. Das Ziel ist, Ihren Herzschlag zu normalisieren und das Risiko ernster Komplikationen zu verringern.
Was sollten Sie vor der Einnahme beachten?
Achten Sie darauf, Amiodaron nur wie verordnet einzunehmen, da das Medikament bei bestimmten Vorerkrankungen oder Wechselwirkungen gefährlich sein kann. Informieren Sie Ihren Arzt über alle anderen Medikamente, die Sie nehmen, und vermeiden Sie Grapefruitsaft und übermäßigen Alkohol. Während und nach der Einnahme sollten Sie die Sonne meiden und Ihre Haut schützen. Teilen Sie Ihrem Arzt unbedingt mit, wenn Sie schwanger sind, stillen oder Leber-, Herz- oder Lungenerkrankungen haben.
Wie ist Amiodaron einzunehmen?
Nehmen Sie Amiodaron genau nach der Anweisung Ihres Arztes ein, meist während oder direkt nach einer Mahlzeit mit etwas Wasser. Die Behandlung beginnt in der Regel mit einer höheren Dosis, die später verringert wird. Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie diese nach, außer es ist fast Zeit für die nächste. Unterbrechen oder beenden Sie die Therapie nie ohne ärztlichen Rat, da Ihre Herzrhythmusstörung sonst wiederkehren kann. Ihr Arzt wird regelmäßig Ihre Leber, Schilddrüse und das Herz kontrollieren.
Wie ist Amiodaron aufzubewahren?
Bewahren Sie Amiodaron immer außerhalb der Reichweite von Kindern und nicht über 30 °C auf. Nutzen Sie das Arzneimittel nicht mehr nach Ablauf des angegebenen Verfallsdatums. Entsorgen Sie es niemals über das Abwasser oder den Hausmüll – fragen Sie in der Apotheke nach umweltgerechter Entsorgung.
Wichtige Wechselwirkungen
Amiodaron darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern eingenommen werden. Ebenfalls tabu sind Arzneimittel, die eine Sonderform des Herzrasens namens Torsade de pointes auslösen können. Wenn Sie bereits ein Mittel gegen Herzrhythmusstörungen einnehmen, muss Ihr Arzt genau prüfen, ob es zusammen mit Amiodaron geeignet ist. In der Fachinformation wird außerdem erwähnt, dass bei bestimmten Herzrhythmusstörungen eine Therapie mit Betarezeptorenblockern nicht zugunsten von Amiodaron ersetzt werden sollte.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn sich Ihre Herzrhythmusstörungen verschlimmern oder neue starke Beschwerden auftreten. Auch bei einer ausgeprägten Verlangsamung der Herzschlagfolge oder einem Sinusknotenstillstand muss die Behandlung abgebrochen und ärztlich beurteilt werden. Wenn Sie unter der Therapie Husten, Atemnot, Fieber, Schwäche oder Gewichtsverlust bemerken, kann das auf eine Lungenschädigung hinweisen und sollte rasch abgeklärt werden. Gleiches gilt bei Zeichen einer schweren Überfunktion der Schilddrüse oder bei deutlichen Veränderungen im EKG.
Steckbrief: Amiodaron
- Wirkstoffgruppe
- Antiarrhythmikum Klasse III
- Anwendungsgebiet
- Behandlung symptomatischer und behandlungsbedürftiger Herzrhythmusstörungen mit schneller Herzschlagfolge aus dem Herzvorhof sowie schwerwiegender symptomatischer Herzrhythmusstörungen mit erhöhter Herzschlagfolge aus der Herzkammer
- Darreichungsform
- Tabletten
- Rezeptpflicht
- Ja
- Häufigste Nebenwirkung
- Mikroablagerungen an der Hornhaut mit möglichen Sehstörungen
Häufige Fragen
Wofür wird Amiodaron angewendet?
Amiodaron wird zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Dazu gehören tachykarde supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen wie AV-junktionale Tachykardien, supraventrikuläre Tachykardien bei WPW-Syndrom und anfallsartiges Vorhofflimmern. Außerdem wird es bei schwerwiegenden symptomatischen tachykarden ventrikulären Herzrhythmusstörungen verwendet.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Wann darf Amiodaron nicht eingenommen werden?
Amiodaron darf unter anderem nicht eingenommen werden bei Allergie gegen den Wirkstoff, bei verlangsamter Herzschlagfolge unter 55 Pulsschlägen pro Minute, bei bestimmten Leitungsverzögerungen am Herzen, bei Schilddrüsenerkrankungen, bei vorbestehender QT-Verlängerung, bei Hypokaliämie, bei Iodallergie, in der Stillzeit und zusammen mit MAO-Hemmern oder Arzneimitteln, die Torsade de pointes auslösen können.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Nebenwirkungen treten sehr häufig auf?
Sehr häufig sind Mikroablagerungen an der Hornhaut mit Sehstörungen wie Schleiersehen oder Farbhöfen um Lichtquellen. Ebenfalls sehr häufig sind Übelkeit, Erbrechen und Geschmacksveränderungen zu Beginn der Behandlung, erhöhte Leberwerte sowie eine erhöhte Lichtempfindlichkeit mit Sonnenbrandneigung.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Beschwerden können auf eine Lungenschädigung hinweisen?
Nicht produktiver Husten und Atemnot sind häufig erste Anzeichen. Zusätzlich können Gewichtsverlust, Fieber und Schwächegefühl auftreten. In der Fachinformation werden dabei verschiedene Formen von Lungenentzündungen und auch Lungenfibrosen beschrieben.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Herzprobleme können unter Amiodaron auftreten?
Unter Amiodaron kann es zu einer Verlangsamung der Herzschlagfolge, zu Überleitungsstörungen und in Einzelfällen zu Herzstillstand kommen. Außerdem können sich Herzrhythmusstörungen verändern oder verstärken. Bei übermäßiger QT-Verlängerung besteht ein erhöhtes Risiko für Torsade de pointes.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Schilddrüsenprobleme sind möglich?
Häufig kann es zu einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kommen. Schwere Überfunktionen der Schilddrüse wurden in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf beschrieben.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Welche Kontrolluntersuchungen sind vor und während der Behandlung vorgesehen?
Vor Behandlungsbeginn sollen EKG, Kalium-Serumwert, Leberwerte, Schilddrüsenwerte, Lungenfunktion und eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs durchgeführt werden. Während der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen vorgesehen, zum Beispiel mit Standard-EKG, Langzeit-EKG und gegebenenfalls Belastungs-EKG.
Quelle: Offizielle Fachinformation (Gebrauchsinformation)
Quellen & Referenzen
- Offizielle Fachinformation: patienteninfo-service.de
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Europäische Arzneimittel-Agentur: ema.europa.eu
Stand der Fachinformation: 17. April 2026
Über diesen Artikel
Dieser Artikel wurde auf Basis der offiziellen Fachinformation erstellt und redaktionell auf Richtigkeit geprüft. Mehr zu unserem Redaktionsprozess.